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Prignitz Grippewelle macht Bogen um die Prignitz
Lokales Prignitz Grippewelle macht Bogen um die Prignitz
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00:34 03.03.2018
Ein kleiner Piks mit großer Wirkung: Die Grippeschutzimpfung empfehlen Ärzte vor allem für Ältere und Kinder. Quelle: dpa
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Perleberg

Eben noch ganz gut gefühlt und plötzlich hohes Fieber? Wer in diesen Tagen solche Symptome an sich bemerkt, könnte an der Influenza leiden, der gefürchteten Virusgrippe. Im Gegensatz zum grippalen Infekt ist die Influenza eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, die in jedem Jahr auch Todesopfer fordert.

In Hannover herrscht gegenwärtig ein regelrechter Ausnahmezustand, weil dort die Zahl der Erkrankten stetig zunimmt, Wie sieht es in der Prignitz aus?

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Influenza B ist sehr viel gefährlicher

„Wir haben bisher nachweislich 34 an Influenza Erkrankte“, sagt Frank Stubenrauch von der Pressestelle der Kreisverwaltung Prignitz. Von den 34 infizierten Personen seien drei Patienten an der Influenza vom Typ A erkrankt. Der weitaus größere Teil leidet an Influenza B. Dieser Erreger ist sehr viel gefährlicher, kann er doch direkt den Herzmuskel befallen und zu schwersten Symptomen führen. Laut Gesundheitsamt des Landkreises seien Kinder, ältere Menschen und Pflegekräfte besonders betroffen.

Acht Personen mussten bislang stationär aufgenommen und behandelt werden, teilt der Sprecher weiter mit. Sie alle werden im Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg betreut. „Dabei sind die Anforderungen vor allem an die Handhygiene sehr hoch“, sagt Jacqueline Braun, Marketingleiterin am Kreiskrankenhaus Prignitz.

Bemerkenswerter Jahresvergleich

Schwere Verläufe seien bisher glücklicherweise nicht aufgetreten. Insgesamt wurden im Kreiskrankenhaus bislang (Stand Sonntag) 13 Personen behandelt, die an Influenza beider Typen erkrankt sind. Das seien deutlich weniger Menschen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Von einer Grippewelle kann zumindest bei uns also noch nicht die Rede sein“, sagt Jacqueline Braun.

Bemerkenswert sei allerdings ein Jahresvergleich der an Influenza Erkrankten und dabei noch aufgeschlüsselt nach Typen A und B. „2017 hatten wir 34 Erkrankte. Davon hatten 33 Influenza A und lediglich eine Person Typ B“, sagt die Marketingleiterin. In diesem Jahr gebe es fünf Patienten, die am Typ A litten und acht, die sich mit dem Typ-B-Virus angesteckt haben.

Der Westen ist stärker betroffen

Meldepflichtig ist die Influenza beider Varianten. Dennoch gehen die Mitarbeiter des kreislichen Gesundheitsamtes davon aus, dass es eine weitaus höhere Dunkelziffer gibt. „Da nicht alle Ärzte Abstriche machen und Laborbestätigungen anfordern, ist von einer größeren Zahl von Grippekranken auszugehen“, sagt Frank Stubenrauch.

Gehäufte Erkrankungen in bestimmten Altersgruppen seien zwar nicht auszumachen, wohl aber eine gewisse regionale Häufung. Demnach haben die Erreger offenbar vor allem im Raum Wittenberge/Breese/Weisen zugeschlagen. Allerdings ließen sich daraus keine verlässlichen Schlussfolgerungen zur Verbreitung der Krankheit ziehen. Am Klinikum in Pritzwalk ist laut KMG-Sprecher Franz Christian Meier bislang kein Influenzafall bekannt geworden.

In Fernsehberichten über die Influenzawelle in Hannover war die Rede davon, dass die Krankheit „über Ostdeutschland“ nach Niedersachsen gelangt sei. Um die Prignitz hat die Grippewelle bislang ganz offensichtlich einen Bogen gemacht

Von Andreas König

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