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Gumtow Ausstellung mit Werken von 22 Künstlern
Lokales Prignitz Gumtow Ausstellung mit Werken von 22 Künstlern
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00:20 01.06.2019
Der italienische Künstler Giampaolo di Cocco lädt zu seiner jährlichen Ausstellung in sein Atelier "Abaco Space" in Gumtow ein. Er zeigt eigene Werke und welche von befreundeten Künstlern. Quelle: Sandra Bels
Kunow

Der Tod lässt Giampaolo die Cocco nicht los. Gerade arbeitet der italienische Künstler in seinem Atelier in Kunow an einem neuen Sarg als Kunstobjekt. Es ist nicht der erste. Eins seiner Werke heißt zum Beispiel „Der fröhliche Tod” und ist eine Nachbildung eines russischen Hubschraubers mit zwei Kabinen.

Neue Installation ist ein Boot

Im Innern befinden sich keltische Gräber und hinten ist ein auch Grab zu sehen. Es gibt weitere Installationen des Florentiners, die sich mit Särgen und dem Tod beschäftigen. Seine neue Installation wird ein Boot. Das Grundgerüst steht bereits. Eine weiße Maske liegt auch schon bereit. Di Cocco will bunte LED-Lichter verbauen.

Die Idee für die Installation kam ihm im vergangenen Jahr nach einem für ihn einschneidenden persönlichen Erlebnis, über das er nicht sprechen möchte, dass er aber im Kunstwerk verarbeitet, wie er erzählt. Was er bisher schon gebaut hat, ist am Samstag ab 15 Uhr in seinem Atelier „Abaco Space“ in Kunow zu sehen. Jedermann ist willkommen, wenn Giampaolo di Cocco es einmal im Jahr für eine Ausstellungen öffnet.

Einige von Giampaolo di Cocco gestaltete Marmorplatten sind auch zu sehen. Er hat sie aus Florenz mitgebracht. Quelle: Sandra Bels

Arbeiten von Freunden

Der Architekt, Grafiker und Maler zeigt nicht nur eigene Werke. Er hat eine Schau zusammengestellt mit Arbeiten von befreundeten Künstler, die ihn in seinem Leben begleitet haben. „Einige sind leider schon tot“, bedauert di Cocco. Sein guter Freund Luca de Silva, den er schon aus Kindertagen kannte, zum Beispiel starb im vergangenen Jahr.

1967 gestaltete er einen Linolschnitt. Den Druck, einen Frauenkopf zeigt di Cocco am Samstag. Für war de Silva einer der wichtigsten Künstler Italiens, der auf dem Gebiet der Malerei und Grafik gearbeitet hat. In den letzten Jahren widmete er sich immer mehr der Performance.

Ein Buch für den verstorbenen Freund

De Silva war der erste Künstler, den di Cocco zur Eröffnung des „Abaco Space” im Jahr 2012 eingeladen hatte. Für seinen verstorbenen Freund hat di Cocco ein Buch geschrieben. „Es ist eine Hommage an Luca“, sagt er. Es erscheint im Juli.

Seit 2012 findet auf dem Hof des Künstlers jedes Jahr eine Ausstellung mit namhaften internationalen Künstlern statt. Viele von ihnen haben danach mindestens eine Arbeit hinterlassen. Einige davon hat di Cocco für die Ausstellung zusammen getragen. Es gibt aber auch viele Werke aus früheren Tagen. „Geschenkt, getauscht und gekauft“ sagt di Cocco, wenn man ihn fragt, wo er die Arbeiten her hat.

Arbeiten von Luise Zunker

Von Luise Zunker zeigt er Bilder. Sie hängen in Rahmen an der Wand. Die Malerin lebt in Kunow und ist eigentlich für ihre großformatigen Werke bekannt. Sie verarbeitet darin oft Stoffe und Tücher. Di Cocco liebt aber auch ihre Naturpanoramen mit dem großen emotionalen Ausdruck. Für die großen Werke reichte der Platz jedoch nicht. Deshalb sind von Luise Zunker Arbeiten im Kleinformat zu sehen. Sie half auch beim Aufbau der Ausstellung.

Große Hilfe hatte der Florentiner ebenso vom Künstler Peter Gulden. Er half ihm, das Holzgestell für die Bilderrahmen zu bauen und er arbeitete auch am Lichtkonzept mit. Von Gulden gibt es ein Bild aus dem Jahr 2017 in der Ausstellung.

Postkarte vom Sohn

Diese Postkarte hatte Giampaolo di Coccos Sohn Massimiliano mit dreieinhalb Jahren gestaltet. Quelle: Sandra Bels

Von seinem Sohn Massimiliano zeigt di Cocco ein frühes Werk. Es ist eine Postkarte, die er im Alter von dreieinhalb Jahren gemalt hat. Der Filius ist heute längst erwachsen und lebt in Richmond, Virginia. Er arbeitet unter anderem als Bühnenbildner auf der ganzen Welt.

Auch von seinem Vater Sergio hat di Cocco eine Arbeit dabei. Das Bild ist von 1949. „Mein Vater konnte nie verstehen, dass sich die Kultur und die Welt nach dem Zweiten Weltkrieg radikal veränderten“, sagt der Sohn. Deshalb habe er in seinen letzten Lebensjahren nur noch Nacktzeichnungen im Stile Michelangelos und Bilder im futuristischen Stil produziert.

Erste Kunstreise mit 15 Jahren

Di Coccos Vater war es auch, der die Kunst in ihm schon als Kind geweckt hat. „Sie hat mich wie magisch angezogen“, so Giampaolo di Cocco. Seine erste Kunstreise machte er mit 15 Jahren. Er fühlte sich wohl in den Künstlerkreisen, studierte deshalb auch erst Lateinisch, Griechisch und Philosophie, bevor er zum Architekturstudium kam.

Die Ausstellung mit Werken von mehr als 20 Künstlern ist ganz im Sinne des „Abaco Space“. Der Name „Abaco“ steht für eine Zeitschrift, die sich seit 1977 künstlerischen und philosophischen Themen widmet. Di Cocco gibt sie zusammen mit anderen Künstlern heraus. Jeder, der neue Ideen und Denkanstöße aus verschiedenen Blickwinkeln liefern will, kann darin schreiben. Und genauso stellt es sich di Cocco auch für Kunow vor. Jeder, der etwas zu zeigen oder zu sagen hat, ist willkommen.

Buch über zeitgenössische Kunst

Bis Mitte Juli bleibt der Künstler noch in Kunow. Dann geht es für ihn zurück nach Italien. Dort will er ab August mit seinem Freund Stefano Benedetti, von dem auch Arbeiten am Samstag zu sehen sind, ein Buch schreiben. Darin geht es um die Geschichte der zeitgenössischen Kunst in Florenz.

Die Ausstellung im „Abaco Space“ in Kunow wird am Sonnabend um 15 Uhr eröffnet. Das Atelier befindet sich in der Thomas-Müntzer-Straße 21.

Von Sandra Bels

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