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Prignitz Der Rohbau an der Feuerwehr steht
Lokales Prignitz Der Rohbau an der Feuerwehr steht
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15:31 20.07.2017
Die Männer der Baufirma MKM sind bei den letzten Handgriffen am Rohbau für das neue Dorfgemeinschaftshaus in Grabow.
Die Männer der Baufirma MKM sind bei den letzten Handgriffen am Rohbau für das neue Dorfgemeinschaftshaus in Grabow. Quelle: Beate Vogel
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Grabow

Der Rohbau für den neuen Anbau am Feuerwehrraum im Kümmernitztaler Ortsteil Grabow (Amt Meyenburg) steht. Die Firma MKM aus Stepenitz, die den Zuschlag erhalten hatte, errichtete das Gebäude direkt neben der kleinen Feuerwehrgarage. Heute wollen die MKM-Mitarbeiter mit ihrem Teil der Arbeiten fertig sein. Danach wird es an den Innenausbau gehen. Im Gebäude findet sich ein Versammlungsraum von etwa 30 Quadratmetern Grundfläche für alle möglichen Aktivitäten, eine Küche und zwei Toiletten. Separat gibt es einen Umkleideraum für die Feuerwehrleute.

Seit März wird an dem rund 150 000 Euro teuren Bau gearbeitet. Möglich wurde dies erst nach der lang ersehnten Fördermittelzusage: Im Oktober des vergangenen Jahres hatte Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde den Fördermittelbescheid überbracht. Das Projekt wird nun mit genau 94 444,56 Euro über das Leader-Programm unterstützt.

Für den Einheitstag ist eine Eröffnungsfeier geplant

Ortsvorsteher Gerhard Gunsam hat bisher an fast jeder Bauberatung teilgenommen. „Wir liegen gut im Zeitplan und im Budget.“ Ende September soll das Gebäude bezugsfertig sein, so Gerhard Gunsam. „Wir wollten ja eigentlich schon am 24. September darin wählen, aber das wird wohl zu knapp.“ Auf jeden Fall sei für den Feiertag am 3. Oktober eine große Eröffnungsparty geplant.

Direkt neben dem winzigen Feuerwehrgerätehaus in Grabow wurde der Neubau errichtet. Quelle: Beate Vogel

Das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass der Anteil für den Umkleideraum der Feuerwehr und die Ausstattung mit Tischen und Stühlen nicht gefördert wird. Dadurch stieg der Eigenanteil auf 65 000 Euro. Die Kommune muss somit 24 400 Euro zusätzlich finanzieren. Die Gemeinde Kümmernitztal hatte sich im Oktober 2016 bekannt, das Projekt trotzdem anzugehen. Im Haushalt für 2017 ist der Anbau das größte Projekt der Gemeinde.

Die Grabower Gemeindevertreterin Anja Grothe freut sich ebenfalls, dass es nach all den Jahren vorangeht und das kleine Dorf endlich einen Versammlungsraum erhält. Grabow hat zwar gerade mal 90 Einwohner, doch diese führen ein sehr aktives Dorfleben. Bisher haben aber weder die Feuerwehrmitglieder noch die Seniorengruppe einen Raum, in dem sie sich treffen können. Man behalf sich mit Privaträumen. Zudem hatte es an einem Umkleideraum für die Feuerwehr gefehlt: Die Einsatzkräfte ziehen sich bisher in der sehr engen Garage neben dem Fahrzeug um.

Seit der Wende versucht, an Fördermittel zu kommen

Rückblick: Kümmernitztal hatte seit der Wende über verschiedene Förderprogramme versucht, einen Zuschuss für einen Anbau an der Grabower Feuerwehr zu erhalten. Die Gemeinde musste etliche Absagen hinnehmen, nicht zuletzt, weil das Land immer wieder die Richtlinien während einer Fördermittelperiode geändert hatte (die MAZ berichtete mehrfach). Für die Grabower war das nicht nachzuvollziehen. Am Ende hatte im Juni 2016 Meyenburgs Amtsdirektor Matthias Habermann im Namen der Kommune Klage gegen das Land eingereicht. Diese konnte nach der Zusage zurückgezogen werden.

Anja Grothe hat übrigens weitere gute Nachrichten: Über das erst wenige Wochen alte Förderpogramm „Spiel.Platz.“ hat die Kommune einen Zuschuss für die Erweiterung des Spielplatzes in Grabow beantragt. Der besteht bisher nur aus einer Turm- und Kletterkombination. „Wir wollen eine Schaukelkombination errichten lassen.“ Die fälligen Eigenmittel, die die Kommune nicht aufbringen kann, haben die Grabower kurzerhand unterein­ander gesammelt: „Nach dem Spendenaufruf kamen über 1000 Euro zusammen“, freut sich Anja Grothe über das Engagement.

Von Beate Vogel