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Prignitz Geldregen für Ostprignitz-Ruppin
Lokales Prignitz Geldregen für Ostprignitz-Ruppin
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17:32 09.04.2018
Im Oktober wurde am Hort Gildenhall Richtfest gefeiert. Bis zum Sommer soll das Haus saniert sein – auch mit Leader-Geld. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Kürzlich hängte Ingrid Lankenau eine Karte auf, auf der alle Leader-Projekte in Ostprignitz-Ruppin mit bunten Nadeln markiert sind. Die Nadeln waren über die gesamte Region verteilt. „Es gibt nicht eine Gemeinde, nicht ein Amt, das nicht von Leader profitiert“, sagt Lankenau, Geschäftsführerin im Berliner Büro Blau, das das Regionalmanagement für die Umsetzung des EU-Förderprogramms übernommen hat.

Insgesamt 25,9 Millionen Euro können in Ostprignitz-Ruppin in der noch bis 2020 andauernden Förderperiode ausgegeben werden. Das meiste Geld ist bereits gebunden. Nach den aktuellen Berechnungen des Büro Blau verbleiben nur noch acht Millionen Euro, die vergeben werden können. Zwar kann sich diese Summe durchaus noch nach oben korrigieren – Förderungen können umgewidmet und Geld aus dem Leader-Programm wieder frei werden. Grundsätzlich jedoch gilt: „Wir sind deutlich über den Zenit hinaus.“

32 Projekte bekamen einen positiven Vorbescheid

Im vergangenen Jahr hatte die so genannte Lokale Aktionsgruppe 14 Projekten nach dem ersten Ordnungstermin im März und 18 Projekten nach dem Ordnungstermin im September einen positiven Vorbescheid erteilt. Ob diese Projekte tatsächlich Geld aus Brüssel bekommen, muss das Neuruppiner Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung entscheiden. Eine Bewilligung liegt bislang erst für zwei dieser mehr als 30 Projekte vor – so soll es für die Sport- und Freizeitanlagen der Neustädter Prinz-von-Homburg-Schule gut eine Million Euro geben. Der Bau eines Aussichtsturms in der Kyritz-Ruppiner Heide soll mit gut 130 000 Euro bezuschusst werden.

Weil es im vergangenen Jahr auch für Projekte Bewilligungen gab, für die bereits 2016 Anträge gestellt wurden, ist die Summe, die 2017 für die Region locker gemacht wurde, deutlich höher. Für etwa sechs Millionen Euro erteilte die Neuruppiner Behörde im vergangenen Jahr ihre Freigabe. Eigentlich, sogar für noch mehr Geld. Denn zusätzlich gab es auch Bundes- und Landesmittel.

Hort Gildenhall wird aufwändig saniert

Zu den größten Projekten, für die es 2017 eine Bewilligung gab, zählt der Hort Gildenhall. Bis voraussichtlich zum Sommer soll das denkmalgeschützte Haus unweit des Ruppiner Sees aufwändig saniert werden. Auch für den Friedrich-Ebert-Park und den Bleichwall in Wittstock, die für die Landesgartenschau 2019 umgestaltet werden, soll es eine Förderung aus Brüssel geben. Ebenfalls ein großes Projekt: das Neustädter Freibad. Seit einigen Jahren ist das Bad geschlossen. Jetzt soll es zu einem Naturbad umgestaltet werden – auch um die enormen Betriebskosten zu reduzieren.

Mit fast 400 000 Euro unterstützt das Leaderprogramm das Schwimmvergnügen in Neustadt. Zählt man die ebenfalls bewilligte Förderung für die Sportanlagen der Prinz-von-Homburg-Schule dazu, dann gehörte das kleine Neustadt im vergangenen Jahr zu den großen Leader-Profiteuren. Eine regionale Häufung, die zufällig ist, sagt Ingrid Lankenau. Erfahrungsgemäß lassen sich in einer gesamten Förderperiode keine eindeutigen regionalen Schwerpunkte ausmachen.

Viele Anträge aus dem Amt Temnitz

In diesem Jahr, so hofft man im Walslebener Rathaus, könnte endlich das Amt Temnitz zum Zuge kommen. „Das Amt Temnitz ist ein sehr fleißiger Antragsteller“, sagt Lankenau. Allerdings müssen sich die Antragsteller auch in Geduld üben. Für den Neubau der Kita Kränzlin oder den Anbau der Wildberger Kita, für die das Amt schon vor einem Jahr Förderanträge gestellt hatte, gibt es noch immer keine Förderzusage. Für Lankenau nicht ungewöhnlich. „Die Bürokratie bei Leader ist sehr groß“, sagt sie. Sie wird umso größer, je aufwändiger die Projekte sind.

Im Fall der Kita Kränzlin kommt etwa erschwerend hinzu, dass das Amt einen Neubau plant. Weil das Leader-Programm zunächst einmal bestehende Infrastruktur verbessern soll, muss das Amt einen Nachweis vorlegen, dass kein Altbau für die Kita hätte genutzt werden können. Nur einer von vielen aufwändigen Nachweisen. „Die Tücke liegt im Detail“, so Lankenau.

Schnelle Förderzusage beim Fahrgastschiff

Doch es gibt auch Fälle, in denen nur wenige Monate bis zur Bewilligung des Geldes vergehen. Die Rheinsberger Fahrgastschifffahrt etwa, die in der 2016 begonnenen aktuellen Förderperiode zu den ersten Antragstellern gehörte, bekam bereits im März 2017 Post vom Neuruppiner Landesamt. Inzwischen ist das Fahrgastschiff umgebaut, das Projekt abgerechnet. Das Unternehmen hatte das anspruchsvolle Antragsprozedere an einen Dienstleister abgegeben. Eine Ausgabe, die sich lohnte – das beantragte Fördergeld war schnell da.

Nicht jeder kann es sich leisten, lange auf Fördergeld zu warten oder einen Dienstleister für die Antragstellung zu verpflichten. Privaten Antragstellern raten Lankenau und ihre Kollegen deshalb mitunter von Leader ab. Es gibt Förderprogramme, über die Mittel der Investitions- und Landesbank viel schneller fließen. Zwar ist der Fördersatz dabei nicht ganz so hoch wie bei Leader. Trotzdem bevorzugen Unternehmer mitunter die schnellere Hilfe anderer Programme. „Ich muss wissen, wie viel Zeit ich habe.“

Vor allem Kommunen bemühen sich um Geld

So ist es nicht überraschend, dass sich oft Gemeinden und Ämter um Leader-Fördergeld bemühen, um die Infrastruktur vor Ort zu verbessern. Private Antragsteller sind in der Minderzahl. Lankenau würde sich freuen, wenn künftig auch noch mehr Anträge für wirtschaftliche Projekte gestellt werden. Dafür will sie in den kommenden Wochen werben – beim Gewerbeverein Wusterhausen etwa oder in Kyritz.

Von Frauke Herweg

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