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Gumtow Beim Radwegeprojekt zwischen Gantikow und Vehlow scheint die Kommunikation schiefzulaufen
Lokales Prignitz Gumtow Beim Radwegeprojekt zwischen Gantikow und Vehlow scheint die Kommunikation schiefzulaufen
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14:23 18.10.2019
Die B 103 ist zwischen Gantikow und Vehlow für Radfahrer ein gefährliches Pflaster. Vor allem an der Kreisgrenze, wo die Straße die Jäglitz überquert, geht es beengt zu. Quelle: Matthias Anke
Gantikow

Dass mehrere Eigentümer offensichtlich nicht gewillt sind, einen kleinen Teil ihrer Grundstücke für den Bau eines Radweges zwischen Gantikow und Vehlow abzugeben, hat wohl einen einfachen Grund: Sie wissen angeblich gar nicht so genau, worum es überhaupt geht, was wann genau mit welchem Ablauf geplant ist.

Das zumindest ist der Eindruck der Gantikower Ortsvorsteherin Martina Missal. Sie habe nach einer Anfrage vom Ortsbeirat Vehlow auch die Gantikower Besitzer bestimmter Flächen, die für den Radweg entlang der B 103 vorgesehen sind, kontaktiert.

Bislang keine oder nur spärliche Antworten

Ihr Fazit: „Den Landeigentümern wurde im Frühjahr dieses Jahres ein Anschreiben zugeschickt, in dem man auf einen eventuellen Kauf ihrer Flächen drängt. Leider sind dort keine genauen Informationen zu ersehen, wie das Ganze geplant ist. Nach mehrmaligen schriftlichen und mündlichen Anfragen einzelner Eigentümer an das Landesstraßenamt in Potsdam kam es zu keiner oder nur spärlichen Antworten.“

Zwangsenteignungen „anmaßend und absurd“

Mehr noch. Sogar als Gantikower Ortsbeirat habe man daraufhin die Kyritzer Stadtverwaltung beauftragt, Kontakt zu den zuständigen Stellen aufzunehmen.

„Wir baten um eine öffentliche Information zur nächsten Ortsbeiratssitzung. Doch leider war auch die Stadtverwaltung nicht in der Lage, den zuständigen Planer zu erreichen, um einen Termin zu vereinbaren“, sagt Martina Missal: „Keiner verkauft Ländereien, ohne genau zu wissen, wie das ganze ablaufen soll. Jetzt aber mit einer Zwangsenteignung zu drohen, finde ich anmaßend und absurd.“

Bringt die Einwohnerversammlung Antworten?

Frank Schmidt, Dezernatsleiter beim Landesbetrieb Straßenwesen, hatte der MAZ gegenüber zuvor klar gemacht, dass es seiner Behörde bislang möglich war, jedes Projekt durchzusetzen. Auch werde für den rechtlich möglichen Zwangsankauf der Flächen zwischen Gantikow und Vehlow ein dafür notwendiges Planfeststellungsverfahren angeschoben, wenngleich dies Jahre dauern wird. Schmidts Kritik lautete vielmehr: Es würden sich Menschen aus der Region einer positiven Entwicklung in den Weg stellen.

Als der neu gewählte Ortsbeirat im Nachbardorf Vehlow zusammenkam, sagte dessen Vorsitzende Christiane Wolf bereits der MAZ: „Wir wollen informieren, bevor Gerüchte aufkommen. Manche Leute wollen eben vorher aufgeklärt werden.“ Alle Betroffenen an einen Tisch zu holen, sei das Ziel. Auch würde es bei der für den 30. Oktober geplanten Einwohnerversammlung sicherlich ebenso um dieses Thema gehen.

Fairness gefordert

Doch Frank Schmidt, der nun nach eigenem Bekunden bislang keine Einladung dazu erhielt, sagte schon seinerzeit: „Wir können nur mit den Leuten reden und hoffen, dass die Einsicht bei ihnen noch kommt.“ Denn teilweise seien die Preisvorstellungen zu hoch.

Nun gilt es also, doch noch auf einen Nenner zu kommen. „Wir wünschen uns natürlich auch einen Radweg von Gantikow nach Vehlow, das steht außer Frage, aber es muss fair zugehen“, sagt Martina Missal: „Es wäre doch wirklich ratsam, vorher mit den Landeigentümern zu sprechen und genau zu erklären, wie die Baumaßnahme ablaufen soll.“ Sie hoffe daher nun auch für die Gantikower, „baldigst einen Ansprechpartner vom Landesstraßenbauamt Potsdam zu finden, der uns öffentlich Rede und Antwort stehen kann“.

Von Matthias Anke

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