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Prignitz Flugmodelle am Himmel über der Prignitz
Lokales Prignitz Flugmodelle am Himmel über der Prignitz
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20:43 29.07.2017
Das gelb-rote Flugzeug des Typs „Let Z-37“Cmelák“ zog einst am Himmel über der Prignitz seine Bahnen. Bis zu 70 mal pro Schicht hob das Original ab. Quelle: Andreas König
Pritzwalk

Das gelb-rote Motorflugzeug ist so detailgenau gebaut, dass man es in Gedanken jeden Moment losfliegen sieht. Der Schein trügt nicht. Die „Let Z-37“Cmelák (Hummel) wäre wirklich in der Lage, abzuheben und zu fliegen. Ein kleiner Verbrennungsmotor im Inneren des Modells macht das möglich. Natürlich ist es nicht statthaft in einem Museum Flugzeuge fliegen zu lassen, aber dieses Exponat zeigt, welche Akribie und Kunstfertigkeit die Pritzwalker Modellflugzeugbauer an den Tag legen.

Himmel über Pritzwalk war einst voller Flugzeuge

Das Modell stammt aus der Werkstatt von Godert Wuttke. Der Gymnasiallehrer hat viele Flugzeugmodelle gebaut. Er gehört zu den technischen Experten, von denen die Mitarbeiter des Museums um Leiter Lars Schladitz bei der Konzeption der neuen Ausstellung beraten wurden. „Der Himmel über der Prignitz“, wie der Name der Schau lautet, war dereinst wirklich viel beflogen. Bereits 1932 wurde die erste Luftsportgruppe in Pritzwalk gegründet. Nach der Machtübernahme durch die Nazis rückte der militärische Aspekt der Luftfahrt in den Mittelpunkt. Erst 1958 begann die Tradition des Segelflugs wieder aufzuleben. Die Ausstellung zeigt Originaldokumente aus jener Zeit, etwa Pläne für den Selbstbau von Segelflugzeugen.

Das „Admyral“-Modell kann fliegen und Dünger ausbringen

Später wurden Motorflugzeuge wie die eingangs erwähnte Hummel in der Landwirtschaft eingesetzt. Zu den Piloten gehörte auch Manfred Prang. Er ist wie auch Horst Sablotny einer der Experten, die mit ihrem Wissen die Ausstellung ermöglicht haben. Zu sehen gibt es viel. Aus der Werkstatt Godert Wuttke beispielsweise ein Agrarflugzeug des Typs „Admyral“. Auch diese Maschine ist flugfähig und wäre laut Museumsleiter Lars Schladitz sogar fähig, Düngemittel auszubringen.

Heinrichsfelde profitierte vom Flugverbot für Pritzwalk

Doch auch im Modellflugsport und seiner ursprünglichen Ausführung, dem Freiflug (ohne Fernsteuerung), gibt es in Pritzwalk eine lange Tradition. „Der Pritzwalker Hans-Joachim Benthin, selbst Segelflieger, etablierte ihn und prägte den Modellflug in der Region. Zahlreiche nationale und internationale Erfolge errangen er und seine Schützlinge mit ihren Modellen. Die Ausstellung zeigt dazu original Exponate, die teilweise noch die Wettkampfmarken jener Zeit tragen. Der Standort Heinrichsfelde bei Kyritz verdankt seinen Aufstieg zum Flugplatz übrigens auch der Tatsache, dass ab 1958 der Segelflug auf dem angestammten Gelände am Sommersberg bei Pritzwalk aus Gründen der militärischen Sicherheit nicht mehr genehmigt wurde. Ein geheimer Standort der Nationalen Volksarmee in Steffenshagen war den „zuständigen Sicherheitsorganen“ zu nahe, als dass er möglicherweise hätte überflogen werden können.

Leichte Tragflächen und Bilder ausbesonderer Vogelperspektive

Doch auch das Segelfliegen wird im Stadt- und Brauereimuseum thematisiert. Zu sehen ist eine selbst gebaute Originaltragfläche aus Holz, die mit Leinwand bespannt ist. Das riesige Bauteil ist allerdings so leicht, dass es von zwei Erwachsenen problemlos getragen werden kann, wie Lars Schladitz erklärt. Ergänzt wird die informative Schau von beeindruckenden Aufnahmen aus der Luft. Angefertigt hat sie die Berliner Fliegerin und Fotografin Sophie Keller, die auch auf dem Sommersberg unterrichtet. Zu sehen sind Motive von der Elblandschaft zwischen Rühstädt und Lenzen, Kornkreise in Getreidefeldern oder Aufnahmen vom Storchenzug aus einer Art begleitenden Vogelperspektive.

Ausstellung hat den Nerv des Publikums getroffen

„Mit dieser Ausstellung haben wir offensichtlich den Nerv des Publikums getroffen“, sagt Lars Schladitz. bereits in der ersten Woche hätten sich viele interessierte Besucher im Museum eingefunden. „Erfreulicherweise sind auch viele junge Leute darunter“, berichtet der Museumsleiter. Die Ausstellung „Der Himmel über der Prignitz“ ist noch bis zum 24. September im Stadt- und Brauereimuseum Pritzwalk zu sehen.

Von Andreas König

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