Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz "Ich denke, die Ausnahme zu sein"
Lokales Prignitz "Ich denke, die Ausnahme zu sein"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:57 17.09.2013
Hans-Georg Rieger ist Einzelbewerber. Quelle: Carsten Schäfer
Anzeige
Neuruppin

MAZ: Worüber haben Sie das letzte Mal gelacht?
Hans-Georg Rieger: Als Sie gerade kamen. Ich hatte eben noch den Rasierer in der Hand und wollte mich vorher noch rasieren.

Wie lange mussten Sie für Ihr Wahlplakatfoto üben?
Rieger: Gar nicht. Das sind Schnappschussfotos aus dem Urlaub.

Anzeige

Angenommen, Sie haben die Macht. Was würden Sie als Erstes anpacken?
Rieger: Ich würde diese, die Zukunft immer mehr beeinträchtigende Bürokratie angehen, weil sie eine der Hauptgrundlagen allen politischen Übels ist. Diese Bürokratie mit ihrer Überregulierung, ihren Klientelgesetzen ist nicht mehr überschaubar für Normalsterbliche. Sie ist geeignet, ungerechte Strukturen zu verdecken, und dazu bestimmt, ungerechte Privilegien zu verdecken, und kostet jeden Tag Zeit und Geld.

Hans-Georg Rieger

  • Geboren wurde Hans-Georg Rieger 1958 im baden-württembergischen Göppingen. Er wuchs im kleinen Ort Weißenstein auf, heute Teil der Großgemeinde Lautenstein ist. Nach Abitur und Bundeswehr-Zeit studierte er in Freiburg/Breisgau Jura und Volkswirtschaft. Seit 31. Oktober 1992 lebt er in Rheinsberg.
  • Der Rechtsanwalt hat eine eigene Kanzlei in Rheinsberg. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Als Haustiere hat er drei Kaninchen.
  • Politisch engagiert er sich schon lange, er unterstützte mehrfach kleine Parteien zur Bundestagswahl. 2004 stand er auf der Liste der ÖDP für die Europawahl.
  • Von 1998 bis 2003 war er sachkundiger Einwohner im Rheinsberger Stadtparlament, seit 2003 ist er Stadtverordneter, gewählt für unterschiedliche Wählervereinigungen. Von 2003 bis 2008 war er Mitglied des Kreistags. Er engagiert sich in Rheinsberg in dem von ihm gegründeten Projekt „Begegnung der Generationen“ und unterstützt die Arbeit verschiedener Vereine.
  • Als Hobbys gibt Hans-Georg Rieger Sport und Musik an. Er ist Organist und gibt regelmäßig Klavierunterricht. Außerdem joggt er und spielt leidenschaftlich Schach.

Wie überzeugen Sie einen Nichtwähler, doch zur Wahl zu gehen?
Rieger: Zuerst ist wichtig, mit ihm überhaupt ins Gespräch zu kommen. Dann ist wichtig, ihm zu sagen, dass die deutsche Politik nicht nur aus den fünf großen Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke und FDP besteht. Und dann würde ich ernsthaft in seine anderen Probleme eintauchen, die tiefer liegen. Dann kann es passieren, dass ich richtig frustriert bin

und der andere überzeugt ist, dass alles nicht so schlimm ist.

Was wollen Sie für die Region im Bundestag bewegen?
Rieger: Ich will mithelfen, das Problem des gesundheitsschädlichen Schwerlastverkehrs, sprich der Mautpreller, von dem immer mehr Menschen betroffen sind, zu lösen. In unserem Wahlkreis will ich ungerechte Strukturen in der Bürokratie, die Benachteiligung arbeitsschaffender kleiner Firmen etwa durch Banken und GEZ, benennen und öffentlich dagegen angehen. Außerdem will ich Projekte wie "Begegnung der Generationen" unter Einbindung von Kindern und Senioren, um die man sich heute zu wenig kümmert, unterstützen.

Wer ist Ihr Vorbild und warum?
Rieger: Ich habe mehrere Vorbilder. Als Beispiel wäre da Ludwig Maria Grignion zu Montfort. Es geht darum, dass man auch die Dinge, die auf den ersten Blick keinen Beifall bekommen und bei denen man die Mehrheit gegen sich hat, trotzdem angeht, wenn sie mittel- und langfristig wichtig sind. Die amerikanischen Indianer haben einen entsprechenden Spruch: Handele so, dass du es noch nach sieben Generationen positiv vertreten kannst.

Was für ein Auto fahren Sie?
Rieger: Einen Audi, der jetzt seinen 10. Geburtstag gehabt hat.

Wer hat bei Ihnen zu Hause den Hut auf?
Rieger: Da ich hoffe, insgesamt gut behütet zu sein, führen wir keine Hüte.

Der Bund nimmt immer mehr Steuern ein. Wofür sollte das Geld aus ihrer Sicht verwandt werden. Nennen Sie drei Bereiche.
Rieger: Erstens: Für den Schuldenabbau als eine grundlegende Investition in die Zukunft. Zweitens: Für dem Abbau der Bürokratie und der Strukturen, bei denen sich unsere politische Klasse, insbesondere CDU, SPD, Linke, Grüne, CSU, FDP einig sind und waren. Diese Klientelpolitik, diese Verschwendung und diese Selbstbedienung hat uns in den letzten fünf Jahren Beträge gekostet, die über die Milliardengrenze hinausgehen. Wir haben jetzt schon implizite 7,4 Billionen Euro Schulden. Da ist auch die Bürokratie, geschaffen für eigennützige Zwecke unserer politischen Klasse, maßgeblich dran beteiligt. Und drittens: Für die Angleichung der Ost- an die Westrenten.

Vollenden Sie bitte folgenden Satz: Wenn ich morgens aus dem Haus gehe, denke ich an...
Rieger: ... sind unsere Hasen versorgt? Und manchmal: Habe ich mich rasiert?

Als Einzelbewerber haben Sie so gut wie keine Chance, in den Bundestag zu kommen. Das hat seit 1949 noch niemand geschafft. Warum tun Sie sich das mit dem Wahlkampf trotzdem an?
Rieger: Weil ich denke, die Ausnahme zu sein. Es sind schließlich ganze Dörfer, die mittlerweile zu mir überlaufen. Weil ich offenbar der einzige Kandidat bin, der ein konkretes und selbst kreiertes Programm hat. Weil ich absolut und auch finanziell unabhängig bin. Weil ich vor allem in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin viele Unterstützer habe. Weil ich seit 20Jahren bekannt und präsent bin. Und weil ich fundamentale Probleme anspreche und bekämpfe, über die CDU, SPD, Linke, Grüne, FDP ausführlich schweigen.

Interview: Carsten Schäfer

Polizei Prignitz: Polizeibericht vom 17. September - Thälmann-Gedenktafel beschmiert
17.09.2013
Prignitz Tag des Handwerks in Streckenthin will für Ausbildungsberufe werben - Handwerker präsentieren sich
16.09.2013
Prignitz Seit 20 Jahren existiert die Augentagesklinik in Groß Pankow - Eine wegweisende Einrichtung
17.09.2013
Anzeige