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Prignitz Ein „kreatives Rathaus“
Lokales Prignitz Ein „kreatives Rathaus“
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18:00 29.01.2013
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PERLEBERG

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Kerstin Süske, Katja Martin und Jost Löber von der Kulturkooperative Relais wurden von der Stiftung zu „Neulandgewinnern“ auserkoren, was mit einer Förderung von 50 000 Euro über zwei Jahre verbunden ist.

Auf dem Weg bis zur Übergabe des Fördermittelbescheides am vorigen Donnerstag in Berlin waren einige Hürden zu nehmen. 720 Projektvorschläge gingen bei der Stiftung ein. Nach einer ersten Auswahl erhielten 60 Antragsteller die Gelegenheit, sich bei einem Antrags-Workshop zu präsentieren. In der nächsten Runde stellten sich 40 Projekt-Träger einer Jury, die schließlich 20 Neulandgewinner aussuchte. Um so größer war die Freude von Kerstin Süske, Katja Martin und Jost Löber, als sie nach einem Stück harter Arbeit sich unter den „Auserwählten“ wiederfanden – als einziges Prignitzer Projekt, insgesamt vier waren eingereicht worden.

Kerstin Süske meinte gestern, die Stiftung habe darauf Wert gelegt, dass etwas Neues versucht und gestaltet wird. In Perleberg wird dies mit der Etablierung eines „kreativen Rathauses“ im Haus Großer Markt 15 geschehen, das dem Rathaus direkt gegenüber liegt. Der Verein Relais wird Hauptmieter im Haus.

Die Idee, mit der das denkmalgeschützte Gebäude zu neuem Leben erweckt werden soll, ist gewachsen, berichtete Jost Löber – im Rahmen eines anderen Projektes, von Stadt-Land-Fluss im Januar 2012. Er bezeichnete das Haus als einen Ort, an dem man sich sehr wohl fühle, der aber einer Nutzung bedürfe. Die Künstlergruppe entwarf das Projekt, dort eine Kunstschule einzurichten. Letztlich sei es gelungen, diese Idee auch förderfähig zu auszugestalten.

Vieles ist noch ausbaufähig, für März ist eine Ideenwerkstatt vorgesehen, von der noch manche Anregung erwartet wird. Sicher ist bereits, dass im Erdgeschoss ein Schüler- oder Kulturcafé entsteht. Es soll ein Ort der Kommunikation sein mit Veranstaltungen, Ausstellungen und regionaler Küche. Bis zum Sommer sollen die Räumlichkeiten soweit hergerichtet sein, dass sie genutzt werden können. Die offizielle Eröffnung soll dann im Oktober erfolgen. In der ersten Etage wird der Verein Relais sein Büro einrichten, vor allem entsteht dort jedoch ein Kunstquartier. Betrieben werden bildende und darstellende Kunst sowie eine Video-Werkstatt. Der bildende Künstler Jost Löber will ab September einen Bildhauerkurs anbieten für Schüler, die freie Objekte bauen. Zeichnen und Malen sind jedoch auch möglich. Entscheidend sei das Interesse. Kerstin Süske plant einen Theaterkurs für Kinder ab fünf Jahre. Daneben betreibt sie ein Inszenierungsprojekt „Kinder kriegen – Medeas Schatten“, das Kindstötungen thematisiert. In der Video-Werkstatt können technische Grundlagen vermittelt werden oder auch Kurzfilm entstehen.

Kerstin Süske meinte, gerade in diesem Bereichen der künstlerischen Bildung besteht derzeit kein außerschulisches Angebot für Jugendliche – ganz im Gegensatz zur Musikförderung. Die Kunstschule ist als ein dritter Lernort – neben Schule und Familie – gedacht. Die Initiatoren wollen sich in den nächsten Wochen auch noch so manche Anregung von der Neuruppiner Kunstschule holen. Dozenten der Kurse sollen aber nicht nur Kerstin Süske, Katja Martin und Jost Löber sein.

Als Probelauf ist eine Sommerakademie gedacht. Kinder und Jugendliche setzen auf künstlerische Weise mit der Frage auseinander, wie sie sich ihre Stadt wünschen. Bis dahin müssen Maler und Elektriker das Erdgeschoss noch instandsetzen. Die Ergebnisse der Kunstwoche Mitte Juli werden dann in dem Café ausgestellt. (Von Michael Beeskow)

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