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Prignitz Keine Zeit zum Schnüffeln
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16:00 18.01.2013
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BRÜGGE/ROHLSDORF

.“ Die Brüggerin konnte das Tier aber gut sehen, es war nicht weit weg von ihr: „Es war ein Wolf.“ Da ist sie sich sicher. Ein Hund würde doch nicht panisch weggelaufen, meint sie.

Beim zweiten Mal war ihr Mann dabei. Das Ehepaar war im Auto auf der Verbindungsstraße zwischen Brügge und Rohlsdorf unterwegs. „Da lief er aus dem Rapshagener Wald von links über den Acker.“ Beide konnten das Tier gut beobachten. Und sie kennt einen weiteren Brügger, der sagt, dass er einen Wolf gesehen hat. Lange habe Gudrun Butter nicht darüber gesprochen, ihr Erlebnis ist bereits etwas länger her. „Es war in der Woche vor Weihnachten.“ Gudrun Butter wollte immer mal mit dem zuständigen Jäger darüber reden.

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Für ganz ausgeschlossen hält Karsten Neumann, der Wolfsbeauftragte für die Prig-

nitz beim Landesbetrieb Forst Brandenburg, es nicht, dass Gudrun Butter einen Wolf gesehen hat: „Theoretisch ist das möglich.“ Allerdings hält er es für sehr unwahrscheinlich. „Brügge ist eine waldarme Gegend, kein Wolfsbiotop, wo er sich verstecken kann“, erklärt Neumann. Sicher könne man sich nur sein, wenn es eindeutige Erkenntnise gibt. Er kannte den Fall aber nicht.

Neumann, der Revierförster von Stepenitz ist, hat sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Schließlich gab es vor wenigen Jahren in der Jännersdorfer Heide einen Wolf. „Ich selbst habe ihn nie gesehen, aber es gab Spuren und es wurden Kotproben genommen.“ Auf deren Auswertung wartet der Forstmann aber noch heute. Nachgewiesen sei auch ein Wolf in der Gegend um Lübtheen bei Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern). „Und der Wolf in der Wittstocker Heide ist ja in eine Fotofalle gelaufen.“

Entfernungen sind für Wölfe kein Problem, sie sind Langstreckenläufer. 50 bis 60 Kilometer in einer Nacht sind kein Problem für die Tiere. Laut Neumann wurden in der Nähe von Cottbus einmal drei Wölfe mit Sendern versehen, von denen einer im Revier geblieben sei, ein weiterer bis Jüterbog lief. „Die Spur des dritten Wolfes verlor sich in Weißrussland“, erzählt Neumann.

Solche Beobachtungen kennt auch Robert Franck. Der Wolfsbeauftragte des Kreisjagdverbandes Neuruppin war bei den Wölfen in der Lausitz und macht unter anderem Schulungen für Jäger. „Grundsätzlich ist es so, dass jederzeit überall in Deutschland ein Wolf auftauchen kann.“ Er kennt einen Fall, in dem ein Wolf von der Lausitz bis nach Hamburg in einer Woche gelaufen ist. „Ein Wolf läuft ganz anders als ein Hund“, erklärt Franck, „er hat keine Zeit, überall zu Schnüffeln und sein Bein zu heben.“

Das Rudel habe ein festes soziales Gefüge, es bestehe meist nur aus „Mama, Papa und den Kindern“. Die Jungwölfe suchen sich laut Franck spätestens nach zwei Jahren ein neues Revier. „Durch die Autobahn werden sie ein wenig geführt“, meint er.

Ganz wichtig sei es aus Sicht von Neumann und Franck, bei möglichen Sichtungen wie der in Brügge möglichst rasch den zuständigen Jäger oder Förster zu informieren. Dann können Spuren und womöglich Kot begutachtet werden. Denn nur die bilden den Beweis dafür, dass es wirklich ein Wolf war. (Von Beate Vogel)

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