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Gumtow Gumtow im Wandel der Zeit
Lokales Prignitz Gumtow Gumtow im Wandel der Zeit
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08:48 21.04.2019
Dieses Bauernhaus ist nach der Wende stark verändert worden und steht heute leer.
Dieses Bauernhaus ist nach der Wende stark verändert worden und steht heute leer. Quelle: André Reichel
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Gumtow

Der Ortsname von Gumtow ist slawischen Ursprungs, wie alle Orte, die mit -ow enden. Im Bereich der Kirche und der einstigen Schule entdeckte man bei Bauarbeiten die wohl namengebende slawische Siedlung.

Die Dorfkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert

1275 hießt das Dorf Gumthouwe. Aus dieser Zeit dürfte auch die Dorfkirche stammen. Es handelt sich um einen Saalbau aus Feldstein mit einem quer stehenden Turm im Westen. Die Innerenausstattung stammt zum größten Teil aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Am Altar befinden sich Heiligenfiguren aus der Zeit um 1430.

Im 30-jährigen Krieg fast gänzlich entvölkert

Das älteste noch erhaltene Wohnhaus befindet sich nur einen Steinwurf entfernt von dem Gotteshaus und steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Eines der einschneidendstes Ereignisse dürfte für das Dorf der 30-jährige Krieg gewesen sein, bei dem Gumtow die meisten Einwohner verlor.

Alte und neue Aufnahmen aus dem Prignitz-Dorf ermöglichen es, sich die Veränderungen besser vor Augen zu führen, die in der Zwischenzeit vorgenommen wurden.

1840 wurde die Berlin-Hamburger Chaussee gebaut. Gumtow wurde daran angeschlossen und war fortan besser zu erreichen, als früher.

Fachwerkhäuser wichen massiven Bauten

In der Zeit der Gründerjahre, ab 1871 bis hin zur Jahrhundertwende verschwanden die meisten alten Fachwerkhäuser. Massivbauten wurden nun bevorzugt. Viele dieser Bauernhäuser sind heute wiederum stark verändert. Die Pollo-Kleinbahn fuhr bis 1969 durchs Dorf.

Nach der politischen Wende gab es auch keinen Konsum, keine Kneipe und keinen Bäcker mehr. Gumtow ist heute Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde.

Von André Reichel