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Prignitz Gespräche über Altkreiskennzeichen
Lokales Prignitz Gespräche über Altkreiskennzeichen
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18:30 26.01.2018
Der Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel möchte, dass das alte Kfz-Kennzeichen PK für Pritzwalk wieder eingeführt wird. Sandra Falkenhagen vom Bauhof der Stadt begrüßt die Idee.
Der Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel möchte, dass das alte Kfz-Kennzeichen PK für Pritzwalk wieder eingeführt wird. Sandra Falkenhagen vom Bauhof der Stadt begrüßt die Idee. Quelle: Foto: Andreas König
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Pritzwalk

Ronald Thiel hatte noch nicht einmal alle seine Aktenordner eingeräumt, als er im Gespräch mit der MAZ eines der Vorhaben erwähnte, die er möglichst bald umsetzen will: Der neue Bürgermeister von Pritzwalk will das alte Autokennzeichen PK reaktivieren. Einen Vorstoß dazu hatte er bereits gemacht, als er noch Vizebürgermeister war und vor seiner Wahl stand. Er hatte im Juni 2017 sogar probehalber ein solches Kennzeichen herstellen lassen und noch einmal bei der Kreisverwaltung nachgefragt. Doch bis zum Jahresanfang harrte er noch einer Antwort des Prignitzer Landrats Torsten Uhe, bei dem er einen entsprechenden Antrag gestellt hatte. „Ich gehe davon aus, dass der Landrat dem nachkommt“, sagte Thiel Anfang des Jahres. Und tatsächlich gibt es jetzt Gespräche über das Thema, wie jetzt die Zweite Beigeordnete des Landrats, Sabine Kramer bestätigte. Allerdings: Eine abschließende Entscheidung sei noch nicht gefallen, sagte sie am Freitag auf Nachfrage der MAZ.

In Perleberg wenig Interesse

Tatsache ist: Was im Landkreis Ostprignitz-Ruppin längst Realität ist, findet im Landkreis Prignitz bislang nicht statt, nach Angaben der Kreisverwaltung in Perleberg, weil es bislang so gut wie keine Nachfrage danach gegeben hat. Das bekräftigte jetzt auch noch einmal Sabine Kramer. Deswegen habe die Verwaltung zum Zeitpunkt, als die Diskussion aufgekommen, „nicht vordergründig dafür“ agiert. So fahren im Landkreis Prignitz nur solche Fahrzeuge mit Altkreiskennzeichen herum, die bereits vor 1993 zugelassen worden sind. Das immerhin waren im vergangenen Jahr noch erstaunlich viele: deutlich mehr als 2000 mit PER-Kennung und knapp 1000 mit PK-Kennung.

In Perleberg, wo die Menschen ja theoretisch auch ihr altes PER-Kennzeichen fordern könnten, scheint es aber tatsächlich so zu sein, wie es der Kreis erklärt. Bürgermeisterin Annett Jura meinte dazu: „Es gab mal eine einzige Anfrage nach einem PER-Kennzeichen.“ Und: „Ich persönlich würde dieses Kennzeichen nicht brauchen und kann mit PR ganz gut leben“, meint Annett Jura. Schließlich könnten die Buchstaben PR ja nicht nur für Prignitz, sondern auch gleichermaßen für Pritzwalk und Perleberg stehen. Offen ist sie aber dafür, auch die Altkennzeichen zuzulassen, und würde einen solchen Vorstoß im Rahmen der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft der Prignitzer Kommunen auch unterstützen.

Die Realität im Nachbarkreis vor Augen

Die Pritzwalker wiederum haben die Realität im Nachbarkreis deutlich vor Augen: Denn mit Wittstock ist Pritzwalk in einem Mittelzentrum in Funktionsteilung eng verbunden. WK dominiert in der Stadt an der Dosse inzwischen, und außerdem können die Dossestädter ihre Fahrzeuge obendrein in ihrer Heimatstadt anmelden. Auch das möchte Ronald Thiel mit seinem Vorstoß für Pritzwalk erreichen.

„Viele Menschen äußern den Wunsch nach einer Wahlmöglichkeit“, sagt Thiel, der das PK darüber hinaus als ein Element für die weitere Stadtentwicklung und das künftige Stadtmarketing sieht. Das sei ein Thema der regionalen Identität, sagt das neue Stadtoberhaupt, der nach seiner Interpretation der Bundesverordnung zum Thema aber auch davon ausgeht.

Sabine Kramer betonte, dass auch der Kreis „offen für alles“ sei. Geprüft werden muss trotzdem, denn es gibt auch das Problem, dass man – Stand jetzt – nicht alle Altkennzeichen in der Prignitz herausgeben kann. KY für Kyritz könnte für Bürger der Gemeinde Gumtow interessant sein, doch gibt es dafür bislang keine Regelung, weil Kyritz ja nun zum Nachbarkreis OPR gehört.

Ausgeschlossen ist so etwas auch für die Bürger des Amtes Lenzen-Elbtalaue, die ja einst zum Kreis Ludwigslust gehörten und erst 1992 von Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg gewechselt sind.

Von Bernd Atzenroth