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Prignitz Rarität: Film zur 1000-Jahr-Feier beim Stadtfest gezeigt
Lokales Prignitz Rarität: Film zur 1000-Jahr-Feier beim Stadtfest gezeigt
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13:44 29.07.2019
Im Film, den Georg Grüneberg zeigte, war auch die Lenzener Burg zu sehen. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

„Wir sind heute geflohen, weil bei uns in Bad Bevensen ein Stadtfest stattfindet“, war am Samstag von zwei Damen aus Niedersachsen zu erfahren, die die Lenzener Filzschauwerkstatt besuchten. Dort präsentierten vier Filzerinnen die neuesten Kreationen: Engel vom Elbestrand, gefertigt aus Schwemmholz aus der Elbtalaue, und neben vielen farbenfrohen Blüten war auch schon der erste Filzstern zu bewundern. „Bis Weihnachten ist es eben nicht mehr lange“, erklärte Ingrid Fastnacht dazu.

Die beiden Besucherinnen staunten dann aber nicht schlecht: „Hier ist ja auch gerade ein Stadtfest in Gange!“

Fröhlich zeigten Siegrid Heidenreich, Ingrid Fastnacht, Hannelore Förster und Petra Jesse (v.l.)  die neuesten Kreationen: Grüße vom Elbestrand in Holz und Filz. Quelle: Kerstin Beck

Und neben den angekündigten Aktionen wie einer Bustour in die Lenzer Wische mit einem original erhaltenen – und damit nicht klimatisierten – „Oldie“ gab es noch viel, viel mehr: erstens eine offene und angenehm kühle Sankt Katharinenkirche und ab 18 Uhr ein Orgelkonzert, sowie das offene Ackerbürgerhaus Wiese in der Seetorstraße mit Führungen und Lesungen und am Abend Musik und Tanz.

Die Kindergarde des LCC tritt auf

Am Sonntag wurden die Besucher mit Blasmusik, Auftritten vom Opernarien trällernden „Fischi“, der Kindergarde des LCC sowie des Lanz-Lenzener Frauenchores bedacht. Nach Schlagern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ bis hin zum bekanntesten niederdeutschen Liedes „Dat du min Leevsten büst“ gab es von Sängerin Erika Otto noch eine wichtige Information: „Wir werden in diesem Jahr 50 Jahre alt und freuen uns, Sie alle am 7. September im Schützenhaus begrüßen zu können.“

Und eine ganz besondere Freude gab es für die Gäste überhaupt am Samstagnachmittag. Angesagt war das Abspielen von diversen Filmen über Lenzen wie etwa der verschiedenen „Adventstürchen“, als aus Anlass sanierter Altstadt-Häuser diese öffentlich besichtigt werden konnten.

Ein reges Treiben herrschte zum Stadtfest auf der Hauptwache. Quelle: Kerstin Beck

Doch als erstes gab es eine zehnminütige Rarität zu sehen: den berühmten Film zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Lenzen. Vor etwa 50 Jahren vom verdienten Lenzener Museumsleiter Artur Grüneberg in Babelsberg entdeckt und für die Nachwelt gerettet, musste der im Heimatmuseum archivierte Film jährlich einmal im Lenzener Kino abgespielt werden, um ein Festkleben des Zelluloids zu verhindern. „Da durfte aber keiner dabei sein, denn darauf war ja die Lenzener Fähre zu sehen, die auf die andere Elbseite fuhr“, erinnerte sich Heinz Stevin, der ehemalige Kino-Filmvorführer.

„Ich habe recherchiert, ob es noch jemanden gibt, der die 1000-Jahr-Feier miterlebt hat, aber es gibt niemanden mehr“, eröffnete Georg Grüneberg, der Sohn des oben Genannten, die Schau des Stummfilmes und sparte auch nicht mit Kritik an den heutigen Gegebenheiten: „Sie sehen jetzt den Burggarten, aber ein Barockgarten ist ein Barockgarten, und wenn man heute dort hineingeht, ist man entsetzt!“ Gleich mehrfachen Applaus war dann vom Publikum zu hören.

Und einen Lenzener gab es dann, der mit besonderer Freude diesen Film sah, und der wohl vielleicht bei besagtem Jubiläum mit dabei gewesen war: Fritz-Georg Düwerth. „Es kann schon sein, dass unsere Mädchen, die bei uns in Stellung waren, mich im Kinderwagen mitgenommen haben, aber erinnern daran kann ich mich nicht.“ Schließlich war der 89-Jährige wenige Wochen vor der großen Jubelfeier geboren worden.

Gegen Ende des Films präsentiert sich der damalige Magistrat

Und nicht nur das. „Um diesen Film zu sehen, ist sogar mein Bruder aus Hamburg angereist – und so haben wir beide unseren Vater noch einmal lebendig sehen können. Das ist der Mann auf der linken Seite, der so freundlich seinen Hut schwenkt.“ Denn gegen Ende des Filmes präsentierte sich der damalige Lenzener Magistrat dem Publikum. Der Sägewerksbesitzer Fritz Düwerth war aber nur bis 1933 Mitglied im Lenzener Magistrat. „Denn mit dem, was dann kam, wollte er auf keinen Fall etwas zu tun haben!“

Inzwischen ist von dem Sägewerk – wie von etlichem anderen im Film Gezeigten – keine Spur mehr vorhanden. Aber für alle, die den 1928 gefertigten Film verpasst haben: Die nächste Gelegenheit, dieses einmalige Dokument zur Lenzener Stadtgeschichte zu sehen, kommt bestimmt.

Von Kerstin Beck

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