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Gumtow Mühlengeschichte zum Anfassen
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00:20 13.06.2019
Besitzer Alexander Möller hatte zur Besichtigung seiner Beke-Mühle in Dannenwalde eingeladen und ein kleines Fest daraus gemacht. Quelle: Sandra Bels
Dannenwalde

„Ich kann mich noch genau erinnern: hier draußen haben sie immer gestanden.“ Die ältere Dame zeigt auf den Eingangsbereich der Beke-Mühle in Dannenwalde. Sie meint die Säcke mit den Körnern, die von den Bauern immer vor die Tür der Mühle gestellt wurden. „Rechts hat eine Familie gewohnt“, weiß die Frau auch noch. Am Mühlentag, der immer Pfingstmontag stattfindet, sah sie sich in ihrer ehemaligen Heimat Dannenwalde um.

Die erste Erwähnung der Beke-Mühle ist aus dem Jahr 1436. Der letzte aktive Müller war August Zädow. Heute gehört die Mühle Alexander Möller. Er hat sie vor anderthalb Jahren gekauft und betreibt sie als Hotel und Veranstaltungsort. Von den Vorbesitzern weiß er, dass sie die letzte Grundsanierung hatten durchführen lassen. Das war von 1993 bis 1995.

Technisch und statisch wieder hergestellt

„Sie wurde damals technisch und statisch wieder hergestellt“, so Alexander Möller. Das galt auch für das Wasserrad. Es ist mittelschächtig, was bedeutet, dass das Wasser fast in der Mitte auf das Rad trifft. „Heute ist es eine Mischung aus Nostalgie, Attrappe und Wasseraufbereitung“, so Möller.

Als er das Haus das erste Mal gesehen hatte, war ihm gleich klar: „Das will ich haben“, erzählte er seinen Besuchern. Und er gibt zu, dass er schon immer ein bisschen verrückt war. Wie man auf die Idee kommt, eine Mühle zu kaufen? Das war die Frage von einigen Gästen. Auf die wartete ein kleines Fest im Mühlengarten. Es gab Gegrilltes, Kaffee und Kuchen und zu jeder Stunde Führungen.

Mühle ist bekannt aus Kindertagen

Die Frau, die die Mühle noch aus Kindertagen kannte hatte sich vor dem Besuch in Dannenwalde bereits in der Drewener Motormühle umgesehen. Besitzer Hans Carnol und Alrun Jappe öffneten sie zum sechsten Mal am Mühlentag. Carnol übernahm die Führungen.

Hans Carnol zeigte die Motormühle auf seinem Grundstück in Drewen.. Quelle: Sandra Bels

Alrun Jappe hatte verschiedene Getreidesorten zum Bestimmen bereit gestellt. Darunter waren Dinkel und Weizen, aber auch Gerste und Hafer. Eine Dezimalwaage stand mit Ladung bereit. Die Besucher sollten mit Gewichten herausfinden, wie schwer der Sack ist. Die Älteren kannten sich aus. Bei den jüngeren sorgte das Gegengewicht von nur 2200 Gramm für Verwunderung. Sie hatten das Umrechnen vergessen. 22 Kilogramm wog der Sack.

1000 Kilogramm Schrot täglich hergestellt

Von Hans Carnol erfuhren die Besucher wie das Mahlen in etwa von sich gegangen war. Er sprach von 500 Kilogramm Mehl und 1000 Kilogramm Schrot, die täglich hergestellt wurden. Alte Mahlbücher unter anderem aus dem Jahr 1930 erzählen davon.

Als Carnol und seine Frau das Grundstück mit der Mühle vor einigen Jahren gekauft hatten, holten sie sich Hilfe von Torsten Rüdinger von der Deutschen Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg. Dort erfuhren sie, dass die Mühle nicht unter Denkmalschutz steht, aber dennoch erhaltenswert ist. „Rüdinger gab uns Tipps für die Erhaltung und die Reduzierung der Feuchtigkeit“, so Carnol.

Antriebswelle und Elevator in Gang gebracht

Er und seine Frau brachten außerdem die Antriebswelle, einen Elevator und einen Sichter wieder in Gang, um zu zeigen, wie die Mühle einst teilweise funktionierte. Um wieder mahlen zu können, dafür müsste das Paar so viel Geld wie für ein kleines Einfamilienhaus investieren. Geöffnet ist die Mühle am Mühlentag und auf Nachfrage. Schulen und Kitas zeigen Interesse zeigen, so Carnol. Für das leibliche Wohl in Drewen sorgten die Frauen vom Bürgerverein mit Kaffee, Kuchen und Deftigem.

Von Sandra Bels

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