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Gumtow Kritiker fordern, das Solarparkprojekt bei Döllen deutlich zu verkleinern
Lokales Prignitz Gumtow Kritiker fordern, das Solarparkprojekt bei Döllen deutlich zu verkleinern
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15:34 16.10.2019
Wenn die Pläne bei Döllen umgesetzt werden, entsteht einer der bundesweit aktuell leistungsstärksten Solarparks – allerdings auf einer bisher rein landwirtschaftlich genutzten Fläche. Quelle: picture alliance / dpa
Gumtow

Dass im Gemeindegebiet von Gumtow geplant ist, einen der bundesweit aktuell leistungsstärksten Solarparks zu bauen, schmeckt nicht jedem. Zwar hatten die Gemeindevertreter bei ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes für das Areal bei Döllen befürwortet. Doch Kritiker wie Helmut Adamaschek befürchten nun schlimme Auswirkungen und legen daher Wert auf eine etwas umfangreichere Veröffentlichung ihrer Bedenken.

Drei Kernbedenken

Adamaschek ist Vorsitzender der Fraktion „Starke Dörfer“, die in der Gemeindevertretung deutlich nur eine Minderheit darstellt. Er nennt drei wesentliche Aspekte: „Wir konnten dieser Entscheidung nicht zustimmen, weil der Solarpark mit 128 Hektar, das sind mehr als 200 Fußballfelder, viel zu groß ist und das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt. Die Fläche bezieht auch besonders schützenswerte Flächen wie die südliche Seite des Dannenwalder Luches mit ein. Zudem gefährdet der Solarpark die Existenz tourismusorientierter Unternehmen in der Umgebung.“

Furcht vor Wildwuchs solcher Anlagen

In der Folge fordert seine Fraktion nun die investitionswillige Firma Antlike Solar aus Bentwisch bei Rostock auf, „die Fläche erheblich zu reduzieren“. Denn ein „maßvoller Ausbau der Solarenergie auf dem Acker“ wie er seit 2016 auf sogenannten „benachteiligten Flächen“ erlaubt ist, führe ohne eine Flächenbegrenzung generell zum Wildwuchs von Solaranlagen auf den Äckern.

„Dabei werden die Flächen immer größer, und weitere Investoren werden bei der Gemeinde anklopfen. Je größer die Fläche, je größer der Profit und die Pachteinnahmen, je geringer die Herstellungskosten“, erklärt Adamaschek.

Immobilienpreise könnten sinken

Der Gemeindevertreter bezieht sich dabei auch auf den Deutschen Bauernverband, der die Nutzung von Ackerflächen scharf kritisiere. Der Verband fordere, den Ausbau der Photovoltaik auf versiegelte Flächen, Konversions- und Dachflächen zu beschränken.

„Zudem weist der Bauernverband darauf hin, dass mit den Solaranlagen auf den Äckern die Ackerlandpreise weiter steigen werden. Die Immobilienpreise aber werden dort, wo die Landschaft stark beeinträchtigt wird und an Attraktivität verliert, sinken.“

Maximalgröße und Eignungsgebiete festlegen

Die Gemeinde solle daher eine Maximalgröße vorgeben und Eignungsgebiete festlegen. „Wir erwarten von der Gemeindevertretung eine grundsätzliche inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Thema.“ Und: „Einen maßvollen Ausbau halten wir für sinnvoll, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche, sichere Einnahmen zu ermöglichen.“

Entschädigung für Anwohner dürfe kein leeres Versprechen sein

Den Anwohnern solle eine Stromverbilligung zugesprochen werden. „Der Investor hat zwar versprochen, eine solche Rückvergütung zu prüfen, aber wir erwarten eine verbindliche Zusage.“

Dass der gefasste Beschluss erst nur der Beginn des Planungsverfahrens ist, das sich gründlich mit dem Pro und Contra befassen wird, darauf hatte Gemeindevertreter Jörg Abraham als Versammlungsleiter jedoch längst hingewiesen: „Da werden wir noch etliche Male drüber diskutieren“, sagte er schon in der vergangenen Woche der MAZ.

Von Matthias Anke

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