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Gumtow Das Bilderrätsel des Wutiker Kirchenaltars
Lokales Prignitz Gumtow Das Bilderrätsel des Wutiker Kirchenaltars
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11:15 27.10.2019
Wie weiter? Restauratorin Birgit Scheewe spricht sich mit Andreas Salgo, Werner Ziems und Gordon Thalmann ab (v.l.). Rechts: Björn Scheewe. Quelle: Stephanie Fedders
Wutike

Wie kommt der Kurfürst in die Kirche? In der Gruft liegt Alexander von Platen. Bei ihm ist der Fall klar, er war Gutsherr auf Wutike und der Patron des Gotteshauses in dem Dorf, das heute zur Prignitzer Gemeinde Gumtow gehört.

Kurfürst Georg Wilhelm auf dem Altar?

Kurfürst Georg Wilhelm, verewigt auf einer Seitenwange des Altars? Die Denkmalschützer kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus und nehmen vorsichtig sogar das Wort „Sensation“ in den Mund. Engel und Evangelisten – klar. Aber ein Kurfürst…

Der Altar in der Wutiker Kirche wurde 1969 bereits restauriert. Quelle: Stephanie Fedders

Beim Vor-Ort-Termin in der Kirche von Wutike ist die Fachsimpelei unter den Experten sehr verlockend. Gordon Thalmann von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Prignitz, Andreas Salgo, Fachreferent für Baudenkmalpflege beim Landesamt und Restaurator Werner Ziems, in Brandenburg zuständig für gefasste Holzobjekte, tauschen für und wider aus. Doch eigentlich geht es um etwas anderes.

Mit dabei sind auch Birgit und Björn Scheewe, Restauratoren-Ehepaar aus Lenzen. Sie haben den Auftrag, den Altar aus der Spätrenaissance zu restaurieren. Der Anfang ist schon gemacht, das Porträt des Kurfürsten liegt gerade in der Werkstatt. Jetzt muss das weitere Vorgehen geklärt werden.

Der Teufel steckt im Detail

Dabei steht die Frage nach dem Umfang der Arbeiten im Vordergrund. Zu tun gebe es genug, aber der Teufel steckt im Detail. Der Altar aus dem frühen 17. Jahrhundert wurde vor 50 Jahren bereits restauriert. Vom damaligen Pfarrer, soviel ist bekannt. Nicht ungewöhnlich, dass früher auch Laien Hand anlegten an historisches Inventar und den Pinsel schwangen.

Das Porträt des Kurfürsten Georg Wilhelm. Quelle: LK Prignitz/Thalmann

Die damalige Vorgehensweise entspricht aber nicht mehr den heutigen Vorstellungen und Techniken, daher muss abgewogen werden, wie weit die aktuellen Arbeiten gehen sollen.

„Das Original hervorzuholen, wäre viel zu aufwändig und ist auch nicht gewünscht“, erklärt Birgit Scheewe. Und so werden gemeinsam mit den drei Männern die nächsten Schritte besprochen.

Zwei Porträts geben Rätsel auf

Neben der Wiederherstellung der Schrift, die auf der Rückseite der Mitteltafel kaum noch leserlich ist, geht es vor allem um die beiden Gemälde auf den Seitenwangen. Dabei gibt nicht nur der Kurfürst Rätsel auf, sondern auch die Dame auf der anderen Seite. Unter dem dazugehören Wappen steht der Name Elsa von Cappeln und der Zusatz Domina zu Heiligengrabe.

Das Porträt der Frau macht die Experten stutzig. „Ich bin ein bisschen im Zweifel, ob eine Äbtissin sich so darstellen ließ“, sagt Birgit Scheewe. Wer auch immer die Person ist – die Malerei wird unzweifelhaft von allen als qualitativ sehr hochwertig eingestuft.

Das Porträt auf der rechten Seitenwange zeigt eine Frau. Ob es sich dabei um Elsa von Cappeln handelt, ist nicht klar. Quelle: Stephanie Fedders

Im Zuge der Restaurierung wird die Oberfläche vom Schmutz befreit, Fehlstellen werden ausgebessert und manche Konturen korrigiert, die 1969 nicht sauber ausgeführt wurden. Allesamt „Mängel, die offensichtlich sind und das Gesamtbild beeinträchtigen“, erklärt Scheewe. Nach den Arbeiten wird der Altar konserviert und optisch ansprechend als Ganzes wieder zu bewundern sein.

Kurfürst und Domina als Stifter des Altars

Was bleibt, ist die spannende Frage nach dem Zusammenhang zwischen Georg Wilhelm, dem Altar und wie er in die Kirche nach Wutike kam. Da das Kloster Heiligengrabe das Patronat für die Kirche in dem 1344 erstmals als Wustoch erwähnten Ort hatte, geht Gordon Thalmann davon aus, dass der Kurfürst und die Domina als Stifter des Altars fungierten – und zumindest der Herrscher von Brandenburg sich hat verewigen lassen.

Die auf der Rückseite des Mittelteils aufgetragene Jahreszahl 1625 datiert den Altar mitten in die Zeit des 30-jährigen Krieges. Auch das verwundert. Angefertigt in den Wirren dieser europäischen Katastrophe? Gordon Thalmann kann es kaum glauben: „Die Menschen müssten eigentlich andere Sorgen gehabt und ums Überleben gekämpft haben.“

Von Stephanie Fedders

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