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Prignitz A-14-Planer wollen Vögeln beim Umzug helfen
Lokales Prignitz A-14-Planer wollen Vögeln beim Umzug helfen
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13:46 25.06.2014
Für die neue Trasse müsste unter anderem auch der Weißstorch umgesiedelt werden. Quelle: Stefan Sauer
Wittenberge

"Der BUND hatte vorgeschlagen, die bereits verworfene Variante 11 erneut zu prüfen", sagte Abteilungsleiter Egbert Neumann im Wittenberger Rathaus. "Doch dabei wäre die Trasse durch mehrere Gewerbeflächen und das Wasserwerk der Stadt Wittenberge verlaufen. Das funktioniert nicht."

Ebenfalls als untauglich hat sich die vom Land bislang verfolgte Variante erwiesen, bei der die Trasse in geringer Entfernung zwischen Lindenberg und Bentwisch verlaufen sollte. Nicht zuletzt diese Pläne hatten zu Protest und der Gründung der Bürgerinitiative in Bentwisch geführt.

"Bleibt nur die ursprünglich vorgesehene Trasse, die nördlich um Lindenberg und Bentwisch herumführt und sich dann bei Dergenthin der ICE-Strecke nähert", sagte Egbert Neumann. Dem stehe allerdings ein gravierender Makel entgegen: Vier geschützte Vogelarten nisten und brüten in dem Gebiet: Weißstorch, Ortolan (Gartenammer), Heidelerche und Braunkehlchen. "Der Autobahnbau ist ganz klar eine erhebliche Beeinträchtigung", räumte Egbert Neumann ein. Da aber jeder andere Trassenverlauf das "Schutzgut Mensch" in Mitleidenschaft ziehen würde, müsse man versuchen, den Schaden zu begrenzen. "Wir müssen genau wissen, welche Bestände es wo gibt, um passgerechte Lösungen zu finden", erklärte der Abteilungsleiter. Es gehe darum, den Brutvögeln Lebens- und Nahrungsraum in ihrem angestammten Gebiet zur Verfügung zu stellen. "Wir wollen jedem Paar eine Zukunft ermöglichen", sagte Egbert Neumann. Vor allem ausreichende Futterflächen müssen gesichert werden. Die eigentlichen Nistplätze seien hingegen nur schwer zu ersetzen, denn die Vögel seien ihrer Kinderstube ausgesprochen treu.

Mit diesem Weg beschreitet das Land Brandenburg in mehrerlei Hinsicht Neuland. Noch nie wurde derart kleinteilig auf die Belange einzelner Tiere Rücksicht genommen wie jetzt bei der A-14-Planung. Zum anderen können die Landesplaner ihr Vorhaben nur mit den Menschen der Region umsetzen. "Wir brauchen den Rückhalt für das Autobahnprojekt, aber auch Verständnis für die Belange des Naturschutzes", erklärte Egbert Neumann.

Schließlich müsse auch der Bund als Auftraggeber des Autobahnbaus ins Boot geholt werden. "Bisher heißt es ja, der Bund gibt erst Geld, wenn Baurecht herrscht", beschrieb Egbert Neumann. "Wir aber wollen und müssen Ausgleichsflächen ankaufen, um überhaupt Baurecht schaffen zu können." Bis zum Herbst soll die Vogelkartierung vorliegen.

Von Andreas König

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