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Prignitz Kleine Geheimnisse in Prignitzer Kirchen
Lokales Prignitz Kleine Geheimnisse in Prignitzer Kirchen
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15:12 28.10.2019
Taufengel in der Klein Lübener Kirche. Er war die Vorlage für das Wappen des Kirchenkreises. Quelle: Beck
Klein Lüben

So eine Kirchbaufahrt im Kirchenkreis Prignitz ist zugleich eine Reise in die Geschichte des Landstriches. Und so gab es am Samstag einen Ausflug mit Überraschungen für die Teilnehmer des herbstlichen Ausfluges.

Pfarrer Christian Gogoll, der die Fahrt leitete, freute sich: „Wir wollen zeigen, welche Vielfalt es in unseren Kirchen gibt!“ Und die gab es tatsächlich: Der erste Haltepunkt, die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaute Kletzker Kirche, zeigte Grabdenkmäler aus dem 16. und. 17. Jahrhundert des wohl bekanntesten Adelsgeschlechtes der Prignitz – der Familie von Quitzow.

Bretter für Totenkronen

Der schlichte Fachwerkbau in Groß Werzin dagegen ist viel jünger und wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Unter dem Gotteshaus befindet sich jedoch eine Gruftanlage, und hier wurden erst vor wenigen Jahren Totenkronenbretter entdeckt.

Der Hintergrund: Für verstorbene Kinder und ledige verstorbene junge Menschen bis zum Alter von circa 30 Jahren fertigten Angehörige, Paten oder Freunde bis in das 19. Jahrhundert hinein zu deren Begräbnis eine Totenkrone an. Diese stellte die Brautkrone dar und war ein symbolischer Ersatz für die Hochzeit, die nun nicht mehr stattfinden konnte. Gleichzeitig war sie ein Zeichen der Reinheit, Tugend, Keuschheit und Jungfräulichkeit.

Taufengel aus der Barockzeit

In Klein Lüben gab es gleich drei Überraschungen. Zum einen konnten die vielen Gäste die erst vor wenigen Tagen erneuerte Innenbemalung bewundern. Auffallend in der Klein Lübener Kirche ist das an der Nordwand und ebenso am Altar erscheinende Wappen der Familie von Saldern, welches darauf hinweist, dass die Familie hier ehemals das Patronat innehatte.

Auf eine weitere Besonderheit machte Pfarrer Norbert Merten aufmerksam: „Der hier hängende Taufengel war das Vorbild für das Wappen des Kirchenkreises Prignitz!“ Und an einem Bein wurde das himmlische Wesen dann heruntergezogen, damit es betrachtet werden konnte.

Herkunft des Taufbeckens ist unklar

Und die dritte Überraschung? Hervorgeholt aus einer dunklen Ecke, ist ein einmaliger Gegenstand aus Sandstein im Vorraum der Klein Lübener Kirche zu besichtigen: ein viereckiges Taufbecken. Hier zieren sowohl gotische Fischblasen-Ornamente als auch die des Volksglaubens – wie drei Neidköpfe – die Schauseite. Letztere sollten Böses vom Täufling fernhalten.

Hervorgeholt aus einer dunklen Ecke, ziert dieses einmalige Stück den Vorraum der Klein Lübener Kirche: ein viereckiges Taufbecken. Hier zieren sowohl gotische Fischblasen-Ornamente als auch die des Volksglaubens - wie diese drei Neidköpfe - die Schauseite. Letztere sollten Böses vom Täufling fernhalten. Quelle: Kerstin Beck

Hier wurde – wie in frühen Zeiten des Christentums üblich, das Baby vollständig ins Wasser getaucht. Die – vermutlich mit Wachs verschlossenen – Münder der Köpfe wurden „geöffnet“, wenn das Wasser aus dem Becken entfernt wurde – so sparte man sich das mühevolle Ausschöpfen des Weihwassers. Wie dieses einmalige Stück in die Prignitz gelangt ist, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Suche nach der verschollenen Dorfchronik

In der Abbendorfer Kirche beherrschen Sonnenräder das Bild im Innern. Angefertigt in den verschiedensten Größen und unterschiedlichstem Dekor, hat dieses Muster eine lange Tradition – Darstellungen von Sonnenrädern gab es bereits in der Bronzezeit und symbolisieren sowohl die Sonne als auch den Kreislauf der Jahreszeiten.

Die Legder Kirche präsentierte sich als Bauobjekt – hier wird ein neues Dach aufgebracht. Doch gab es eine Seltenheit zu bewundern: den schmalen, ins Obere des Turmes führenden Treppenaufgang. „Und das ist ein Zeichen dafür, dass wir hier früher einen Fluchtturm gehabt haben“, erzählte der Kirchenälteste Hans Ulrich Torney. Aber auch hier gibt es ein Geheimnis, welches noch nicht gelüftet werden konnte: Der letzte Pfarrer gab vor seinem Tod 1966 einem Studenten die Legder Kirchenchronik mit – seitdem ist diese verschwunden.

Von Kerstin Beck

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