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Prignitz Der Kampf gegen die Schweinepest wird zu halbherzig geführt
Lokales Prignitz Der Kampf gegen die Schweinepest wird zu halbherzig geführt
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13:31 27.11.2019
Jäger sollen intensiver Wildschweine erlegen. Quelle: Friedrich Bungert
Perleberg

Der bisherige Kampf gegen ein Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest, er ist – gelinde gesagt – lächerlich. In diversen Behörden wird es zwar schon gut zu tun gegeben haben, klar. Aber „da draußen“? Wer sich unter Jäger begibt, der hört keinen Jubeln, weil Gebühren für die schon immer pflichtige Trichinenuntersuchung gesenkt wurden oder wegfallen.

Erhofft werden sollte sich zwar eine höhere Abschussrate, ein Ausdünnen der Rotten, eine Eindämmung der Übertragungswege. Aber wegen der paar Euros und mangelnder Absatzmöglichkeiten fürs Schwarzwildbret? Da steigt keine Abschussrate.

Zudem müssen die oft nachtaktiven Schwarzkittel erstmal ins Visier kommen, was kein leichtes Unterfangen mehr ist angesichts immer größerer Maisschläge zum Beispiel. Und selbst, wenn aus einer Rotte von zehn Stück drei herausgeschossen werden: Die hohe Reproduktionsrate wirkt am Ende einer Dezimierung entgegen.

Warum kein Verzicht auf Trichinen-Gebühren?

Nun soll es Entschädigungen geben, wenn Proben von verdächtigen Tieren genommen werden. Das hilft allenfalls beim Entdecken, nicht beim Aufhalten der ASP – von der im übrigen nicht erst seit gestern bekannt ist, dass sie naht. Warum wird nicht längst schon auf Trichinen-Gebühren komplett verzichtet und fette Abschussprämien obendrauf gelegt? Warum fließt nicht längst schon mehr Geld in die Prävention?

Auch in Brandenburg sorgt man sich vor einem Vorrücken der ASP. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa (Symbolfoto)

Finanziell dürfte das kein Problem sein, schließlich ist es weniger die Sorge der Weidleute vor dem Verlust ihres hochwertigen Fleischlieferanten aus dem Wald – vielmehr zittert doch die gesamte deutsche Schweine-Industrie. Sie bangt um ihre eingestallten Bestände.

Weitere Technik ist nötig

Gebühren hin, Prämien her: Wer in der Dezimierung der Schwarzwildbestände überhaupt noch eine Lösung sieht, Übertragungen der Krankheit einzudämmen, erreicht diese – neben darin engagierten Jägern – nur mit einem einzigen Mittel: mit der Einsatzerlaubnis von an Waffen montierten Lichtquellen oder sogenannten Vorsatzgeräten wie Wärmebild- oder Nachtsichttechnik.

Und am besten mit einer satten Kaufprämie dazu. Die gesetzlichen Grundlagen sind in vielen Bundesländern längst geschaffen. Doch auf Bundesebene wird der finale Schritt wohl wegen Sicherheitsbedenken ausgebremst – obwohl für die Geräte allein selbst Otto Normalverbraucher keine Erwerbsberechtigung benötigt. Fatal! Kommt dieser Schritt am Ende erst aufgrund noch höheren Drucks dann doch, ist es wohl schon zu spät.

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Von Matthias Anke

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