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Prignitz Die Suche nach dem Wesentlichen
Lokales Prignitz Die Suche nach dem Wesentlichen
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15:52 24.01.2014
Einen abstrakten Blick ins All wagte Ingeborg Kretzschmar. Quelle: privat
Pritzwalk/Meyenburg

Rotorange leuchtet ein Feuer hinter der Silhouette einer Menschengruppe auf. Die Flammen lodern hoch auf dem Bild, die Zuschauer sind nur als scharfe Umrisse zu sehen. Auf einem anderen Werk türmen sich riesige Wolken auf, dunkelgrau-violett und bedrohlich. Darunter spiegelt sich die untergehende Sonne rose auf einer Wasserfläche, die Landschaft ist eine dunkle Fläche im Vordergrund. Genau darum geht es den Künstlerinnen, die die Bilder gemalt haben. "Wir sind dabei, die Dinge zu reflektieren und das Wesentliche darin zu erkennen", erklärt Ingeborg Kretzschmar. "Das Wichtigste wiederzugeben, das ist unsere Intention", ergänzt Uschi Rolapp.

Die Pritzwalkerin stellt ab Montag, 3. Februar, gemeinsam mit Ingeborg Kretzschmar aus der Dömnitzstadt und Uschi Miegel aus Kyritz "Illusionen in Acryl und Aquarell" aus. Vernissage ist im Rahmen des Lesekreises für Erwachsene, den die Meyenburger Bibliothek im Schloss um 19 Uhr veranstaltet.

Zu sehen sind in der Ausstellung Landschaften, Akte, Stillleben, Szenen aus dem All und anderes. Um den Blick auf ihre Botschaft zu fokussieren, lassen die Malerinnen manches Detail weg. Das würde nur ablenken. Zum Beispiel von dem schön geschwungenen Rücken des jungen Mannes, der für den Akt Modell stand. "Unsere erste Ausstellung haben wir beim Tag des Handwerks im September in Streckenthin gehabt", erzählt Ingeborg Kretschmar. Von der Resonanz waren die Damen völlig überrascht, erzählen sie.

Die drei Ruheständlerinnen haben sich als feste Gruppe zusammengefunden, schließen sich aber auch immer wieder anderen Gleichgesinnten an. Ihr Alter wollen sie nicht verraten. "Nur so viel: Wir sind alle über 65", so Ingeborg Kretzschmar. "Wir haben uns etwas abgegrenzt, weil wir zusammen die abstrakte Malerei wiedergeben", erklärt sie. Die Techniken eigneten sich die Drei in Kursen und Seminaren an: in Rambow im Werkhaus, in Hamburg, in der Kreativoase in Gülpe. "Wir waren auch in der Toscana - das ist ein Muss für Maler", so Uschi Rolapp.

Denn das Lernen nimmt nie ein Ende, betont sie. Die Frauen lernten nicht nur malen, sondern wagten sich auch an die Bildhauerei. Holz, Sandstein und Speckstein wurden geformt - abstrakt. Alte Meister mögen die Künstlerinnen ebenso wie Impressionisten und Expressionisten und moderne Künstler. Die Malerinnen halten sich laut Ingeborg Kretzschmar an ein Zitat von Paul Klee: "Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder sondern macht sichtbar." In ihre Werke fließen viele Eindrücke ein. Zum Beispiel von ihren Reisen um den halben Globus. Das meinen die Künstlerinnen aber nicht nur bildlich. Andere Länder und Kulturen zu sehen, schärft den Blick für das Wesentliche.

Ingeborg Kretzschmar fand vor zwölf Jahren zur Malerei. "Auslöser war eine berufliche Stresssituation." Damals habe sie keine Ahnung von Kunst gehabt. Uschi Rolapp malt seit Anfang der 1990er Jahre, damals war sie noch selbstständige Unternehmerin.. Sie startete mit einem Volkshochschulkurs. "Es war schon immer meine Passion", blickt sie zurück. Aber die Zeit habe einfach gefehlt. Die können sie sich jetzt nehmen.

Die Vernissage für "Illusionen in Acryl und Aquarell" findet am Montag, 3. Februar, um 19 Uhr beim Lesekreis "Spielen im Alter" in der Meyenburger Bibliothek statt.

Von Beate Vogel

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