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Gumtow Straßenstück bei Vehlin bleibt wie es ist
Lokales Prignitz Gumtow Straßenstück bei Vehlin bleibt wie es ist
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14:55 18.10.2018
Auf schön glatt und breit folgt hinter Vehlin auf der Landesstraße 143 schmal und rumpelig. Landwirt Rainer Leppin aus Schönhagen versteht nicht, warum auf der viel befahrenen Straße nicht weitergearbeitet wurde.
Auf schön glatt und breit folgt hinter Vehlin auf der Landesstraße 143 schmal und rumpelig. Landwirt Rainer Leppin aus Schönhagen versteht nicht, warum auf der viel befahrenen Straße nicht weitergearbeitet wurde. Quelle: Sandra Bels
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Schönhagen

Reinhard Jung hält es für einen Schildbürgerstreich, was auf der Landesstraße 143 zwischen Vehlin und Klein Leppin passiert ist. Der Geschäftsführer des Bauernbundes besuchte kürzlich seinen Kollegen und Landwirt Rainer Leppin in Schönhagen. „Auf dem Weg dorthin musste ich auf der L 143 hinter der Karthanebrücke jäh bremsen“, so Jung. Der Grund: Die Straße wird dort so schmal, dass sie nur noch von einem Auto befahren werden kann, und ihr Zustand ist denkbar schlecht. Etwa einen Kilometer weiter beginnt plötzlich wieder ein scheinbar ausgebautes Stück Straße. Das endet aber am Ortseingang von Vehlin.

Einen Kilometer einfach vergessen

Jung versteht das nicht, hält es für einen Scherz und hat überlegt, ob der Denkmalschutz vielleicht Schuld war. Für ihn sieht es so aus, als ob der gute Kilometer Straße im Wald einfach vergessen wurde. Und er wundert sich darüber, dass ein Schild aus Richtung Klein Leppin auf den Zustand hinweist. „Dafür war also noch Geld übrig“, sagt er.

Auch Rainer Leppin ist ratlos. Immer wieder spricht er das Problem nicht nur in der Gemeindevertretersitzung an. Auch mit Bürgermeister Stefan Freimark hat er darüber gesprochen und jetzt erfahren, dass dieser Teil der Straße nicht mehr fertiggestellt werden soll. Das versteht Leppin überhaupt nicht und findet es absurd.

Schnellste Verbindung nach Glöwen

Für die Schönhagener und Vehliner ist es zum Beispiel die schnellste Verbindung nach Glöwen und Havelberg, außerdem nutzt der Schulbus die Straße“, sagt er. Der Schönhagener will die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass an die Straßenbaumaßnahme aus dem Jahr 2013 doch noch einmal angeknüpft wird.

Diese Hoffnung nimmt ihm jedoch Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes Straßenwesen. „Es gibt keine Planungen für eine Straßensanierung der L 143 zwischen Klein Leppin und Vehlin“, sagt sie. Sie bestätigte, dass die Straßenbaumaßnahme bei Vehlin im Jahr 2013 stattfand und aus einer einfachen Deckenerneuerung bestand. Die wurde im Auftrag der Straßenmeisterei ausgeführt. Der Brückenneubau über die Karthane wurde bereits im Jahr 2010 von der Gemeinde Plattenburg mit Fördermitteln realisiert.

Größere Investitionen sind nicht möglich

„Der vor fünf Jahren instandgesetzte Straßenabschnitt wies die stärksten Schäden auf und wurde deshalb ausgewählt“, so Cornelia Mitschka. Tatsächlich sei eine größere Investition dort nicht möglich, weil die Landesstraße 143 zum so genannten „Grünen Netz“ gehört und in der Perspektive zur Abstufung vorgesehen ist. Die nächste Stufe wäre die Kreisstraße.

Die Straßen in Brandenburg sind in drei Kategorien eingeteilt. Es gibt das Leistungsnetz mit den Autobahnen und einem Teil des Bundesstraßennetzes mit hoher verkehrlicher Bedeutung. Es ist das so genannte Blaue Netz. Darüber hinaus werden Bundes- und Landesstraßen, die nicht dazu gehören, in das Grundnetz eingeordnet. Alle anderen Straßen gehören zum „Grünen Netz“. Entsprechend dieser Einordnung ist das Brandenburgische Straßennetz mit unterschiedlichen Ausbaustandards neu-, um- oder auszubauen beziehungsweise mit angepassten Strategien zu erhalten oder instand zu halten.

Nur noch Reparaturen sind vorgesehen

Für das kleine Teilstück zwischen Vehlin und Klein Leppin heißt das, Straßenbaumaßnahmen werden nur noch zur Sicherung der Befahrbarkeit im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht durchgeführt. Prinzipiell sind nur noch Unterhaltungsarbeiten vorgesehen. Eine grundhafte Sanierung wäre die Ausnahme und müsste im Einzelfall entschieden werden.

Kriterien dafür sind unter anderem Unfallschwerpunkte auf der Strecke oder wenn die Instandhaltung auf Dauer unwirtschaftlich ist. Das ist dem Straßennetzkonzept des Landes Brandenburg zu entnehmen.

Rainer Leppin will sich damit nicht zufrieden geben. Er denkt darüber nach, sich mit anderen Betroffenen zusammenzutun, um doch noch etwas für das kleine Straßenstück zu erreichen.

Auch Bürgermeister Stefan Freimark hatte bis zuletzt gehofft, dass an dem Abschnitt doch noch etwas gemacht wird. Das sei ihm in Gesprächen mit dem Landesbetrieb in der Vergangenheit zumindest mehrmals signalisiert worden. Seit einigen Wochen hat nun aber auch er die traurige Gewissheit, dass sich nichts mehr tut.

Von Sandra Bels