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Prignitz Herbstfahrten mit der Prignitzer Kleinbahn
Lokales Prignitz Herbstfahrten mit der Prignitzer Kleinbahn
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13:05 22.10.2019
Gezogen wird der Zug zwischen Lindenberg und Mesendorf von einer Diesellok. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Lindenberg

Die Prignitz lässt die Herzen von Eisenbahnfreunden höherschlagen: Seit 2002 fährt die ehemalige Ost- und Westprignitzer Kreiskleinbahn „Pollo“ wieder zwischen Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) und Mesendorf.

Am Reformationstag sowie am darauffolgenden Wochenende können Gäste die faszinierenden Farben des Herbstes beim Blick aus den Fenstern der über 100 Jahre alten Personenwagen genießen. Gezogen werden die Kleinbahnzüge von der Museumsdiesellok V1 0 102, die 1961 gebaut wurde. Höhepunkt ist die Fackelfahrt am Samstag, 2. November.

Pollo war der Hund des Försters

Fans historischer Eisenbahnen kommen voll auf ihre Kosten: Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit der ehemaligen Ost- und Westprignitzer Kreiskleinbahn, die die Prignitzer liebevoll „Pollo“ nennen.

Die Waggons sind liebevoll aufgearbeitet. Quelle: Stephanie Fedders

„Den Namen Pollo verdankt die Prignitzer Schmalspurbahn dem Hund des Dannenwalder Försters, der jeden Zug mit lautem Gebell begrüßte und von seinem Herrn zur Ruhe gerufen werden musste. Der ‚Pollo’-Ruf des Försters hat die Fahrgäste wohl derart beeindruckt, dass sie ihre Bahn danach benannten“, berichtet Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz.

Leuchtend blaue Diesellok zieht die Waggons

Die bildgewaltige Fahrt durch die scheinbar unendliche Weite der Prignitzer Landschaft sorgt vor allem im Herbst für Eisenbahnromantik vom Feinsten. Der besondere Ausflug mit der Museumsbahn ist dank des Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg möglich und begeistert damit Fans von traditionellen Zugmaschinen aus ganz Deutschland.

So schmuck sieht es drinnen aus.f Quelle: Stephanie Fedders

Bei den „Herbstfahrten“ wird der Pollo von der leuchtend blauen Museumsdiesellok V10 102 gezogen. Am Feiertag sowie am Wochenende fährt der Pollo um 10, 12.30 und 15 Uhr ab Mesendorf und um 11.30, 14 und 16.30 Uhr ab Lindenberg.

Das Kleinbahnmuseum in Lindenberg, das umfangreiche Informationen über den Betrieb, die Fahrzeuge und die Menschen rund um den Pollo bereithält, hat an allen Fahrtagen geöffnet. Auch die kleine Feldbahn lädt wieder zu charmant-urigen Rundfahrten ein.

Fackel und Imbiss im Fahrpreis enthalten

Ein Highlight ist die Abendfahrt mit Fackelwanderung am Samstag, 2. November, um 18 Uhr ab Mesendorf. „Die Gäste erwartet ein beleuchteter Zug, der eine romantische Fahrt durch die Dämmerung unternimmt“, sagt Mike Laskewitz. Nach der Fahrt wandern die Teilnehmer ab Brünkendorf gut vier Kilometer mit Fackeln durch den Wald nach Lindenberg. Dort wartet ein deftiger Imbiss.

„Der Abend klingt dann ganz gemütlich am Lagerfeuer sitzend aus, bevor es mit dem Pollo wieder zurück nach Mesendorf geht, wo die Ankunft gegen 22 Uhr geplant ist“, erläutert Mike Laskewitz. Die Fahrkarten für diese Sonderfahrt gibt es vor der Abfahrt am Zug. Im Fahrpreis sind eine Fackel und der Imbiss mit einem Getränk bereits enthalten: Erwachsene zahlen 15 Euro, Kinder bis 12 acht Euro, Familien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern 38 Euro.

Pollotour auf dem Rad

Über 100 Kilometer reichte einst das Streckennetz des Pollo. Kleinbahn-Liebhaber können Teile der Strecke auch mit dem Fahrrad auf der 39 Kilometer langen „Pollotour“ erkunden. „Die Radtour verläuft wie eine Acht durch die Prignitz und nutzt nur zeitweise die ehemalige Strecke der Bahn, dafür hauptsächlich ausgebaute und asphaltierte Feld- und Waldwege sowie straßenbegleitende Radwege.

Die Radler queren mehrmals den Schienenstrang. Quelle: Stephanie Fedders

Aber, und das ist wichtig – der Radweg stößt nach einiger Zeit auf das Eisenbahnmuseum in Lindenberg, überquert mehrmals die Schienen und mit Glück sehen Radler an den Fahrtagen auch den Pollo“, berichtet der Tourismuschef. Die Pollo-Radtour lässt sich gut mit der Familie erkunden: An der Strecke befinden sich ein Waldlehrpark, die Sommerrodelbahn in Groß Woltersdorf und ein See in Wahrberge.

Von MAZ-online

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