Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Gartentraum hinter der Tannenhecke
Lokales Prignitz Gartentraum hinter der Tannenhecke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:24 04.03.2018
Jörg und Petra Schneider sitzen mit ihren Kindern und Enkeln gern unter dem großen Tulpenbaum, der wie ein riesiger Sonnenschirm Schatten spendet. Quelle: Sandra Bels
Anzeige
Brüsenhagen

Jörg Schneider war schon als Kind ein Gartenfan. Seine Eltern hatten eine Landwirtschaft und er half gern mit bei der Arbeit. Sein Interesse galt dann aber doch eher den „schönen Pflanzen“, wie der Brüsenhagener erzählt. Davon hat er heute unzählige auf seinem Grundstück. Sie wachsen auf etwa 3200 Quadratmetern.

Schneider hegt und pflegt sie zusammen mit seiner Frau Petra. Die beiden leben in einer grünen Oase. Von außen ist nicht zu sehen, nicht einmal zu erahnen, was sich hinter der hohen Hecke verbirgt. Grün in allen Variationen. Dazwischen bunte Farbtupfer in Form von Stauden, Rosenbäumen und -büschen, aber auch Blumen. „Pflanzen fürs Auge“, wie Schneider sagt. Sie blühen vom Frühjahr bis zum Herbst. Die Pflanzen in den Kübeln hat der Brüsenhagener fast alle selbst aus Stecklingen gezogen. Der Oleander ist zum Beispiel 38 Jahre alt. Zu den Raritäten gehört ohne Zweifel der Tulpenbaum. Er ist fast 30 Jahre alt und in Schneiders Garten ein riesiger Sonnenschirm. Auch die Schirmtanne ist mehr als 20 Jahre alt.

Anzeige
Blick über den Gartenteich: Das Wasser zum Gießen wird darin gesammelt. In der großen Tannenhecke im Hintergrund befindet sich ein Rundweg. Quelle: Sandra Bels

Jörg Schneider hatte in den 1970er Jahren eine Lehre zum Gärtner für Obstbau absolviert. Das war auch seine einzige gärtnerische Vorbildung. „Alles andere sind Erfahrungen“, sagt er. Er hat sie in den vergangenen fast vier Jahrzehnten gesammelt. 1979 bezog er das Grundstück von den Großeltern. Sie waren damals auf Hilfe angewiesen. Nach der Hochzeit begannen er und seine Frau zunächst das Haus zu sanieren und parallel dazu das Grundstück zu gestalten.

Zu DDR-Zeiten war der Garten ein Nutzgarten, wurde mit Gemüse und Obst bestellt. Das wiederum damals ein bisschen Geld einbrachte. „Wir hatten 120 Büsche Schwarze Johannisbeeren und 1000 Quadratmeter Spargelacker“, erinnert sich Schneider. Der vorhandene Sandboden war für Beerenobst und Spargel ideal. Außerdem gab es eine 100 Tiere zählende Hühnerschar.

Die Schrotmühle von den Eltern ist nur ein Blickfang im Garten. Quelle: Sandra Bels

Damals konnte man noch in den Garten hineinschauen. 1980 pflanzten Schneiders die Hecke, die heute mehr als mannshoch gewachsen ist. Ab 1990 wurde aus dem Nutzgarten Stück für Stück das heutige Kleinod. Das Spargelfeld hätte neu angelegt werden müssen. Man kann die weißen Stangen nur etwa zwölf Jahre von einer Stelle ernten. So wurde Platz für Neues frei. Schneiders legten einen Obstgarten an und einen Gemüsegarten. Beides gibt es heute noch. „Das gehört schließlich zum Landleben dazu“, sagt Schneider. Kartoffeln, Bohnen, Zwiebeln, Kohlrabi und Erdbeeren sowie Kräuter brauchen Schneiders nicht im Supermarkt zu kaufen. Das Beerenobst wird teilweise gleich gegessen, aber auch konserviert und entsaftet. „Wir können jedes Jahr bis Ende Mai unsere eigenen Äpfel essen“, erzählt der Brüsenhagener. Sie werden einfach kühl gelagert.

Kühl ist es auch im großen Teich. Darin fängt der Gartenfan das Regenwasser von den Dächern auf. Es wird unter anderem zum Gießen benötigt. Ganz neu entstanden sind das Sukkulentenbeet und der Rosengarten hinter der Scheune. „Strauchrosen, Beetrosen und Kletterrosen ergeben eine bunte Mischung“, so Schneider. Die alte Schrotmühle von den Eltern steht als Blickfang im Garten. Vor zwei Jahren bauten Schneiders einen Kaltwintergarten und natürlich gibt es auch einen beheizten Wintergarten für die exotischen Pflanzen. Das ganze Grundstück ist ihr Lebenswerk.

Das Kleinod am Tag der offenen Gärten präsentiert

„Die große Vielfalt auf den 3200 Quadratmetern bringt unsere Gäste zum Staunen“, sagt Jörg Schneider. Er und seine Frau zeigen ihr Kleinod am Tag der offenen Gärten. Und das Ehepaar ist stets überwältigt vom Zulauf an diesem Tag. Mehrere hundert Gäste, nicht nur aus dem Ort, sondern von nah und fern kommen über den Tag verteilt zum Staunen, Schauen und Tipps abholen. „Die Besucher sind immer sehr diszipliniert“, lobt Schneider. Oftmals ist es gar nicht zu merken, dass so viele Leute da sind, weil sie sich in den zehn Sitzecken im Garten gut verteilen. „50 Plätze können wir so anbieten“, so Schneider.

Die Gäste nehmen seine Beratung gern an und gern auch ein paar Pflanzen mit. „Ohne die vielen Helfer, zu denen Familie, aber auch Freunde und Bekannte gehören, könnten wir den Tag jedoch gar nicht stemmen“, sagen Schneiders und sagen herzlich danke.

Von Sandra Bels

10.07.2017
10.07.2017