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Gumtow Dürresommer bereiten den Landwirten Probleme
Lokales Prignitz Gumtow Dürresommer bereiten den Landwirten Probleme
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08:07 20.10.2019
Rüdiger Leppin, Chef der Agrargenossenschaft, ist mit der Qualität der Maissilage zufrieden, nur etwas mehr hätte es schon sein können. Quelle: André Reichel
Görike

Längst sind die Maisfelder in der Region abgeerntet. So auch bei der Agrargenossenschaft im Prignitzdorf Görike. Zwar verlief die Ernte reibungslos, doch übermäßige Freunde will bei Rüdiger Leppin, dem Chef der Agrargenossenschaft nicht aufkommen.

Einbußen von 40 Prozent und mehr

Wieder einmal war der Sommer viel zu trocken, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Entwicklung der Feldfrüchte. „Im Vergleich zu normalen Jahren haben wir Ernteeinbußen von 40 Prozent und mehr“, berichtet Rüdiger Leppin.

Weniger als sonst, gab es bei der Göriker Agrargenossenschaft aber nicht nur beim Mais, sondern auch bei allen anderen Feldfrüchten zu ernten. „Die Ernteverluste sind hier ähnlich hoch, wie beim Mais“, sagt der Prignitzer Landwirt. Mit Blick in die Zukunft meint Rüdiger Leppin: Wenn es so weiter geht, wird es für uns Landwirte allmählich eng.“

Schließlich gab es schon im Jahr zuvor den ganzen Sommer über bis tief in den Herbst hinein eine regelrechte Dürre und entsprechend schlecht fiel auch schon da in der gesamten Region die Ernte aus.

Regen zur richtigen Zeit ist wichtig für den Mais

Dabei ist beispielsweise der Mais inzwischen so gezüchtet, dass er eine gewisse Trockenphase schadlos aushält. Dafür aber müsse es in der anfänglichen Wachstumsphase, also im Zeitraum von Mai bis Juni, ausreichend regnen. „Das war aber weder jetzt noch im Vorjahr im ausreichenden Maße der Fall“, so Rüdiger Leppin.

In Stein meißeln möchte Leppin seine ganz persönliche Bilanz nicht unbedingt. Zu komplex seien die zu berücksichtigenden Faktoren. „Allein auf den von uns bewirtschafteten Flächen gibt es Unterschiede“, sagt Leppin. Falle bei trockenen Sommern auf den sandigen Hochflächen die Ernte insgesamt magerer aus, ist sie in den tiefer gelegenen feuchteten Bereichen dafür um so besser.

Im Jahr 2017 trat genau der umgekehrte Fall ein. In dem total verregneten Sommer wuchsen die Feldfrüchte auf den sandigen Flächen recht gut, doch in den tiefer gelegenen Bereichen stand oftmals das Wasser, was auch die Ernte erschwerte, oder gar unmöglich machte. „Wenn man sich darauf einstellt, kann man einiges ausgleichen“, sagt Rüdiger Leppin.

Nur lokal gab es genügend Niederschlag

Auch in Sachen Niederschlag ist die Faktenlage nicht in wenige Worte zu fassen. Anders als früher, falle oftmals nur in sehr kleinräumigen Gebieten Regen. Leppin hat es diesen Sommer mehrfach beobachten können, dass es in Nachbarorten kräftig schüttete, während es in Görike total trocken blieb. „So ist es durchaus denkbar, das anderswo bei gleichen Bodenbedingungen eine besseres Ernteergebnis zustande kommt, als hier bei uns“, sagt Leppin.

Die Göriker Agrargenossenschaft betreibt unweit des Nachbarortes Schönhagen eine Biogasanlage. Mais spielt hierbei eine zentrale Rolle, denn zu gut 75 Prozent wird diese mit Maissilage bestückt. „Mais ist dafür einfach am besten geeignet“, berichtet Rüdiger Leppin. Aber auch Grassilage, sowie erntbare Zwischenfrüchte und Gülle aus den Schweineställen der Genossenschaft kommen in die Biogasanlage.

Die Schönhagener Biogasanlage wurde bewusst so dimensioniert geplant und gebaut, dass sie der Landwirtschaftsbetrieb aus eigener Ernte bestücken kann. Im Normalfall ist das auch kein Problem.

Schlechte Maisernte ein Problem für Biogasanlagen

Doch wenn die Ernten künftig öfter so schlecht ausfällt, wie in den vergangenen beiden Jahren, kann dies durchaus schwieriger werden. „Noch geringer darf die Ernte jedenfalls nicht mehr ausfallen“, so Rüdiger Leppin. Den Mais von weit her heranzukarren, findet der Landwirt aus ökologischer und auch ökonomischer Sicht nicht so gut.

Prinzipiell aber hält seine Leppin Biogasanlage für eine tolle Sache. „Dadurch haben wir die Fruchtfolge auf den Feldern noch mal ausgeweitet“, sagt Rüdiger Leppin. Nach dem Mais werden sie in den darauffolgenden Jahren zunächst mit Weizen, dann mit Raps, Gerste und schließlich noch mit bodenverbessernden Zwischenfrüchten bestellt.

Zudem wird die Schweinegülle nun nicht mehr auf die Felder aufgebracht. „Das hat früher ganz schön gestunken“, erinnert sich der Göriker Landwirt. Nun kommt die Gülle wie schon gesagt in die Biogasanlage. Aus dem dort gewonnenen Gas wir in einer Turbine Strom gemacht, der in das Netz eingespeist wird.

Die Reststoffe kommen anschließend als wertvoller Dünger wieder auf die Felder rund um Görike, sind aber annähernd geruchslos. „So haben wir einen geschlossenen Kreislauf“, sagt Rüdiger Leppin.

Von André Reichel

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