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Prignitz Halbe Gemeinde liegt im Funkloch
Lokales Prignitz Halbe Gemeinde liegt im Funkloch
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00:19 26.08.2017
Wenn kein Anruf mehr durchkommt, liegt es meist am Funkloch. Quelle: Sebastian Kahnert
Groß Pankow/Tangendorf

Wenigstens nerven bei diesem Termin keine Anrufer oder digitale Nachrichten jedweder Art. Tangendorf liegt, wie mindestens 50 Prozent des Gemeindegebietes von Groß Pankow, in einem Funkloch. Das zu ändern ist erklärtes Ziel der brandenburgischen CDU-Landtagsfraktion. Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke und sein Landtagskollege und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU im Landtag, Dierk Homeyer, besuchten am Mittwoch die Prignitz auf ihrer Funklochtour.

Bürgermeister fährt von Funkloch zu Funkloch

Dass sie ausgerechnet in Tangendorf begann, ist zwar der schlechten Versorgung mit Mobilfunk geschuldet, doch kann man dieses Phänomen in weiten Teilen der Gemeinde Groß Pankow beobachten. Oder wie es Marco Radloff, der Bürgermeister von Groß Pankow ausdrückte: „Ich bin, seit ich vorhin am Rathaus Groß Pankow losgefahren bin, im Funkloch.“

22.000 Meldungen aus dem ganzen Land liegen vor

Die schlechte Qualität ist zwar auch vom jeweiligen Netz abhängig, aber richtig gut mobil telefonieren kann man in Tangendorf kaum. „Das wollen wir ändern“, sagte Dierk Homeyer und verwies auf den aus Sicht der CDU-Fraktion überwältigenden Erfolg des „Funklochmelders“. Dieses Online-Seite ermöglicht es allen Bürgern, Funklöcher zu melden, also Gebiete, in denen nur sehr schlechter bis gar kein Mobilfunkempfang herrscht. „Uns liegen bisher 22.0000 Meldungen aus ganz Brandenburg vor“, sagte Dierk Homeyer. Anfangs habe die Landesregierung behauptet, es gebe kein Versorgungsproblem, weil auf den Karten der Netzabdeckung, die von den einzelnen Anbietern bereitgestellt werden, von einer 97-prozentigen Versorgung die Rede ist.

„Kein Netz“ hatten (v.l). Marco Radloff, Sebastian Steineke, Dierk Homeyer und Hans-Jürgen Gaes in Tangendorf. Quelle: Andreas König

Gemeinsame Nutzung von Mobilfunkmasten wünschenswert

„Erfahrungsgemäß wird die Versorgung schlechter, je weiter ein Ort von den Zentren entfernt liegt“, sagte Sebastian Steineke. Das betreffe in der Prignitz mehrere Gebiete, zum Beispiel die Lenzerwische, aber auch Ortsteile von Wittenberge. „Der krasseste Fall ist aber sicherlich die Gemeinde Groß Pankow“, schätzte Sebastian Steineke ein. „In mehr als 50 Prozent unseres Gemeindegebietes gibt es gar keinen oder nur sehr schlechten Empfang“, sagte der Bürgermeister. „Inzwischen hat die Landesregierung eingesehen, dass es dieses Problem gibt“, sagte Dierk Homeyer. Ein möglicher Ausweg aus der Misere sei das gemeinsame Nutzen von Mobilfunkmasten oder -türmen. „Bis vor einigen Jahren war das völlig ausgeschlossen, aber inzwischen sehen die das die Anbieter nicht mehr so eng“, erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher.

„Sie kommen doch nur her, weil Wahlkampf ist“

„Wo waren Sie denn vor vier Jahren?“, wollte Ortsbeirat Hans Jürgen Gaes wissen. „Sie kommen doch nur her, weil Wahlkampf ist.“ Besonders habe er sich geärgert, fügte er hinzu, dass es in Seddin einen Funkmast gegeben habe, der jedoch wegen der Insolvenz des Betreibers zuerst stillgelegt und dann abgerissen wurde. „Ich habe Verständnis für Ihren Frust“, sagte Dirk Homeyer, „aber ich bin in der Opposition und bestimme nicht, was in Brandenburg passiert.“

Steuergelder sollen Löcher stopfen

Dennoch sei diese Art der Bestandsaufnahme wichtig, sagte Bürgermeister Marco Radloff. Vor allem wenn weder Mobilfunk noch breitbandiger Internetzugang möglich seien, beeinträchtige das die Daseinsvorsorge in der Gemeinde. Für dünn besiedelte Gebiete wie die Prignitz müsse letztlich Steuergeld aufgewandt werden, um Funklöcher zu stopfen. Die Tour ging weiter nach Bentwisch, Ferbitz und Unbesandten.

Funkloch melden unter www.funkloch-brandenburg.de

Von Andreas König

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