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Prignitz Lenzen verabschiedet an der Stadtmauer das Jahr
Lokales Prignitz Lenzen verabschiedet an der Stadtmauer das Jahr
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13:31 29.12.2019
In Lenzen findet schon seit etlichen Jahren ein besinnlicher Jahresausklang statt, so auch diesmal wieder. Quelle: Foto: Kerstin Beck
Lenzen

Was macht man, wenn Weihnachten vorbei und die „fünfte Jahreszeit“ noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat? Wenn man nicht unbedingt ein paar Tage wegfahren, aber dennoch einige andere Gesichter sehen möchte? Wenn man sich ein bisschen Bewegung verschaffen und mit Bekannten zusammentreffen möchte?

In Lenzen gibt es dafür die Lösung, und das schon seit einiger Zeit: Vor mehr als einem halben Dutzend Jahren wurde das „Sonnenwendfest“ aus der Taufe gehoben. Am Lenzener Fähranleger gab es Musik und Gaukelei und dazu kulinarische Muntermacher und Seelenwärmer. Doch zuletzt wollte kaum noch jemand an das Elbufer, wo Wind und vielleicht auch Hochwasser das lustige Beisammensein mit Gästen aus dem Bereich Gartow erschwerten.

So gab es einen Umzug zum nordöstlichen Lenzener Altstadtrand „An der Stadtmauer“.

Gelegen parallel zur „Hamburger Straße“ und nur wenige Schritte vom „Stumpfen Turm“ entfernt, präsentiert sich dort seitdem mit einem kleinen Feuer nun der ideale Winterfest-Feierplatz. Und der Ort dazu hätte vor mehr als 300 Jahren zudem als der sicherste in Lenzen gegolten: Damals lag der durch Gärten genutzte Platz nicht nur außerhalb der feuergefährdeten Altstadt, sondern war zudem besonders brandsicher auch noch von Stadtgraben und dem Fließ von der Mühle eingerahmt.

Die Karnevalisten bedürfen keiner Werbung mehr

„Wenn es dunkel wird, gibt es hier ein ständiges Kommen und Gehen“, sagt Torsten Wagner. Der Präsident des LCC, der mit anderen Gleichgesinnten heiße Getränke wie Glühwein, heiße Zitrone oder Kakao ausschenkte, tat dieses in erster Linie der Geselligkeit wegen. Denn für einen vollen Saal ab dem 25. Januar brauchen die Karnevalisten keine Werbung zu machen. „Der Kartenvorverkauf für die Büttenabende läuft derart gut, dass wir nur noch Karten für den Rentnerkarneval vorrätig haben“, sagt er Aber wer den Senioren-Nachmittag am 9. Februar ab 14.30 Uhr besucht, kann für einen kleinen Aufpreis einen Zubringer-Dienst nutzen. Bequemer geht es nicht.

Jemand, der auf der Feier eher in die Vergangenheit – und insbesondere in die seines Handwerks – schaute, war der Bäckermeister Wolfgang Grünberg. Während seine Schwiegertochter Annemarie und sein Sohn Ulf, die mit Backwaren dabei waren, es sich kurzzeitig bei Glühwein wohl sein ließen, achtete der Senior-Meister auf das punktgenaue Räuchern der Spezialität des Hauses, der heißen Rauchwurst aus spezieller Rezeptur.

Pachteinnahmen für Grabkränze

Dazu hieß es dann: „In Lenzen hat es ja sehr viele Bäcker gegeben und sogar eine eigene Bäcker-Innung. Und diese besaß sogar ein Stück Land.“ Das wurde dann verpachtet, und die Einnahmen wurden dafür benutzt, gestorbenen Mitgliedern einen Kranz spenden zu können.

Im Verlauf der nächsten Stunden war dann tatsächlich ein ständiges Kommen und Gehen zu beobachten. Und jemand, der immerhin vor drei Jahren im Städtchen angekommen war, ein ehemaliger Hausmeister aus Berlin, war des Lobes voll: „Hier in Lenzen ist es richtig gemütlich. Hier gibt es keine Großstadthektik, zur Weihnachtszeit findet ein besinnlicher Weihnachtsmarkt auf der Burg statt und danach dieses Fest zum Jahresausklang, wo man mit anderen Besuchern gut in ein angenehmes Gespräch kommen kann.“

Von Kerstin Beck

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