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Prignitz Ein neuer Bahnhof, der aussieht wie der alte
Lokales Prignitz Ein neuer Bahnhof, der aussieht wie der alte
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17:38 25.06.2018
Der Pollo erhält in Mesendorf ein neues Bahnhofsgebäude. Bis Oktober 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
Der Pollo erhält in Mesendorf ein neues Bahnhofsgebäude. Bis Oktober 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Quelle: Bernd Atzenroth
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Mesendorf

„Jetzt geht es endlich los.“ So, wie dies Sven Lieberenz sagt, klingt es wie eine Mischung aus Erleichterung und freudiger Erwartung. Und das ist gut nachvollziehbar: Denn nach fünf langen Jahren Vorbereitungszeit laufen seit Montag die Bauarbeiten am neuen Bahnhofsgebäude für den Pollo in Mesendorf (Stadt Pritzwalk).

Bereits zum Herbstdampf Ende Oktober soll der Bau, der äußerlich wie das ehemalige Bahnhofsgebäude an gleicher Stelle aussehen soll, fertig sein – rechtzeitig zum Abschluss des Jubiläumsjahrs, das der Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg in diesem Jahr begeht. „Das ist ambitioniert“, gesteht der Vereinsvorsitzende Sven Lieberenz, „aber die sagen, die schaffen das.“ Die – das sind die drei Firmen aus der Region, die per bundesweiter Ausschreibung für die Arbeiten gewonnen wurden.

Auf einer Tafel, die Sven Lieberenz hier erklärt, gibt es Informationen über das Vorhaben in Mesendorf. Quelle: Bernd Atzenroth

Da ist zum ein en die Firma Geyer Bau aus Blumenthal, deren Mitarbeiter im Moment damit beschäftigt sind, die Fundamente zu legen, auf die dann ab kommender Woche der Rohbau gesetzt werden soll. Zum zweiten ist da die Firma Altenburg aus Pritzwalk, die sich um den Bereich Sanitär und Heizung kümmern wird. Und zum dritten ist die Firma Elmont aus Laaslich für die Stromanschlüsse zuständig.

Um all das zu ermöglichen, wurden dem Verein vor einem Jahr eine 75-Prozent-Förderung nach dem Stadt-Umland-Wettbewerb zugesprochen. Den Eigenanteil bringt der Verein über Spenden und selbst erwirtschaftete Mittel auf. Die Stadt Pritzwalk und die Gemeinde Groß Pankow unterstützten den Verein bei allen Anträgen.

Sven Lieberenz arbeitet am Packwagen, der ebenfalls bis Ende Oktober fertig sein soll. Quelle: Bernd Atzenroth

Auf einem Aufsteller ist zu sehen, wie das Bahnhofsgebäude dereinst aussah. „Es ist ein ähnlicher Bau wie in Brünkendorf“, erklärt Lieberenz. Dort war der Bahnhof schon 2003 rekonstruiert worden. Er wird heute für viele Anlässe genutzt. Auch in Bullendorf, Kuhsdorf und Klenzenhof muss es ähnliche Bahnhöfe gegeben haben.

Einen Unterschied aber weist Mesendorf auf: Es war das einzige rot gemauerte Gebäude. Der Neubau soll diese Außenfassade wieder erhalten. Dafür werden 8000 rote Klinker von einem Kuhstall aus Mesendorf verwendet. Nach der Stilllegung der Strecke 1969 war das alte Gebäude abgerissen worden – die alten Ziegelsteine, die wohl aus der Mesendorfer Ziegelei stammten, sind wahrscheinlich wiederverwendet worden.

Nach 25 Jahren endlich warmes Wasser und Toiletten

Wie das alte Bahnhofsgebäude soll auch das neue wieder 9,50 Meter lang und 3,55 Meter breit werden. Zusätzlich erhält es aber noch ein kleines Nebengebäude gleicher Bauart, das 4,50 Meter lang ist und die provisorische Toilettensituation am Mesendorfer Haltepunkt beseitigen soll. „Nach 25 Jahren gibt es dann endlich warmes Wasser aus der Wand und Toiletten“, freut sich Lieberenz, der dies angesichts wachsender Besucherzahlen auch für dringend notwendig hält.

Der alte Bahnhofscontainer aus Mesendorf, der bislang das Provisorium seit 2003 ausmachte wird an den anderen Endpunkt nach Lindenberg umgesetzt und soll dort künftig als Fahrkartenausgabe dienen.

Der alte Bahnhofscontainer wird nach Lindenberg umgesetzt. Quelle: Bernd Atzenroth

Und noch eine gute Nachricht: Bis Herbst soll auch der Packwagen mit der Nummer 976101 fertig sein. Sven Lieberenz legte am Montag selbst Hand an, damit dies gelingen. kann. Der 130 000 Euro teure Wagen wird barrierefrei sein – der Verein hat sage und schreibe 36 000 Euro innerhalb eines guten Jahres dafür gesammelt.

Ab Anfang Juli ist übrigens für den Rest des Jahres an allen Fahrtagen Dampfbetrieb angesagt. Dafür ist dann wieder die alte Dampflok von der Insel Rügen in der Prignitz.

Von Bernd Atzenroth