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Prignitz Ein Silvesterfest ohne Raketen – bald Realität?
Lokales Prignitz Ein Silvesterfest ohne Raketen – bald Realität?
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17:58 27.12.2019
Schön anzusehen und für viele ein Muss – Feuerwerk an Silvester. Wird es bald verboten? Quelle: Stefan Scholz
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Prignitz

Eine Lichtershow statt Feuerwerk zu Silvester – wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, soll das schon bald Realität werden. Die Vereinigung möchte Pyrotechnik aus den Innenstädten verbannen. Das stößt aber nicht nur auf Befürworter. Für viele gehört zum Jahreswechsel das laute und farbenfrohe Knallzeug dazu. In Zeiten von Umweltschutz und Klimawandel ist es für andere ein Dorn im Auge, werden doch in einer Nacht rund 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt.

Umwelthilfe fordert Verbot

Nun fordert die Umweltorganisation: Kommunen sollen künftig auf das Spektakel verzichten oder zentrale und professionell veranstaltete Feuerwerke außerhalb der Stadt anbieten – zum Schutze der Umwelt und Allgemeinheit. Das erste deutliche Signal setzte die Umwelthilfe, als sie 2019 für knapp 100 Städte ein Verbot auf den Weg bringen wollte. Sogar Schwerin stand auf der Liste. Trotz allem: Die Mecklenburger halten an ihrer Tradition fest.

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Keine bekannten Einschränkungen in der Prignitz

Wir haben nachgefragt, wie sich der Trend in der Prignitz verhält. Amtsdirektor Matthias Habermann bestätigt – im Amt Meyenburg und Umgebung bleibt alles wie gehabt. „Hier gibt es keine Verbote.“ Somit kann hier der Silvesterspaß wie gewohnt seinen Lauf nehmen. Am 31. Dezember bis 1. Januar im Zeitraum von 0 Uhr am 31. Dezember bis einschließlich 24 Uhr am 1. Januar darf laut Sprengstoffgesetzt geböllert werden.

Annett aus Pritzwalk sieht die Sache schon kritischer: „Ich kann darauf gerne verzichten“, sagt sie. Viel Geld wie andere gibt sie für den Spaß nicht aus. „Wir kaufen ein paar Raketen und das war es.“ Mit der Forderung der Umwelthilfe hat sie keine Probleme. Aus ihrer Sicht reicht ein großes öffentliches Feuerwerk vollkommen aus. „Ich fände es nicht schlimm, wenn es verboten wird oder die Läden es nicht mehr verkaufen“, so die Pritzwalkerin.

Erste Läden verbannen die Pyrotechnik

Verbote oder gar Läden und Supermärkte, die schon in diesem Jahr auf den Verkauf von Pyrotechnik verzichten, sucht man in der Prignitz derweil vergeblich. Ob Lidl, Edeka oder Aldi – Knallzeug kann wie in den Jahren zuvor pünktlich ab 28. Dezember erworben werden.

Doch nicht überall in Deutschland ist das noch der Fall. Die Baumarktkette Hornbach verzichtet ab 2020 auf Böller und Raketen. Nur noch 2019 können Kunden solche Artikel erwerben. Als Grund wird der Umwelt- und Tierschutz genannt.

Mit dieser Entscheidung ist der Baumarkt nicht alleine: Verschiedene Edeka- und Rewe-Märkte schließen sich an. In Neumünster ist 2019 Schluss mit Feuerwerk, so verkündet die Leitung von Edeka- Meyers. „Unsere tierischen Mitglieder der Familie haben entschieden“, heißt es auf der Facebookseite.

Moini, hier eine kurze Durchsage vom Meyer‘s Team 🎤 🐶🐱Unsere tierischen Mitglieder der Meyer‘s Familie haben...

Gepostet von Meyers am Freitag, 29. November 2019

Keine Knaller, keine Raketen, einfach nichts gibt es. Ein Rewe- Markt in Dortmund folgt der gleichen Idee und vertreibt keine Feuerwerksartikel. Laut Aussage des Geschäftsführer Ulrich Budnik gilt der Tierschutz das ganze Jahr und der Silvesterabend sollte daher keine Ausnahme bilden.

Tiere leiden unter der Knallerei

Gerade Vierbeiner quälen sich am Silvesterabend – wobei die Ängste oft schon mit dem Beginn des Feuerwerksverkaufes starten. Nicht selten wird schon vor der erlaubten Zeitspanne geknallt. Tiere besitzen nicht nur ein feines Gehör, sondern handeln oft unüberlegt und instinktiv. Die Tierschutzorganisation Tasso informiert darüber, worauf Tierbesitzer achten sollten. Allein im vergangenen Jahr sind deutschlandweit 630 Hunde und Katzen ihren Haltern weggelaufen – zum Teil mit tödlichen Folgen.

„Wer das neue Jahr wirklich mit Feuerwerk begrüßen möchte, sollte sich wirklich auf den Jahreswechsel beschränken“, so Tasso-Leiter Philip McCreight. Die Organisation fordert kein Verbot, aber bittet um mehr Rücksicht.

Das Perleberger Tierparkteam bleibt entspannt

Auch Tierheime und auch Tierparks in der Region sind von der Pyrotechnik betroffen. In Perleberg ist die Lage jedoch weitgehend entspannt. Leiter Michael Niesler hat keine großen Ängste: „In den letzten Jahren ist nichts passiert.“ Trotzdem möchte er die Bevölkerung noch einmal darum bitten, im Umfeld der Anlage kein Feuerwerk zu verwenden.

„Wir haben das Glück, dass das Gelände etwas außerhalb liegt“, schildert der Tierparkleiter. Ebenfalls merkt er an, dass jetzt schon viel Rücksicht genommen wird. Für den Fall der Fälle ist ein Notfallplan geschmiedet: „Wir sind erreichbar und sofort zur Stelle, wenn etwas passieren sollte“, so Niesler.

Thema Verbot ist nicht vom Tisch

Silvester kann kommen und in diesem Jahr noch ohne Einschränkungen. Ob sich im nächsten Jahr bereits Veränderungen anbahnen und Supermärkte in der Region auf den Verkauf von Feuerwerksartikeln verzichten, steht in den Sternen.

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