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Prignitz Himmlische Laienspieler spielen sich auf dem Wischefest
Lokales Prignitz Himmlische Laienspieler spielen sich auf dem Wischefest
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18:01 04.08.2019
Am Freitagabend gab es in Wootz ein nicht alltägliches Theaterstück.
Wootz

Wenn jemand 20 Jahre alt wird, hat er das Leben noch richtig vor sich. Wenn aber eine Theatergruppe dieses Alter erreicht hat, dann haben deren Zuschauer schon viel erlebt. So bei den „Himmlischen Laienspielern der Lenzer Wische“, die am Freitagabend auf dem Wischefest ihr Bestes gaben, um sich selbst zu spielen - und sich dabei gehörig auf die Schippe zu nehmen.

Aufgeführt wurde eine Doppeltragödie, die sich von der ersten Szene an natürlich als humorvoll daherkommende Verwechslungskomödie gestaltete.

Und worum ging es: Chefin, Regisseurin und Souffleuse Helga Bethmann ist in den Urlaub gefahren. Das neue Theaterstück muss aber nun mal eingeübt werden, und zu diesem Zweck ist Ingolf Drescher als kompetenter Regisseur engagiert worden.

Elke Rose, die als Souffleuse direkt auf der Bühne fungiert, wird es nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen: „Wir sind spitzenmäßig gut und werden demnächst auch im Ohnsorg-Theater auftreten“. Derart selbstbewusst inspiriert, lassen sich die Akteure vom nunmehr eingetroffenen Regisseur, der wirklich an allem etwas auszusetzen hat, nichts sagen.

„Das Bühnenbild passt doch gar nicht, und wie Sie hier spielen - ich kriege bald einen Herzinfarkt!“ Dazu kommt noch, dass die Wootzer zwar einen Toten präsentieren, aber einen Erstochenen, keinen Erhängten, wie es der mondäne Künstler fordert.

„Aber wieso, ich bin doch der Hans und unsterblich in die Julia verliebt“, meint der gerade Wiederauferstandene namens Michael Voß verdutzt.

Der "Tote" ist erstochen statt erhängt und der Regisseur am Ende seiner Kräfte: Szene mit Elke Rose, Ingolf Drescher, Anke Holtz, Michael Voß (vorn) und Bernd Lütke (v. l. n. r.). Quelle: Kerstin Beck

Und endlich kommt es heraus: Die Wootzer proben „Julia und Hans auf dem Bauernhof“. Ingolf Drescher jedoch ist nicht in Wootz, sondern im bei Karstädt liegenden Bootz beschäftigt, wo er mit dem dortigen Verein die rund 500 Jahre ältere Shakespeare-Tragödie „Julia und Romeo“ einüben soll.

Äußerst verärgert – „mich haben Sie hier zum ersten und zum letzten Mal gesehen!“ – verlässt der Regisseur den Schauplatz. Und der junge Bauer alias Bernd Lütke schwört: „Das war das erste und das letzte Mal, dass wir eine fremde Person engagiert haben!“

Die Probe erleben Besucher nicht mehr

Nun tritt, aus dem Urlaub zurück, Helga Bethmann auf: „War was in der Zwischenzeit?“ „Nö.“ - „Na, dann können wir ja mit der Probe anfangen.“ - Ja, und allzu gern, aber diese erleben die Zuschauer nicht mehr mit, denn nun ist das Stück erst mal vorbei, und das geplante Vorhaben gibt es dann vielleicht das nächste Mal.

Besonderen Dank gab es danach für den Künstler Bernd Streiter, der jedes Jahr für Werbezwecke ein „einfach geniales“ Plakat entwirft - und als Gegenleistung lediglich bei der Aufführung einen Sitz in der ersten Reihe erbittet.

Mit dem Krippenspiel fängt alles an

Der Gruppe, die sich vor 20 Jahren zusammenfand, war es ein Anliegen, 1999 in der Wische das Krippenspiel zu gestalten - weil es sonst ausgefallen wäre. „Und zur 650-Jahrfeier von Kietz haben wir dann den „Zerbrochenen Krug“ eingeübt und dann einfach mit Theaterstücken weitergemacht, denn Spielen macht einfach Spaß“, erzählte Chefin Helga Bethmann, die als Katechetin 43 Jahre hindurch bei den jungen Menschen für das „Himmlische“ zuständig war.

Inzwischen hat die 67-jährige Wootzerin etliche gleichermaßen lustige wie erfolgreiche Stücke mit den Laienspielern aufgeführt, die auch in Mecklenburg-Vorpommern große Resonanz fanden. „Wir sind alle mit Eifer und Liebe dabei, und so etwas hält einfach jung“.

Von Kerstin Beck

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