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Prignitz Erhebliche Schäden nach Tornado in Barenthin
Lokales Prignitz Erhebliche Schäden nach Tornado in Barenthin
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17:22 13.11.2017
So gewaltig war der Tornado: Ortsvorsteher Jörg Abraham steht vor den Resten des alten Lokschuppens der Kleinbahn „Pollo“. Quelle: André Reichel
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Barenthin

Es war dunkel, als ein Tornado über das Gumtower Dorf Barenthin hinwegfegte. Welchen verheerenden Schaden er hinterließ, zeigte sich erst am Folgetag: Die Windhose vom späten Freitagabend hinterließ eine unübersehbare Schneise der Verwüstung. Abgedeckte Dächer, abgeknickte und entwurzelte Bäume waren das Ergebnis dieses Wetterphänomens. Einige Gebäude wurden völlig zerstört.

Eine Windhose, sprich ein Tornado, wütete im Gumtower Dorf Barenthin in der Prignitz. Dass keine Menschen verletzt wurden, grenzt an ein Wunder.

Barenthins Ortsvorsteher Jörg Abraham ist angesichts des Schadensausmaßes froh, dass niemand verletzt wurde. „Trümmer des alten Pollo-Kleinbahnschuppens hatten sich bergeweise auf der Dorfstraße verteilt und mussten schnellstens beseitig werden“, berichtet Abraham, der als Feuerwehrmitglied bei dem Einsatz dabei war. Es gibt Augenzeugen, die mitbekamen, wie ein altes Gebäude und eine Scheune einstürzten. Teile dieser Dächer flogen mitunter mehrere Hundert Meter weit.

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Frau rettete sich in letzter Sekunde in eine Bushaltestelle

Gerlinde Reiche aus Barenthin war gerade mit ihrem Hund unterwegs, als die Windhose über das Dorf hereinbrach. Im allerletzten Moment habe sie sich in eine massiv gemauerte Bushaltestelle retten können, die sich nur 30 Meter neben dem zerstörten Kleinbahnschuppen befindet. „Sekunden später brach die Hölle los. Es hörte sich an, als ob ein Düsenjäger über mich hinwegfliegt, und schon flogen Bäume und viele Trümmerteile umher“, berichtete Gerlinde Reiche.

Dröhnen so laut wie ein landender Hubschrauber

Auch laut Familie Steinke soll ein lautes Dröhnen zu hören gewesen sein. Sie berichten von „heftigem Wind“. Nach wenigen Minuten sei alles vorbei gewesen. Eine andere Barenthinerin erzählte der MAZ, dass es sich angehört hätte, als würde ein Hubschrauber landen.

„Wir hatten riesiges Glück, dass das alles nicht über den Wohnhäusern passierte, sondern diese, wenn auch knapp, verschont blieben“, so Steinkes.

Von Sandra Bels und André Reichel

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