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Prignitz Erika Stolz füttert "ihren" Storch
Lokales Prignitz Erika Stolz füttert "ihren" Storch
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18:24 27.02.2015
Erika Stolz auf der Koppel, auf der sie "ihren" Storch füttert. Quelle: Ulrich Fischer
Lockstädt

Großer Jubel schon am vorigen Sonnabend im Putlitzer Ortsteil Lockstädt: „Storchi“ ist wieder da. Doch ist es wirklich der Weißstorchmann, der schon seit mindestens zehn Jahren mit seiner Partnerin auf dem maroden Schornstein der ehemaligen Molkerei in Lockstädt nistet?

Erika Stolz, die etwa 200 Meter entfernt vom Nest am Ortsrand wohnt, macht die Probe aufs Exempel. Schnell taut sie in der Mikrowelle ein Stück Rindfleisch auf. Die 75-Jährige schneidet es in daumengroße Stücke, legt diese in eine stabile Metallschüssel und geht damit zu ihrer Pferdekoppel auf der anderen Straßenseite.

In Sicht- und Hörweite Adebars ruft sie „Storchi, Storchi!“. Gleich reagiert der schwarzweiß gefiederte Gast auf dem Schornstein nicht. Nach einer Weile und abermaligem Rufen dreht er schon mal den Kopf in Richtung der Seniorin. Plötzlich schlagen die Flügel, erhebt sich das Tier in die Lüfte und segelt auf die Koppel. Der Storch schreitet auf Erika Stolz zu und bleibt erst in fünf Metern Entfernung stehen. „Drei bis fünf Meter sind sein üblicher Sicherheitsabstand zu Menschen“, sagt Erika Stolz. Sie stellt den Fleischtopf ab und zieht sich ein paar Meter zurück. Bedachtsam um sich schauend, nähert sich das Langbein dem Schmaus. Schließlich schlingt der Vogel diesen brockenweise schnell hinunter. Erika Stolz ist glücklich: „Es ist ohne Zweifel unser ’Storchi’.“

Storchi ist am Sonnabend in Lockstädt gelandet. Quelle: Ulrich Fischer

Seinen Namen bekam der Lockstädter Adebar Ende Februar 2013. Der Storchenmann kam wie jedes Jahr etwa vier Wochen vor seiner Partnerin an. Wie Erika Stolz berichtet, herrschte ein strenger Winter mit starkem Frost und Schnee. Der Vogel fand kein Futter und war fast am Verhungern. Erika Stolz wollte ihn retten. Ein Bekannter meinte, Störche äßen gern Rumpsteak. Da besorgte sich die Lockstädterin vom Schlachter Rindfleischreste. Zunächst platzierte sie das Mahl auf Platzdeckchen unterhalb des Nestes. Der Storch nahm die Einladung an. Immer weiter in Richtung des Hauses von Erika Stolz wurde die Tafel verlegt, bis letztlich an der Scheune neben der Pferdekoppel der Stammfressplatz eingerichtet war. „Storchi“ wurde morgens und abends zum Essen gerufen. Schließlich startete er schon von seinem Schornstein, wenn er nur das Klappern des Gartentores von Erika Stolz vernahm. Etwa sechs Kilo Rindfleisch verfütterte die Tierliebhaberin im Februar/März 2013, bis der Storch nach Wetterbesserung selbst genug Nahrung fand.

Voriges Jahr kam „Storchi“ ebenfalls im Februar an, doch da gab es nur ein paar Begrüßungsmenüs von Erika Stolz. Adebar konnte schon genug Kleingetier auf Wiesen und Feldern finden, um seinen Hunger zu stillen.

So wie bei der milden Witterung in der vergangenen Woche. Nach dem Festmahl am Ankunftstag servierte die „Storchenmutti“ noch ein paar Portiönchen zum Abgewöhnen.

Nur, weil das Tier so zahm ist, kam der Autor dieser Zeilen mit leisen „Storchi“-Rufen auf der Koppel nahe genug an den Schreitvogel heran, um bei dessen Abflug zum Nest nebenstehendes Foto zu machen.

Von Ulrich Fischer

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