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Prignitz DJ Fred Schulze hat Musik im Blut
Lokales Prignitz DJ Fred Schulze hat Musik im Blut
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11:18 23.11.2018
Fred Schulze aus Lindenberg legt schon seit seiner Jugend Musik auf.
Fred Schulze aus Lindenberg legt schon seit seiner Jugend Musik auf. Quelle: Foto/Repro: André Reichel
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Lindenberg

Am Samstag, 24. November will DJ Fred Schulze nachmittags im Kyritzer Kulturhaus beim Tanztee die Lieblingsmusik der Gäste spielen und dort somit wohl wieder für volle Tanzflächen sorgen. Vor zwei Jahren zog der DJ aus Lindenberg mit dem Tanztee in Kyritz erstmals tanzfreudige Paare in den Bann. Vier Veranstaltungen in der kalten Jahreshälfte fanden damals statt und rasch hatte die Veranstaltung im Kyritzer Kulturhaus eine stetig wachsende Fangemeinde.

Vorrangig Menschen jenseits der 60 scheinen sich von diesem Veranstaltungsformat angesprochen zu fühlen, denn auch bei weiteren Tanztee-Nachmittagen, wie unlängst im September wieder, schwangen im Kyritzer Kulturhaus nur Senioren das Tanzbein, wie Fred Schulze berichtet. „Es ist eine Generationenfrage, denn jüngere Leute kann man damit anscheinend nicht begeistern“, stellt der 53-Jährige fest. Was in Kyritz vor zwei Jahren anlief, ist in Pritzwalk schon viel länger etabliert. Der erste Tanztee fand dort im Jahr 2004 statt und hat seither treue Fans, die selbst den Weg aus Wittenberge nicht scheuen.

Fred Schulze aus Lindenberg am DJ-Pult im Jahr 1986. Quelle: privat

Seine Musik hat Fred Schulze längst auf einer Festplatte gespeichert. Auf mindestens 36 000 Titel unterschiedlicher Stilrichtungen kann er so auf Anhieb zugreifen – alle bezahlt, wie der DJ versichert. So muss er nicht mehr wie früher kistenweise Musikkassetten oder andere längst aus der Mode gekommenen Tonträger von Saal zu Saal schleppen. Genau so hat es Fred Schulze auch noch erlebt, denn seit fast 40 Jahren legt er Musik auf.

„Schon als Kind war ich von Musik regelrecht besessen“, erzählt Fred Schulze. Anfangs saß er lediglich vor dem Radio und hörte sich mit wachsender Begeisterung die Musik an. Vom Jugendweihegeld kaufte sich Fred Schulze ein Tonbandgerät, mit dem er fortan einen Titel nach dem anderen aufnahm. Um damals in der DDR öffentlich als DJ Musik abspielen zu dürfen, musste Fred Schulze zunächst einen Lehrgang absolvieren und eine Prüfung ablegen. Weil er noch Schüler war, mussten ihn dafür seine Eltern mit dem Auto zum Schulungsort fahren.

Schon zu DDR-Zeiten legte er als DJ auf – mit Platten und Tonbändern

„Dann aber durfte ich mich staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter nennen“, berichtet Fred Schulze. Das war Anfang der 1980-er Jahre. An vielen Wochenenden spielte er in Lindenberg und einigen Nachbardörfern in den dortigen Kneipensälen die Musik. Eben jene schon genannten Kisten voller Tonbänder, aber auch Schallplatten kamen dabei zum Einsatz. Nur zu 40 Prozent durfte damals die Musik, die er spielte, aus dem westlichen Ausland stammen, so die Vorgabe. Doch daran hat sich Fred Schulze nur ungern gehalten, wofür er auch so manches Mal Ärger bekam.

Musik machte der Lindenberger auch, als er 1984 für drei Jahre zur Armee musste. An seinem Hobby hielt der studierte Agraringenieur nach der Armeezeit weiter fest. 1991 war dann aber erst einmal Schluss. Erst 1999 legte Fred Schulze wieder auf, weil Freunde ihn darum baten. Seit 2005 ist der 53-jährige selbstständig, kümmert sich um die Computer-Software von Landwirtschaftsbetrieben und arbeitet als DJ, am liebsten bei Festen und Feiern in kleinerem Rahmen und natürlich den Tanztee-Nachmittagen.

Von André Reichel

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