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Gumtow Tag der offenen Baustelle in der Schule
Lokales Prignitz Gumtow Tag der offenen Baustelle in der Schule
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00:20 30.04.2019
Letzte Vorbereitungen für die Gäste: Die Familie von Oliver Schwarzkopf hängt die Bilder für die Ausstellung in den Fluren Quelle: Sandra Bels
Kunow

„Für mich zwei Portionen Reis bitte, Frau Langhans.“ Werner Rau ruft es in den Raum. Er fühlt sich um Jahre in der Zeit zurück versetzt. Wie oft hat er diesen Satz gesagt, als er noch als Lehrer in der Thomas-Müntzer-Gesamtschule in Kunow war.

Der Döllener war ab 1959 dort tätig. Beim Anblick der Durchreiche vom Essenraum zur Küche kommen bei ihm Erinnerungen zurück. Auch Brigitte Langhans weiß noch ganz genau, wie schwer die großen Töpfe und Gerätschaften in der Schulküche waren. „Aber die Arbeit hat mir Spaß gemacht“, sagt sie.

Für Schule und LPG gekocht

23 Jahre kochte sie in der Schule zusammen mit sechs anderen Frauen. „Wir waren fünf von der Gemeinde und zwei von der LPG“, erzählt sie. Denn gekocht wurde damals nicht nur für die Schule, sondern auch für die Kita, die Krippe, die LPG und für privat.

„Milchreis und Nudeln waren natürlich die Renner“, weiß Brigitte Langhans. Wenn es nach den Kindern gegangen wäre, hätte es das jeden Tag geben können. Kohlsuppe war dagegen nicht so beliebt. „Da kam die Suppe in die Kompottschale und die rote Grütze in den tiefen Teller“, erinnert sich die Köchin.

Bananen waren nur für die Kinder

„Äpfel und Kohl gab es damals halt immer“, fügt sie an. Mit Bananen war das schon anders. „Wenn es welche gab, dann nur für die Kinder“, so Brigitte Langhans. So mancher Lehrer sei damit gar nicht einverstanden gewesen, erzählt sie.

Zusammen mit Werner Rau und vielen anderen ehemaligen Schülern und Lehrern sah sich die ehemalige Küchenfee die Schule in Kunow an. Eigentümer und Verleger Oliver Schwarzkopf hatte sie im vergangenen Jahr gekauft. Er will dorthin seinen Logistiksitz verlegen.

Besucher auf der Baustelle

Was er und seine Leute in den vergangenen Monaten geschafft haben, das zeigte er Neugierigen am Samstag beim Tag der offenen Baustelle. Mit dabei war auch Friedhelm Meyer aus Kyritz. Er ließ es sich nicht entgehen, den ehemaligen Physikraum, seinen damaligen Wirkungsbereich, in Augenschein zu nehmen.

Wo Friedhelm Meyer heute steht, befand sich einst sein Lehrertisch im Physikraum der Kunower Schule. Quelle: Sandra Bels

Meyer unterrichtete von 1980 bis 1982 Physik an der Schule. Astronomie gab er auch. „Wir hatten damals ein sehr modernes Physikkabinett“, erinnert er sich. Es gab Gas- und Stromanschlüsse an jedem Arbeitsplatz. Nebenan im Chemieraum war es ebenso.

Heute ist nur noch an den Löchern im Boden zu erahnen, was die Räume einst waren. Die obere Etage der Schule ist entkernt. Wände wurden herausgenommen. Ein großer lichtdurchfluteter Bereich entstand. Prima geeignet für eine Atelierwohnung.

Der Fokus liegt auf dem Erdgeschoss

Den Fokus hat Oliver Schwarzkopf jetzt aber erst einmal auf die untere Etage gelegt. Dort will er am 1. Januar 2020 den Verlagsbetrieb aufnehmen. Mit einem Testlauf in ganz kleinem Umfang hat er bereits begonnen. Dazu gibt es bereits eine Einfahrt für die Lkw, die Bücher später abholen und bringen, sowie ein Rolltor in komfortabler Höhe für die problemlose Lieferung frei Haus.

„Wir hoffen, mit dem Erdgeschoss bis Ende des Jahres fertig zu werden“, so der Eigentümer. „Derzeit sind wir dem Zeitplan ein bisschen voraus“, fügt er an. Aber es sei ja immer gut, einen Puffer zu haben.

Heizung und Fenster kommen 2019

Die nächsten großen Projekte sind der Einbau der Heizung und anschließend der Fenster. Die kommen aber wohl eher zum Herbst hin, denkt Schwarzkopf. Der Gasanschluss ist ganz neu, wurde vor zwei Wochen installiert.

„Wir haben noch einen ganzen Berg Arbeit vor uns, aber ein Drittel ist schon geschafft“, sagt Schwarzkopf. Er weiß genau, wie viele Emotionen an dem Haus hängen, hat es am Sonnabend wieder gemerkt. „Viele Leute sprechen mich an und danken mir dafür, dass ich es gekauft habe“, erzählt er. Ehemalige Schüler und Lehrer erzählen ihm immer wieder Geschichten von früher.

Alte Bilder von der Schule

Der frühere Kunower Ortsvorsteher Eberhard Neumann hat ihm einen ganzen Batzen alter Bilder überlassen. Viele davon hängen jetzt auf Leinwand gedruckt in Fluren der einstigen Schule. Schwarzkopf hat die Ausstellung mit neuen Fotos ergänzt.

Die Schule stand ein Jahrzehnt leer und verfiel, bevor Schwarzkopf sie kaufte. Gute zehn Jahre hatte er damit geliebäugelt, weil er sie für das perfekte Gebäude für seine Zwecke hielt.

Er glaubte aber immer, dass es denkmalschutztechnische Auflagen gibt, weil sich so lange niemand an das Objekt herangewagt hatte. Das war aber nicht so. Und so entschied sich Schwarzkopf im vergangenen Jahr spontan für den Kauf. Die Gemeinde Gumtow war ihm dabei ein guter Partner.

Von Sandra Bels

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