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Gumtow Post nimmt modernes Verteilzentrum in Pritzwalk in Betrieb
Lokales Prignitz Gumtow Post nimmt modernes Verteilzentrum in Pritzwalk in Betrieb
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00:24 19.10.2018
Die ersten Briefe wurden schon am Montagnachmittag  einsortiert.
Die ersten Briefe wurden schon am Montagnachmittag einsortiert. Quelle: Claudia Bihler
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Pritzwalk

Wann die Post das letzte Mal ein neues Zustellzentrum eröffnet hat, das konnte der Abteilungsleiter Auslieferung der Post, Ingo Mauß, nicht einmal mehr bei einer Umfrage unter seinen Kollegen in Erfahrung bringen – so lange sei das schon her. Insofern war es nicht nur für die 39 Mitarbeiter ein großer Tag, als am Dienstag das neue Verteilzentrum von Post und DHL im Pritzwalker Gewerbegebiet Süd seinen Betrieb aufgenommen hat.

Betriebsleiter Klaus Buchwald (v. l.), Investor Mike Blechschmidt und Abteilungsleiter Auslieferung Ingo Mauß. Quelle: Claudia Bihler

Fünf Monate hatte die Einrichtung des neuen Verteilzentrums gedauert, für das der Unternehmer Mike Blechschmidt das ehemalige Lebensmittel-Großhandelszentrum Schaper umgebaut hatte. Für die Mitarbeiter, da ist sich Mike Blechschmidt sicher, sei der Umzug aus dem ehemaligen und maroden Verteilzentrum in Pritzwalk ein echter Quantensprung.

Parkplätze unterm Glasschleppdach

Im Gewerbegebiet arbeiten die Beschäftigten nicht nur in einer modernen und freundlichen Umgebung. Auf den rund 700 Quadratmetern, die jetzt für das Verteilzentrum genutzt werden, stehen ihnen auch ansprechende Sozialräume zur Verfügung. Mit an den Standort Pritzwalk sind auch die Postzustellerinnen aus Meyenburg umgezogen. „Parkplätze unterm Dach“, stellte Mauß in Anbetracht der nahenden Wintersaison fast ein wenig wehmütig fest: „Das ist wirklich toll.“

Mitarbeiter freuen sich über ihre hervorragenden Arbeitsbedingungen in Pritzwalk. Quelle: Claudia Bihler

Unter dem großen Glasschleppdach sollen künftig jedoch nicht nur die Mitarbeiter parken. Platz finden wird dort in erster Linie der Fuhrpark der Post. Und auch für diesen wurde am neuen Standort kräftig investiert. Statt wie bisher mit dem Dieselbus kommen die Zusteller der Post künftig auf leisen Reifen zu den Postempfängern: Sie fahren ab sofort die Elektrotransporter „Streetscooter“, von denen im Bundesgebiet zwar schon mehrere Tausend im Einsatz sind, die bisher aber noch nicht hier draußen im ländlichen Raum eingesetzt wurden.

Reichweite von 80 Kilometern mit einer Akkuladung

Jeder Scooter soll künftig jährlich 1100 Liter Diesel einsparen – und damit drei bis vier Tonnen Kohlendioxid. Bis zu einer Tonne Nutzlast können die Scooter auf ihrer Ladefläche transportieren. Ein voller Akku ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde, die Scooter sollen im Postbetrieb mit zahlreichen Stopps auf der Strecke eine Reichweite von etwa 80 Kilometern haben. Geladen wird über Nacht während einer Dauer von bis zu 13 Stunden. Klaus Buchwald, Betriebsleiter in Pritz­walk will die Bedenken der Zustellerinnen in Bezug auf die neue Technik ausräumen: „In Neuruppin werden sie auch eingesetzt. Und sie funktionieren.“

Im ländlichen Raum im Gegensatz zu den Städten stellen die Post ihre Briefe und DHL ihre Pakete gemeinsam zu. Die Briefe kommen vorsortiert aus dem Briefzentrum der Deutschen Post in Hennigsdorf. Klaus Buchwald: „Die Standardbriefe werden dort bereits so vorsortiert, dass sie in exakt der Reihenfolge liegen, in denen die Zusteller die Briefkästen anfahren.“ Großbriefe und Päckchen werden weiter händisch sortiert – auch in Pritzwalk.

21 Zustellbezirke werden von Pritzwalk aus bedient

Schon heute werden die Pakete in die Prignitz über das DHL Frachtzentrum Börnicke in Berlin-Nord angeliefert, das wird auch künftig so bleiben. Die Pakete kommen nach Pritz­walk und dort auf die Fahrzeuge, die an jedem Werktag in die 21 Zustellbezirke von Gerdshagen, Groß Pankow, Halenbeck-Rohlsdorf, Kümmernitztal, Meyenburg, Pritzwalk, Putlitz und Triglitz fahren. Wie bisher werden von den Zustellerinnen in den Dörfern auch Versand-Aufträge angenommen.

Von Pritzwalk aus werden wöchentlich rund 50 000 Briefe und 7500 Pakete zugestellt – die Tendenz ist im Hinblick auf den zunehmenden Online-Handel steigend. So ist das neue Zustellzentrum auch auf Zuwachs ausgelegt. „Und wir haben weitere Kapazitäten vor Ort“, sagt Mike Blechschmidt. Die ehemalige Schaperhalle bietet nicht nur noch über 1000 Quadratmeter weitere Fläche – sondern etwa auch eine funktionierende Kühlstrecke.

Von Claudia Bihler