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Prignitz Einst baufällige Kirche ist jetzt wieder Schmuckstück
Lokales Prignitz Einst baufällige Kirche ist jetzt wieder Schmuckstück
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18:40 06.10.2019
Man sieht es ihr nicht an: Vor 20 Jahren galt die vor 125 Jahren erbaute Kietzer Kirche als Ruine. Dank des dortigen Fördervereins und vieler Helfer erstrahlt das nunmehr rundum sanierte Gebäude in neuem Glanz. Quelle: Kerstin Beck
Kietz

„Die Kietzer haben jetzt wieder eine „gute Stube“ bekommen, wohin sie jetzt Gäste einladen können“. Mit diesen wenigen Worten umriss Andreas Draeger aus Perleberg die Rettung der Kirche in Kietz (Gemeinde Lenzerwische) im Amt Lenzen-Elbtalaue. Der Bausachverständige des Kirchenkreises Prignitz, ohne dessen Hilfe und Engagement die Sicherung des Gotteshauses wohl kaum zustande gekommen wäre, war am Samstagnachmittag noch in einer weiteren Funktion angereist: als Dirigent des Perleberger Posaunenchores, der die Festveranstaltung zu Ehren des 125-jährigen Gotteshauses musikalisch begleitete.

Kirche stand vorm Abriss

Vor 20 Jahren sah alles noch ganz anders aus: Das als baufällig eingestufte Gebäude war dem Abriss geweiht, und dieser wäre auch gekommen, hätte es nicht zehn Jahre zuvor die Wende gegeben. Nun durften jedoch wieder Handwerker in die ehemalige „Sperrzone“ kommen, und Fördermittel gab es auch - insofern es jemand gab, der sie beantragen durfte.

Nicht „Romeo", sondern „Roman", sinkt, von einer „Pistolenkugel" getroffen, zu Boden. Und natürlich ist im Stück der „Himmlischen Laienspieler", die auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken können, alles nur eine einzige große Verwechslung. Quelle: Kerstin Beck

„Die Einsturzgefahr - dieser Zustand kann nicht die Dauerlösung sein. Wenn Kirchengemeinde, Kommune, staatliche Förderung und vor allem die praktische und finanzielle Unterstützung vieler Bürger des Ortes zu einer Sanierung entschlossen sind, müsste die Kietzer Kirche zu retten sein und ihr Erscheinungsbild könnte eines Tages wieder die Kennzeichen von Hoffnung tragen!“ hatte der verdienstvolle und damalige Breeser Pfarrer Winter am 24. April 1998 niedergeschrieben.

„Und diese Worte stehen für unseren Anfang, für die Gründung unseres Fördervereines knapp ein Jahr später“, berichtete Sigrid Tietz, dessen langjährige Vorsitzende und nunmehr 2. Vorsitzende, die im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst eine lange Gedenkrede zur 20-jährigen Sanierung der Kirche hielt.

Unendlich viel zu tun

Schließlich hatte es unendlich viel zu tun gegeben: von der Fertigstellung des Kirchturmes und der Herstellung eines neuen, vergoldeten Kirchenkreuzes über die Erneuerung von Kirchendecke, der Fenster, der Elektroanlage, sämtlicher Türen sowie der Malereien, der Restaurierung von Altar und Kanzel bis hin zum Einbau von Teeküche und Deckenleuchtern. Die wohl größten Herausforderungen waren die Bekämpfung des Hausschwammes – und das letzte Projekt – die inzwischen abgeschlossene Dachsanierung.

Die „Himmlischen Laienspieler", die auf ihr 20-jähriges Bestehen zurückblicken können, zeigen gerade „Roman und Julias" Balkonszene, die mitnichten auf William Shakespeare zurückgeht. Quelle: Kerstin Beck

„Der Wunsch unserer Mitmenschen, dass dieses – unser – Kirchengebäude uns allen erhalten bleibt – ging in Erfüllung!“ betonte die alteingesessene Kietzerin, der vor Rührung bereits vor der Veranstaltung insgeheim die Tränen gekommen waren.

Himmlische Laienspieler

Doch nun ging es fröhlich weiter - zunächst mit einem ausgiebigen Kaffeetrinken und danach mit dem letzten Erfolgsstück der 20-jährigen „Himmlischen Laienspieler der Lenzer Wische“.

In dem Stück „Theaterspielen macht Spaß“, stellten sich die Mimen selbst dar, denn es sollte ein „Stück auf dem Lande aus der Lenzer Wische“, in dem es um ein Eifersuchtsdrama ging, auf die Beine gestellt werden. Dazu erschien mit Ingolf Drescher auch ein „renommierter Regisseur“ –, der sich allerdings im Ort – und damit im Stück – geirrt hatte.

Voller Freude hielt Sigrid Tietz, die 2. Vorsitzende des Fördervereines, eine Gedenkrede zur Rettung der Kietzer Kirche. Quelle: Kerstin Beck

Das lachende Publikum ahnte es längst, als die Melkerin „Julia“ – gespielt von Anke Holtz – mit ausgebreiteten Armen in der bekannten „Balkonszene“ ein nicht etwa „Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche, die eben jetzt dein banges Ohr durchdrang“, sondern „Hier auf dem Hof gibt es keine Bäuerin, sondern nur mich!“ deklamierte. Dazu kam vom „Bauer“ alias Bernd Lütke die Frage „wer schreibt denn so einen Mist?“ und auf die Antwort „der große William Shakespeare doch“, die eigene Antwort: „Schehks Bier? - Na, denn Prost!“

Mitstreiter für Förderverein gesucht

Und dann gab es vom Förderverein noch eine Bitte: Zwar haben fast alle Arbeiten ihren Abschluss gefunden, doch um die Kirche in Zukunft mit Leben zu erfüllen, wünscht sich der Verein neue – und vor allem jüngere – Mitstreiter mit Ideenreichtum. Wer sich mit einbringen möchte, der ist zur Mitgliederversammlung am 25. Oktober im „Café Wencksternburg“ ab 19 Uhr eingeladen.

Von Kerstin Beck

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