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Prignitz Das sind die Folgen der großen Hitze im Juni
Lokales Prignitz Das sind die Folgen der großen Hitze im Juni
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00:33 30.06.2019
Aktuelles Bild: Da wo einst ein Nebenarm der Stepenitz floss, ist alles mit Gras zugewachsen und ausgetrocknet. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Prignitz

Die Natur leidet. Die Trockenheit setzt ihr ordentlich zu. In der Prignitz kam in diesem Jahr bisher kaum Regen runter. Der Landkreis zählt zu den trockensten Regionen in ganz Deutschland. Es gab weniger als 200 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag.

Im vergangenen Jahr war es zur gleichen Zeit etwas mehr. Der reguläre Jahresdurchschnitt liegt bei 563 Liter pro Quadratmeter. Die Hälfte des Jahres ist nun fast rum und es bleibt auch vorerst trocken. Das macht sich bei den Flüssen bemerkbar.

So sah es an der Neuen Mühle in Perleberg noch vor elf Monaten aus: Auch dort war der Nebenarm schon zum größten Teil ausgetrocknet. Die Sandbäncke zeigten, wie viel Wasser da mal floss. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Die Pegel sinken. Besonders drastisch zeigt sich das bei der Stepenitz in Wolfshagen. Dort beträgt die Wassertiefe nur noch 35 Zentimeter. Es fehlen noch neun Zentimeter bis zum Negativrekord aus dem Jahr 1978.

Bei Elbe und Dömnitz sieht das nicht anders aus – es fehlt der Regen. Das, was in den vergangenen Wochen runter kam, reichte offensichtlich nichts aus. Das bedroht auch die umliegende Natur und Lebewesen.

Einbußen bei den Ernten

Die hohen Temperaturen erhitzen die Gewässer. Es beginnen biologische Prozesse im Wasser, die den Fischen den Sauerstoff entziehen können. Im vergangenen Jahr gab es, besonders in stehenden Gewässern, ein großes Fischsterben. Dazu kann es auch in diesem Jahr wieder kommen.

Wenig Wasser bedeutet auch Einbußen bei der Ernte in der Landwirtschaft. „Es wird keine gute Ernte werden. Dafür war es bei der Kornbildung im Frühjahr zu trocken“, schätzt Fabian Blöchl vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft in Potsdam ein.

Splitt auf den Straßen: Die enorme Sonneneinstrahlung verflüssigt teile des Straßenbelags, wie hier auf der Landesstraße 10 bei Groß Buchholz. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Trotzdem ist aus seiner Sicht die Situation besser als im Vorjahr, besonders beim Mais. Die Ernte begann in dieser Woche. Es sei abzuwarten, wie sich das Wetter entwickelt. Die Ursache für solch „ungewöhnliche Jahre“ ist für Fabian Blöchl jedoch klar.

„Der Klimaschutz schreitet zu langsam voran.“ Die Konzentration des Klimagases Kohlendioxid in der Atemluft ist so hoch wie nie zuvor in den zurückliegenden zwei Millionen Jahren. Das sorge für die sogenannte Klimaerwärmung.

Splitt auf den Straßen

Die „Grenze des Vertretbaren“ liege bei zwei Grad bis zum Jahr 2100. „Mehr als ein Grad ist die Erwärmung global bereits vorangeschritten“, so Fabian Blöchl – in Brandenburg sogar um 1,3 Grad. Das vergangene Jahr war das wärmste und auch trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

Diese Woche war die bisher heißeste in diesem Jahr. In Lenzen wurde am Mittwoch 34,3 Grad gemessen. Dabei schwitzen nicht nur alle Menschen, sondern auch der Straßenbelag. Mancherorts bildete er eine schmierige Decke. Dabei tritt flüssiges Bitumen an die Oberfläche.

Splitt auf den Straßen: Die enorme Sonneneinstrahlung verflüssigt teile des Straßenbelags, wie hier auf der Landesstraße 10 bei Groß Buchholz. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Einige Straßen in der Prignitz sind bereits mit Split bestreut – unter anderem die Landesstraße 10 bei Groß Buchholz. So gilt nicht nur für die Menschen besondere Vorsicht beim Aufenthalt in der prallen Sonne, sondern auch beim Fahren mit dem Auto im Straßenverkehr.

Von Marcus J. Pfeiffer

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