Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Das Trümmerfeld vor Augen
Lokales Prignitz Das Trümmerfeld vor Augen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:43 19.04.2015
Bürgermeister Wolfgang Brockmann (r.) bei seiner Gedenkrede. Quelle: Christamaria Ruch
Pritzwalk

"Am 15. April 1945 gab es gegen Mitternacht wieder Alarm. Dann erlebten wir eine Explosion von ungeheurer Wucht. Als wir auf der Straße waren, konnten wir vom 400 Meter entfernten Bahnhofsgebäude Detonationen hören und Feuerschweife und Schrappnells sehen. Uns war schnell klar, dass ein Munitionszug in Brand geschossen worden war."

Wolfgang Simon von der Gesellschaft für Heimatgeschichte schilderte Pritzwalk im April 1945 als "einen sicheren Rückzugsort für Flüchtlinge und Zivilisten". Neben 7100 Einwohnern prägten 3000 Flüchtlinge und mehrere hundert Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene das Stadtbild. Die Dömnitzstadt lag zugleich in einer Einflugschneise "für Bomberpulks nach Berlin", so Simon.

Ironie des Schicksals: Einen Tag vor der Explosion am Bahnhof waren die Brandschützer der Pritzwalker Feuerwehr nach Berlin abkommandiert worden. Somit konnten nur noch die Mitglieder der umliegenden Dorfwehren vor Ort helfen. Trotz des Infernos rief der damalige Bürgermeister die Einwohner auf, "die Trümmer am Bahnhof zu verfüllen und die Stadt vor der Roten Armee zu verteidigen".

Im ehemaligen Gepäckraum des Bahnhofs lief nun in Auszügen der Ufa-Film "Es fing so harmlos an". Dieser banale Unterhaltungsfilm lockte am 15. April 1945 viele Zuschauer in das Kino gegenüber des Pritzwalker Bahnhofs. Mitten in einer Frühstücksszene endete damals nicht nur die Filmschau. Viele der 350 Zuschauer verloren wegen der Explosion ihr Leben. Mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein am Platz des Friedens endete am Sonnabend die Gedenkstunde.

Von Christamaria Ruch

Prignitz Schrepkower Landwirt Dietrich Meißner erinnert sich an die DDR-Zwangskollektivierung - Eintreten oder abhauen

Dass sein Vater sich einst dem Zwangseintritt in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) beugte, hatte für Dietrich Meißner später schwerwiegende Folgen. Er kam dafür später sogar ins Gefängnis. Noch heute bewirtschaftet der 76-Jährige bei Schrepkow (Prignitz) 185 Hektar eigenen Acker.

22.04.2015
Prignitz Sternfahrt nach Perleberg - Das große Anradeln in der Prignitz

400 Radler aus 15 Orten: Mit der großen Sternfahrt nach Perleberg wurde am Sonnabend die diesjährige Radfahrsaison in der Prignitz eröffnet. „Ich bin überwältigt, dass heute so viele Radbegeisterte gekommen sind“, sagte Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura - und hatte dank der Sponsoren jede Menge zu verschenken.

19.04.2015
Prignitz Willi Wüst nimmt Glocken unter die Lupe - Mit den Augen eines Fachmanns

Nein, Risse hat sie nicht, die mutmaßliche Rathausglocke. Das hört man beim Anschlagen des Instruments mit dem Hammer. Ein reiner, warmer Ton erklingt. Wilhelm "Willi" Wüst sieht es mit den erfahrenen Augen des Metallbauers. "Nein, die ist gut", sagt er. Dachdeckermeister Jens Hildebrandt hat das gute Stück aus dem Jahr 1918 zu Metallbau Wüst gebracht, damit der Altmeister es unter die Lupe nimmt.

17.04.2015