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Prignitz Lenzener Grabungsfunde noch immer nicht eindeutig
Lokales Prignitz Lenzener Grabungsfunde noch immer nicht eindeutig
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11:48 29.04.2019
Kastenkonstruktion der zweiten Befestigung in Lenzen – Bauzeit 981. Quelle: Archäologie Manufaktur
Lenzen

2001 und 2003 gab es am südlichen Rand des Burghügels Ausgrabungen, über deren Ergebnisse jetzt Heike Kennecke sprach. Die Ausgrabungsleiterin informierte darüber, dass damals Reste von drei slawischen Befestigungsanlagen entdeckt worden waren, die sämtlich mittels Dendrochronologie zeitlich eingeordnet werden konnten.

Eine erste mit Eichenplanken versehene Befestigung kurz vor 950, „die vermutlich durch Sachsen, die 929 in der Schlacht von Lenzen die ansässigen Linonen besiegt hatten, angelegt wurde“.

Erste Burg erst im Jahr 950 errichtet

Wegen Nässe wurde die Burg verlassen, aber 981/82 unter den Obodriten durch einen dicht bebauten Nachfolger in Kastenbauweise ersetzt, für den das Gelände hochwassersicher erhöht wurde. Dieser wurde kurz vor dem Jahr 1000 zerstört und 20 Jahre später durch eine dritte dicht besiedelte Obodriten-Burg, die von Linonen in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts und ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erneuert wurde, überbaut.

Klar und exakt gibt die Ausstellung über die Welt der Slawen im Lenzener Besucherzentrum Auskunft über das Leben dieses Volksstammes.Sie ist noch bis zum 31. Mai zu sehen. Quelle: Kerstin Beck

„Und damit ist es klar – die Schlacht von Lenzen fand nicht hier statt, denn die erste Burg ist ja erst um 950 errichtet worden.“ Und eine „Alternative“ nannte die Archäologin auch: die sich in der Nähe von „Neuehaus“ sowie auf Wustrower Gemarkung befindliche slawische Burganlage, die im 10. Jahrhundert abgebrannt war. Dazu stellte die Ausgräberin fest: „Gebrannt haben slawische Burgen auch auf der anderen Seite der Elbe. so dass sich die Schlacht doch auch drüben abgespielt haben könnte.“

Alte Geschichtsschreiber sprechen von Schlacht bei Lenzen

Zunder gab es dann von einer anwesenden Archäologin, die die Methodik der Ausgräberin kritisierte: „Die ausgegrabene Fläche ist nur 13 mal 15 Meter groß, umfasst also nur einen winzigen Bereich des Burggeländes – von diesen Befunden aus kann man keinesfalls auf den ganzen Komplex schließen.“ Heinrich Schliemann habe diesen Fehler schon einmal vorgemacht.

„Und zum anderen gibt es zwei Geschichtsschreiber, die klar den Schlachtort benennen, wie etwa Thietmar von Merseburg: „Folgende Völker machte er sich zinsbar: die Böhmen, Delenizen, Apodriten, Wilten, Heveller und Redarier. Diese aber empörten sich sofort wieder, wiegelten noch andere Stämme auf und eroberten die Stadt Wallislevo (Walsleben), welche sie anzündeten und zerstörten. Diese Untat zu rächen, kam unser Heer zusammen, belagerte die Stadt Luncin (Lenzen) und schlug ihre Bundesgenossen, die sie zu schützen versuchten, so, daß nur Wenige entkamen und gewann die Stadt ...“, heißt es bei dem 976 geborenen ottonischen Bischof und Geschichtsschreiber über die Taten Heinrich I. Abgeschrieben hatte Thietmar bei Widukind von Corvey, der 100 Jahre früher in seiner Rerum gestarum Saxonicarum nicht über die Schlacht von Neuehaus beziehungsweise Wustrow, sondern von Lenzen berichtet hatte.

Ausstellung lässt in die Welt der Slawen blicken

Norbert Gossler, der immerhin den Befund geliefert hatte, dass die Burg 929 abgebrannt sei, mutmaßte sogar, dass einst Lenzen dort gelegen hätte und wo später Wustrow gegründet worden war. Doch den Beweis dafür ist der Ausgräber immer noch schuldig.

Im Besucherzentrum der Burg Lenzen dreht sich derzeit vieles um die Welt der Slawen. Die Sonderausstellung „Mit Schwert und Feder“ – verdeutlicht auf Tafeln die Lebenswelt der Slawen, ihre Kultur und Religion, Wirtschaft und Sprache. Noch bis zum 31. Mai ist die Schau noch zu sehen. „Also nutzen Sie die Zeit und schauen Sie es sich an. Es lohnt sich!“ forderte Bettina Kühnast, die Leiterin des Besucherzentrums, die Gäste auf, noch einmal in Ruhe hierherzukommen.

Von Kerstin Beck

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