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Prignitz Lenzen: Zu Gast im Ackerbürgerhaus
Lokales Prignitz Lenzen: Zu Gast im Ackerbürgerhaus
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10:32 03.09.2019
Dem Gebäude in der Lenzener Seetorstraße Nr. 7 sieht man es nicht an, dass es vor einigen Jahren noch eine Ruine war. Das „lebendige Museum“ zeigt das Leben einer typischen Ackerbürgerfamilie. Quelle: Kerstin Beck
Lenzen

Dem Gebäude in der Lenzener Seetorstraße Nummer 7 sieht man es nicht an, dass es vor etlichen Jahren noch eine Ruine war. Geerbt hatte es 2001 der aus der Nähe von Hamburg stammende Wolfgang Wiese, der als Maurer und Polier das nötige Wissen und Können und als heimatverbundener Bauernsohn die nötige Liebe – und vor allem auch das Durchsetzungsvermögen – mitbrachte, um das morsche, etwa 1790 erbaute Ackerbürgerhaus vor dem Einstürzen zu bewahren.

Längst sind die Mühen der Renovierung und des Restaurierens vorbei. Seit Jahren öffnet der Hausherr sein Heim interessierten Gästen, die für eine Besichtigung schon mal sehr viel Zeit einplanen sollten, denn schließlich wird überaus Sehenswertes gezeigt: ein gründerzeitlich möblierter Flur mit dem ältesten Stück des Hauses – einer eichenen und reich mit Beschlägen verzierten Truhe von 1670.

„Gute Stube“ im Obergeschoss

Eine gemütliche Biedermeier-Stube, das Klavierzimmer, in welchem Haussohn und Musikstudent Stuart mit eigenen Kompositionen aufspielen wird, die mit einer gründerzeitlichen Finkenwerder Puppenstube besetzte richtig „gute Stube“ im Obergeschoss sowie die ehemalige und inzwischen zum Jugendstil-Kinderzimmer umgewandelte Gesindestube.

Dass das Gehöft aber noch viel mehr bietet, sieht man, wenn man den kleinen Hofraum betritt. Hier gibt es nicht nur alte Kandelaber und eine funktionstüchtige Schwengelpumpe zu bestaunen. Hier kann man sich nach der „großen Führung“ ein bisschen Ruhe gönnen und nach Wunsch holt dann der Hausherr wohl dann auch mal ein Küken aus der Hühner-Volière.

Im Hof werden Hühner gehalten

Denn zur Zeit gibt es Nachwuchs bei den Vorwerk- und auch bei den Seidenhühnern. Erstere – eine inzwischen als gefährdet geltende – Rasse, für die ein braunes Federkleid mit einem schwarzen Hals typisch ist, kam um 1900 in der Nähe von Hamburg auf und gilt als ruhig und zutraulich.

Mit den letzteren Eigenschaften zeichnen sich Seidenhühner besonders intensiv aus. „Das sind richtige Schmusetiere“ erzählt Wolfgang Wiese, „die man dazu noch fast mit in sein Bett nehmen kann“.

Zu den Tieren, die im idyllischen Innenhof besichtigt werden können, zählen auch "ganz zahme" Seidenhühner-Küken, die die Kinder bestimmt auch streicheln dürfen. Quelle: Kerstin Beck

Der Ursprung der Seidenhühner, die sich durch seidenartiges Gefieder, fünf Zehen und blaue Haut auszeichnen, liegt im Dunkeln. Die merkwürdigen Tiere wurden erstmals von Marco Polo, der, zurückgekehrt von seinen Reisen in die Mongolei und China, 1292 von „schwarzen, katzenhaarigen Hühnern“ berichtete, beschrieben.

Seither gibt es aber auch weiße, blaue, perlgraue, gelbe, rote, gesperberte, wild-, silber-wildfarbige und weiß-schwarz-gefleckte Tiere, deren eines gemeinsam ist: ihre Flugunfähigkeit.

Scheune mit funktionstüchtiger alter Kutsche

Dann geht es auch noch in die Scheune, wo eine alte – und selbstverständlich funktionstüchtige – Kutsche steht. Aber auch hier gibt es Tiere: Ziegen und Holländer-Kaninchen, die hier etwas mehr Raum zum Umherlaufen und Spielen haben als anderswo.

Wer dann noch Zeit hat, kann gern einer Lesung des Hausherrn mit Texten, die unter die Haut gehen, lauschen: Im „Kinderzimmer“ berichtet Wolfgang Wiese aus den Kriegstagebüchern seines Vaters.

Geöffnet ist das „lebendige Museum“ in der Lenzener Seetorstraße Nummer 7 am Sonntag, 8. September von 13 bis 18 Uhr – der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Von Kerstin Beck

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