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Prignitz Dorf macht Oper: Haydns Schöpfung in Klein Leppin
Lokales Prignitz Dorf macht Oper: Haydns Schöpfung in Klein Leppin
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13:36 16.06.2019
Wandelnd in der kalten Atmosphäre suchten Kinder ihresgleichen. Quelle: Jens Wegner
Klein Leppin

Gleich drei Opern-Vorstellungen gab es am vergangenen Wochenende in Klein Leppin. Alle drei waren nach kurzer Zeit ausverkauft. Der Verein Festland hatte wieder ins örtliche Festspielhaus zu „Dorf macht Oper” eingeladen. Thema war diesmal das Oratorium „Die Schöpfung” von Joseph Haydn, das in einer szenische Version aufgeführt wurde.

Sinnbildlich war die Schöpfung draußen in einem Gang aus Europaletten aufgebaut. Quelle: Jens Wegner

Die Schöpfung thematisiert die Erschaffung der Welt, wie sie im ersten Kapitel der Genesis erzählt wird. Es folgt den dort genannten Werken Gottes an den Tagen eins bis sechs, führt aber statt des siebten Tags eine Betrachtung der ersten Menschen im Paradies aus.

Drei Solisten als Erzengel

Sinnbildlich war die Schöpfung schon draußen in einem Gang aus Europaletten aufgebaut. Die drei Solisten repräsentieren die Erzengel Gabriel, Uriel und Raphael, die die sechs Tage der Schöpfung erzählen und kommentieren. Die Mitte des Raums war die Bühne. Die Zuschauer saßenu-förmig darum herum. In der ersten Reihe saß der Chor, wenn er denn saß.

Die Engelschar kam mit Bechern in der Hand auf die Bühne. Quelle: Jens Wegner

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde”, sang ein Erzengel, worauf eine Engelschar den Raum betrat, unter ihnen einige Handwerker und schwarz gekleidete Helfer, die die Himmelstreppe durch den Raum schoben. Alle hielten Becher in der Hand, als hätte sie sich einen „Coffee to go” mitgebracht. „So! 4,6 Milliarden Jahre ist das nun her. Jetzt machen wir eine Pause, meine sehr verehrten Damen und Herren”, sagte der moderierende Erzengel und kündigte Produktwerbung an.

Engelschar erstarrt auf der Bühne

Auch einen Witz ließ er dem belustigten Publikum zuteil werden: Treffen sich ein Gärtner und ein Elektriker, die darüber diskutieren, wessen Beruf älter sei. „Unsere Leute haben schon den Garten Eden angelegt”, sagte der Gärtner. Der Elektriker lachte und sagte: „Als Gott sagte, es werde Licht, haben wir die Kabel gelegt”.

Erzengel Uriel wurde aus der Decke von einer Seilwinde heruntergelassen. Quelle: Jens Wegner

In der vermeintlichen Pause erstarrte die Engelschar auf der Bühne. Kinder wandelten zwischen ihnen. Fröstelnd, unbehaglich, sich gegenseitig suchend. Schließlich erschien Erzengel Uriel, der per Seilwinde aus einer Öffnung in der Decke heruntergelassen wurde. Ein Erzengel versuchte, die auf den Boden zurückgelassenen Becher einzusammeln. Schier aussichtslos, denn sein Sack hatte ein Loch.

Weltuntergang im Festspielhaus

Die Engel legten ihre Flügel ab. „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild”, sang der Chor. Die Schöpfung näherte sich seiner Vollendung. Der Gesang der Erzengel, ihre Aussage „Und jedes Ding, dass Gott gemacht hatte war sehr gut”, wandelte sich in eine Frage. Nachdem der letzte Ton des Orchesters verklungen war, der Chor aus dem Off seine letzen Töne leise gesungen hatte, erlosch im Festspielhaus sanft das Licht. Weltuntergang.

Die gefühlt mehrere Minuten lang anhaltende Totenstille wurde vom ersten Applaudierenden gebrochen. Schnell entstand daraus ein tosender, sehr lang anhaltender Beifall. Die Gäste jubelten und pfiffen begeistert. Immer wieder kamen die Akteure herein, verbeugten sich, gingen raus, kamen wieder rein. Der Applaus riss nicht ab. Neben dem Klein Leppiner Opernchor, dem Chor „Cantabile” aus Bad Wilsnack, Mitgliedern des Rundfunk Sinfonieorchesters Berlin und Solisten aus der Prignitz und Berlin spielt wieder zahlreiche Kinder der Region mit.

Von Jens Wegner

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