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Prignitz Geheimnisvolle Spuren im Breeser Dünensand
Lokales Prignitz Geheimnisvolle Spuren im Breeser Dünensand
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17:16 14.10.2014
Der Bagger trägt die verschiedenen Erdschichten an der Grabungsstätte ab. Quelle: Andreas König
Breese

Bereits im August hatten die Altertumskundler bei Breese gegraben und waren dabei auf Reste einer frühzeitlichen Siedlung gestoßen. Jetzt finden sich inmitten des hellen Sandes mal kreisrunde, mal ovale dunkelgraue Flecken. Renata Faron-Bartels vermutet, dass es sich um Vorratsgruben aus grauer Vorzeit handelt. "Es fehlen leider jegliche Reste von Keramik", sagt die Wissenschaftlerin. Das könne zweierlei bedeuten: Zum einen wäre es möglich, dass die üblicherweise vorhandenen Scherben einst anderweitig verwendet wurden. Möglich wäre auch, dass es zu der Zeit, als die Gruben angelegt wurden, noch keine Keramik gab. Dann wären die Funde möglicherweise über 3000 Jahre alt. Aufschluss könnten spezielle chemische Untersuchungen der Bodenproben bringen, die allerdings nicht an Ort und Stelle vorgenommen werden können. Für sicher hält die Archäologin die Erkenntnis, dass es sich beim jetzt untersuchten Grabungsfeld um eine Sanddüne gehandelt haben muss. "Der feine weiße Sand wurde vom Wind aufgeweht. Dadurch entstand eine leichte Anhöhe, was für einen gewissen Schutz der Siedler gesorgt haben mag."

Später war anderes wichtiger. Das stehende Gewässer, das sich einst nahe der jetzigen Grabungsstätte befunden hat, wurde im 19. Jahrhundert zugeschüttet. "Vielleicht wollten die Besitzer nicht von den Mücken belästigt werden", sagt Renata Faron-Bartels. Ein roter Kunststoffhut auf einem alten Grenzstein markiert die Stelle, wo sich einst das Ufer befunden haben mag. In diesem Teil des Grabungsfeldes erwarten die Archäologen mehr keramische Funde und andere Zeugnisse früherer Zivilisationen.

Sehr viel Zeit bleibt den Archäologen nicht. Bereits in der nächsten Woche endet die Untersuchung der künftigen Deichbaustelle. Die Anwohner Breeses zeigten sich zwar sehr interessiert an den Grabungen, sind aber andererseits heilfroh, dass mit dem Hochwasserschutz endlich ernst gemacht wird. Der Deich soll den Ort vor allem vor den Fluten der Stepenitz schützen, die bei Elbhochwasser oft über die Ufer getreten ist. Vor allem die Anwohner des Stepenitzgrundes hatten darunter zu leiden.

Das Prinzip der Archäologen lautet, zu sichern, was von den Bauarbeiten sonst zerstört würde. Dinge, die schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden im Erdreich schlummern, bleiben unangetastet. Einige Feuersteinspitzen immerhin finden sich in tieferen Bodenschichten. Vielleicht stammen sie aus der Steinzeit, vielleicht aber auch aus dem Mittelalter. "Ärmere Leute haben sich solcher Steinwerkzeuge bedient", sagt Renata Faron-Bartels. "Die Preise für schmiedeeisernes Werkzeug waren zu hoch."

Von Andreas König

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