Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Sankt-Nikolai braucht baulichen Beistand
Lokales Prignitz Sankt-Nikolai braucht baulichen Beistand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:26 17.04.2015
Michael Flassig vor einer der Glocken der Sankt-Nikolai-Kirche. Der Turmhelm ist sanierungsbedürftig. Quelle: Andreas König
Pritzwalk

"Ein feste Burg ist unser Gott" heißt es in Luthers Kirchenlied. Im übertragenen Sinne ist damit auch die Kirche gemeint. Doch die Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche wirkt nur auf den ersten Blick "fest", massiv und unangreifbar. Im Inneren haben sich massive Schäden eingestellt. Die Baumängel sind so gravierend, dass die evangelische Kirchengemeinde jetzt erste Sicherungsarbeiten vorbereiten lässt.

"Wir haben im Dachstuhl erheblichen Schwammbefall", erklärte gestern Michael Flassig, beratendes Mitglied im Bauausschuss der Kirchengemeinde. Unterm Dach der Kirche kommt verschiedener Unbill zusammen. Hausschwamm hat die Köpfe der Dachbalken teilweise angefressen, das Mauerwerk weist Risse auf, und auch der Turmhelm sowie die steile Treppe hinauf bedürfen der Erneuerung. "Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Finanzbedarf auf mindestens 1,4 Millionen Euro", sagt Michael Flassig. Unten sieht es nicht viel besser aus. Während sich der ursprüngliche Grundriss der Kirche noch in halbwegs gutem Zustand befindet, gibt es im östlichen Kirchenschiff Verwerfungen. Risse im Mauerwerk sind die Folge.

Doch bevor das Kirchendach als wichtigster Sicherungsschritt in Angriff genommen werden kann, muss zunächst die Gründung des Gotteshauses untersucht werden. Zu diesem Zweck graben seit Anfang der Woche Archäologen vom Archäologiebüro Dressler aus Berlin, um zu sehen, wie der Untergrund beschaffen ist. Diese Fundamentschürfungen werden auf der Nord- und Südseite der Kirche ausgeführt. "Die vorbereitenden Arbeiten sind nötig, um nachher nicht böse statische Überraschungen zu erleben", erklärt Michael Flassig.

Wenn die Bodenverhältnisse analysiert und aufgenommen sind, soll es an die Planung gehen. Doch das alles bleibt graue Theorie, so lange nicht die Finanzierung gesichert ist. Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Neben sicher nötigen Fördermitteln wäre es denkbar, um Spenden für die Sanierung der Kirche zu bitten. "Pritzwalk braucht die Kirche, anders kann man sich das gar nicht vorstellen", sagt das Bauausschussmitglied.

Über die Ursachen der jetzt festgestellten Missstände gibt es verschiedene Mutmaßungen. Zum einen wirkt sich der Stadtbrand aus dem 19. Jahrhundert noch immer auf die Gesamtkonstruktion aus, zum anderen hat auch die Explosionskatastrophe vom 15. April 1945 auf das Gotteshaus gewirkt. "Durch die Druckwelle wurden Teile des Dachs regelrecht davongeblasen", sagt Michael Flassig. Die damals eingedrungene Feuchtigkeit hat genauso eine zerstörerische Wirkung entfaltet, wie offensichtliche undichte Dachstellen in der Zeit danach.

Reparaturen in den 1990er Jahren haben zwar aus damaliger Sicht die größte Not gelindert, doch seien einige Arbeiten nicht so erfolgt, dass sie zu einer längerfristigen Stabilisierung beitragen könnten.

Risse, herausfallende Ziegel und Schwammbefall im Mauerwerk sind sichtbaren Zeichen der Schädigung. Dass der Turmaufstieg aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist, wirkt da wie das kleinere Übel. Allerdings müsste auch der Turmhelm, also der Aufbau, in dem sich die drei Glocken befinden, erneuert werden. Doch das wäre eine weitere Baustelle, um die sich die Gemeinde kümmern müsste.

Von Andreas König

Ostprignitz-Ruppin Polizei, MAZ und Antenne Brandenburg fahren die Strecke vorher ab - Tour de Prignitz auf Probe

Damit Anfang Juni alles wie am Schnürchen läuft, haben die Veranstalter der Tour de Prignitz schon einmal die Strecke gecheckt und die eindrucksvolle Strecke für gut befunden. An der Spitze des mehrere hundert Meter langen Tourtrosses wird dann Kerstin Weise im Führungsfahrzeug der Polizei sitzen.

17.04.2015
Ostprignitz-Ruppin Zweiter Kunstmarkt öffnet am 9. und 10. Mai in Wusterhausen - Malerei und Keramik nicht nur von der Dosse

Die Aktion „48 Stunden Kleeblatt“ am 9. und 10. Mai rückt immer näher und damit auch der Wusterhausener Kunstmarkt. Er ist jedoch nicht nur für die Besucher der 48-Stunden-Aktion gedacht, sondern vor allem für Interessierte aus der Region, die am Tag des offenen Ateliers am Wochenende nicht alle Künstler aus den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz besuchen konnten.

16.04.2015
Prignitz Riesiges Gewerbegebiet wird zur Kostenfalle - Falkenhagen kommt die Prignitz teuer zu stehen

Vorzeigeprojekt wird zur Kostenfalle: Eines der größten Gewerbegebiete Deutschlands, das Gewerbegebiet Falkenhagen in der Prignitz, ist eine schwere Belastung für den Landkreis, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Doch manche haben sich an dem Objekt auch eine goldene Nase verdient.

18.04.2015