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Prignitz Container-Klassenräume – kaufen oder leihen?
Lokales Prignitz Container-Klassenräume – kaufen oder leihen?
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00:29 31.03.2018
Geschwister-Scholl-Grundschule: Mittlerweile viel zu klein.
Geschwister-Scholl-Grundschule: Mittlerweile viel zu klein. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
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Perleberg

Zwei sechste Klassen wechseln an die weiterführenden Schulen, drei erste Klassen kommen dazu. Das ist das Szenario für den Sommer an der Geschwister-Scholl-Grundschule in Perleberg. Die Schülerzahlen steigen, der Platz reicht nicht mehr aus. Drei Klassenräume fehlen.

Ein Anbau ist geplant. Abhilfe sollen Container schaffen, in denen unterrichtet wird. Eine Miete der 14 Einzelcontainer kostet 60 000 Euro im Jahr. Hinzu kommt eine bauliche Erschließung von 35 000 Euro. Entstehen sollen so drei barrierefreie Klassenräume von je 63 Quadratmetern, ein Flur sowie Toiletten.

Unklar, ob sich ein Kauf rentieren würde

Stadtverordneter Wolfgang Schulz (SPD) stellte im Finanzausschuss Anfang März den Antrag, eine Kaufoption in den Beschluss mit aufzunehmen. Darin heißt es, dass das Geld für die Anmietung und Errichtung einer Schulcontaineranlage auf Zeit bereitgestellt wird. Allerdings bestände auch die Möglichkeit nach zwei Jahren, wenn der Anbau der Schule fertig ist, die Container zu kaufen.

Das ist dann aber ungefähr doppelt so teuer, wie die Miete“, so Bauamtsleiter Hagen Boddin. Doch seiner Meinung nach hat die Anlage eine Lebenszeit von etwa zehn Jahren. Man könne sie dort aufstellen wo sie gebraucht wird und wieder abbauen, wenn sie ihren nutzen erfüllt hat. Am 12. April fällt in der Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung.

Schulleiterin für Containerkauf

Schon im Hauptausschuss kam es zu Diskussionen unter den Stadtverordneten. „Wir wissen nicht, wann der Anbau fertig wird. Das kann zwei oder drei Jahre dauern“, bemerkt Wolfgang Schulz. Auf eine Mietzeit festlegen dürfe man sich nicht. „Zuviel Raum kann man niemals haben“, so Gabriele Gohlke, Leiterin der Schule. Sie könne es sich vorstellen nach Errichtung eines Anbaus die Container weiter zu nutzen. „Die Schule wächst. Wir dürfen uns nicht zurückentwickeln.“

Im Lehrerzimmer haben nicht alle Lehrer platz, ein Rollstuhlkind kommt nicht in die obere Etage und mit dem neuen Schulmodell „gemeinsames Lernen“ sind die Räume nicht ausreichend groß. 350 Schüler gehen an die Schule, für 250 ist sie erbaut.

Von Marcus J. Pfeiffer