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Prignitz Ein Prosit auf die Deutsche Einheit
Lokales Prignitz Ein Prosit auf die Deutsche Einheit
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00:20 06.10.2018
Gern erinnert sich auch der Wittenberger Musiker Werner Konert an die Grenzöffnung vor 29 Jahren. Quelle: Kerstin Beck
Lütkenwisch

Ein bisschen steht die Einheitsfeier auf der Lütkenwischer Elbseite immer auf der Kippe – denn es regnet scheinbar immer. Doch muss nur der Fackelzug zur Fährstelle abgebrochen werden. An der Feierstelle selbst sind schon etliche Schnackenburger eingetroffen, die es sich bei Bier, Schnäpschen und Bratwurst in einem Festzelt gemütlich gemacht haben.

In der Feuerstelle brennen riesige Eichenkloben, dazu jede Menge Bretter trotz Regens lichterloh und erzeugen genug Hitze.

Von der angenehmen Temperatur profitieren jetzt auch die Löcknitztaler Musikanten, die in einem Extra-Zelt untergebracht sind. Mit dabei ist auch Werner Konert aus Wittenberge, der hier als Schlagzeuger agiert.

Erinnerungen an den Mauerfall

Der 77-jährige pensionierte Lehrer, den die Musik so jung erhält, dass er noch als 60-jähriger durchgeht, erinnert sich an die Grenzöffnung: „Ich sah im Westfernsehen gerade ein Europa-Pokalspiel, da kam die Meldung durch, dass Schabowski die Grenze aufgemacht hätte. Ich ging sofort zu meiner Frau, die im Bett lag, um es ihr zu erzählen. Sie sagte nur: „Du spinnst!“, und ich glaubte selbst nicht richtig dran.“

„Als wir hier das erste Mal spielten, gingen wir um 23 Uhr auf die Fähre“, erzählt Konert. Dort hatte der Fährmann schon eine Menge kleiner Schnaps-Fläschchen an Bord hingestellt. Um Mitternacht stießen dann alle auf die Deutsche Einheit an. „Das empfand ich als eine sehr schöne Geste“, so der Wittenberger.

Dankbarkeit für die friedliche Revolution

Gegen 18.30 Uhr geht die Feier los – „nachdem ich die Musiker davon überzeugt habe, dass sie bleiben sollen“, so Bürgermeister Borchert. „Wenn die Blasmusik erklingt“ ist zu hören, und danach ist Hans Borchert zu sehen, wie er in einem regelrecht feierlichen Akt die Deutschlandfahne am Musikzelt befestigt.

„Hier, an historischer Stelle, wo sich einst zwei Weltlager gegenüberstanden, können wir friedlich und unbeschwert die Elbe passieren. Dank der friedlichen Revolution von 1989 ist das hier wieder möglich. Eine Selbstverständlichkeit war es nicht, denn weltweit werden immer noch Kriege geführt und neue Grenzen gezogen“, so das Gemeindeoberhaupt.

Danach erklingt das Deutschlandlied. Einstige und neue Lütkenwischer, einstige DDR-Flüchtlinge aus Lenzen, wie auch etliche Lanzer, Lenzener – eingeborene und zugezogene – und Schnackenburger singen gemeinsam.

Zwei Schnackenburger haben sich besonders nahe ans Feuer gewagt. Auf die Frage, was ihnen dieser Tag so bedeute, antwortet der in Schnackenburg ansässige Ulrich Bethge, der schon seit „Anbeginn“ hier herüberkommt: Ich denke daran, dass seit der Grenzöffnung nun schon fast 30 Jahre vergangen sind!“

Von Kerstin Beck

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