Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Gumtow Feuerwehr feiert Geburtstag und Gerätehaus
Lokales Prignitz Gumtow Feuerwehr feiert Geburtstag und Gerätehaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:13 19.06.2018
Die Feuerwehr in Demerthin stellte zum Festwochenende eine Einsatzübung nach, bei der ein Unfallwagen zerlegt und eine Person gerettet wurde.  Quelle: privat
Anzeige
Demerthin

Erst kurz vor dem Jubiläum in Demerthin konnten die Mitglieder der Feuerwehr in Erfahrung bringen, wie es im Jahr 1930 zur Gründung kam. „Wir haben lange und mühselig recherchiert“, so Ortswehrführer Patrick Mäusling. Vor gut zwei Monaten dann erhielt er ein Schriftstück, dass das Gründungsdatum bestätigt.

Demnach hatten 21 Demerthiner unter der Führung von Hermann Wirsbitzky im Jahr 1930 die Freiwillige Feuerwehr Demerthin aus der Taufe gehoben. Sein Sohn und langjähriger Kamerad Fredy Wirsbitzky feierte in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. „Er half uns maßgeblich bei der Datenfindung“, so Mäusling. Fredy Wirsbitzky war es auch, der der Feuerwehr zum Jubiläum 200 Euro zukommen ließ. „Für die Jubiläumsfeierlichkeiten“, ließ er ausrichten.

Anzeige

Patrick Mäusling konnte dank der Recherchen am vergangenen Wochenende bei der Gerätehausübergabe und dem Jubiläumsfest einen interessanten Rückblick auf die Feuerwehrgeschichte geben. Von 1930 bis 1945 führte Hermann Wirsbitzky die Wehr. 1945 stand dort, wo nun das neue Gerätehaus ist, ein Stall. Genau daneben waren nach dem Krieg russische Soldaten untergebracht. Sie sollen eines Abends aus Langeweile auf den Stall geschossen haben, der daraufhin in Flammen stand. Er brannte ab, weil es weder genügend Menschen noch Ausrüstung für das Löschen gab. Der Krieg hatte seine Spuren hinterlassen.

Für Kinder war die Vorführung spannend. Quelle: privat

Überliefert ist, dass damals der Wehrführer als Strafe dafür festgenommen worden war. So gab es im Ort ab 1945 keine Wehr mehr. Erst 1950 nahm Arnim Völker die Dienstgeschäfte wieder auf. Er warb neue Kameraden und brachte die Wehr voran, bis er etwa Ende der 1950er Jahre an Alfred Wein übergab. Der leitete sie bis kurz vor der Wende. Vertreten wurde er von Werner Weidemann. Er sprang ein, wenn Wein als Reservist für längere Zeit dienen musste.

Die Nachfolge von Alfred Wein übernahm Karl-Heinz Wildebrand. Er musste aus beruflichen Gründen nach etwa zweieinhalb Jahren sein Amt niederlegen. Nach ihm übernahm Wolfgang Löser, der nach acht Jahren den Staffelstab an Achim Wannrich übergab. Der wiederum konnte die Feuerwehr nicht übergeben, weil er Mitte der 2000er Jahre starb.

„Danach stand unsere Feuerwehr zunächst vor dem Aus“, so Patrick Mäusling. Niemand wollte den Posten übernehmen. Die Gemeinde und die Gemeindewehrführung hatten die Schließung der Wehr damals schon so gut wie beschlossen. Schließlich rettete Marcel Brzezinski die Wehr und übernahm die Führung. Mäusling dankte ihm bei der Festveranstaltung am Jubiläumswochenende noch einmal ausdrücklich. Seit 2010 ist er selbst Wehrführer in Demerthin. „Ich hoffe, dass ich das auch noch ein paar Tage machen darf“, sagte er.

Notfall: Mit einem beherzten Schlag wird die Scheibe zerschlagen..  Quelle: privat

Höhepunkt des Festes war wohl die Übung, bei der die Mitglieder der Feuerwehr einen Unfall simulierten. Die Gumtower Kameraden hatten dafür ihr Fahrzeug samt Schneid- und Spreiztechnik zur Verfügung gestellt. Auf dem Fahrersitz des Unfallwagens befand sich eine verletzte Person – eine Puppe vom Feuerwehrtechnischen Zentrum in Perleberg – die gerettet werden musste. Das Auto war gegen einen Betonpfeiler gefahren. Patrick Mäusling moderierte die Übung für die Gäste, zu denen auch viele Kinder gehörten.

Der Wehrführer dankte allen, die am Gelingen des Festes mitgewirkt haben. Dazu gehören viele Demerthiner, aber auch Firmen und Helfer, die nicht in der Feuerwehr organisiert sind. Ein besonderer Dank ging an Stefan Rösicke aus Kyritz, der die Hüpfburg für die Kinder kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

Noch am Sonnabend während des Festes wurde es ernst für die Demerthiner Wehr. Sie wurde zu einem Einsatz gerufen. Gemeldet worden war ein Waldbrand bei Zarenthin. Die Retter waren aber nach gut 45 Minuten wieder zurück. „Es hatte sich herausgestellt, dass der Waldbrand bei Wittenberge war“, so Mäusling.

Von Sandra Bels