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Prignitz Debatte um Bahnstrecke kommt in Bewegung
Lokales Prignitz Debatte um Bahnstrecke kommt in Bewegung
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07:58 07.01.2014
Im Falkenhagener Industriegebiet sind mehrere Unternehmen auf den Bahnanschluss angewiesen – etwa die German Biofuel GmbH.
Im Falkenhagener Industriegebiet sind mehrere Unternehmen auf den Bahnanschluss angewiesen – etwa die German Biofuel GmbH. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

Offensichtlich kommt in die Diskussionen um die Bahnstrecken zwischen Meyenburg und Neustadt (Dosse) wieder ein wenig Bewegung hinein. Bisher soll der Personenverkehr zum Jahreswechsel 2014/15 wegen fehlender Mittel abbestellt werden.

Nicht nur, dass Vertreter der Kommunen entlang der Bahn ihre Standpunkte bei einer großen Beratung erläutern können. An der sollen die Brandenburger Minister Jörg Vogelsänger (Verkehr), Ralf Christophers (Wirtschaft) und Rolf Holzschuher (Innen) teilnehmen. Die Kommunalvertreter sollen ihre Standpunkte erläutern und Lösungen vorschlagen können.

Auf einen weiteren Termin wies Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bei seinem Besuch in der Prignitz hin: Mitte Januar gibt es ein neues Treffen bei Jörg Vogelsänger, der sich bisher einer Fortführung des Personenverkehrs insbesondere auf der Strecke von Meyenburg nach Pritzwalk widersetzt hat. Vogelsänger will nach heutigem Stand ab 2015 lediglich 1,1 Millionen Euro für die Personenbeförderung zwischen Meyenburg und Neustadt zur Verfügung stellen, was faktisch das Aus für den Eisenbahnverkehr bedeuten würde.

Auch Woidke sieht nur wenig Chancen, einen höheren Anteil von Bundesmittel (Regionalisierungmitteln) für die bislang von Fahrgästen schlecht frequentierte Strecke zur Verfügung zu stellen. Ein Problem bleibt: Im Gewerbegebiet Falkenhagen sind mehrere Unternehmen, darunter die Firma German Biofuel, auf eine Bahnstrecke zum Transport ihrer Güter angewiesen.

Doch die Strecke ist nur dann auch weiterhin für den Güterverkehr zu finanzieren, wenn eine Querfinanzierung aus dem Personennahverkehr möglich wird. "Dazu muss die Zahl der Fahrgäste auf der Strecke wesentlich höher werden", hatte Woidke im Gespräch mit der MAZ festgestellt. Andererseits bemühen sich Vertreter des Fördervereins Wachstumskern Autobahndreieck seit langem um Förderung für Güterverkehr auf der Strecke.

Schon seit Monaten wird von Verkehrsplanern der IPG Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft die Situation auf der Strecke analysiert. Inzwischen hat die IPG drei alternative Konzepte für den Personennahverkehr vorgelegt. Die Variante, die die Region bevorzugt, ist die, bei der alle Parallelverkehre abgebaut werden, und eine realistische Taktung für den Personenverkehr installiert wird. Das Problem: Die Variante würde gut 1,9 Millionen Euro pro Jahr kosten, also rund 800000 Euro mehr als vom Verkehrsminister zur Verfügung gestellt. Allerdings würde der Landkreis weniger bezahlen, als wenn er allein Busverkehre finanzieren müsste.

Landrat Hans Lange geht im Zusammenhang mit der Bahnstrecke sogar noch einen Schritt weiter. "Wenn es eine Lösung für den Eisenbahnverkehr geben soll, dann sollte sich diese nicht nur erneut auf eine Ein- oder Zweijahresfrist beschränken. Dann müssen wir über nachhaltige Verträge über zehn Jahre sprechen, so dass auch notwendige Investitionen in die Streckeninfrastruktur wie in Bahnübergänge finanzierbar werden."

Die sind heute bereits teilweise erneuert. Zudem liegt entlang der Bahnstrecke zumindest abschnittsweise bereits ein dickes (Wind-)Stromkabel, das unter Umständen eine Elektrifizierung der Bahn aus erneuerbaren Energien ermöglichen würde.

Von Claudia Bihler

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