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Meyenburg Meyenburger Imker finden einen Weg ihre Bienen zu retten
Lokales Prignitz Meyenburg Meyenburger Imker finden einen Weg ihre Bienen zu retten
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00:25 10.05.2019
Olaf Baumann vor dem Verkaufshäuschen mit der Kasse des Vertrauens. Quelle: Stephanie Fedders
Schmolde

Seit 2012 wohnen Alexandra und Olaf Baumann in Schmolde. Nicht nur Möbel und Hausrat kamen in den Umzugswagen, auch jede Menge Tiere traten den Weg aus Märkisch Oderland in die Prignitz an. Pferde, Schafe, Heidschnucken, Gänse. Noch nicht dabei waren die Bienen. 2017 entdeckten die Baumanns das Hobby der Honigproduktion für sich. Mittlerweile sind sie Imker mit Leib und Seele.

Bienen haben eine Streuobstwiese vor der Haustür

„Ich kann mir ein Leben ohne Bienen gar nicht mehr vorstellen“, gibt Alexandra Baumann zu. Von Beginn an hat sie die neue Freizeitbeschäftigung in den Bann gezogen.“ Nach dem Besuch eines Imkerkurses hatte ich voll Feuer gefangen“, erinnert sich die 50-Jährige. Seitdem „nehme ich auch die Natur anders wahr“.

7000 Quadratmeter voller Obstbäume: Ein Paradies für Bienen, direkt vor der Haustür. Quelle: Stephanie Fedders

Die Natur. Auf dem Grundstück der Baumanns an der Dorfstraße 28 zeigt sie sich von ihrer üppigsten Seite. Eine rund 7000-Quadratmeter große Streuobstwiese gehört zum Grundstück – für Bienen ein Traum aus Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Kirschen-, Mirabellen und Walnussbäumen. Jede Menge Futter für jede Menge Honig.

2018 stand die erste Ernte in Schmolde an. Zwei Völker gaben ihr Bestes – allerdings nahmen Baumanns nur rund zwei Drittel Honig aus den Waben, ein Drittel blieb als Nahrung zurück. Jeweils 70 Kilo wurden verarbeitet. Raps, Frühlingsblüte, Sommerblüte. Und zum Schluss sogar Waldhonig, der mit seiner sehr dunklen Farbe unter den anderen Sorten hervorsticht.

Honig ist analysiert und auf Gift überprüft

Alexandra Baumann wollte nichts dem Zufall überlassen und ließ ihren Honig im Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf analysieren. „So habe ich den Nachweis, dass kein Gift verarbeitet ist“, erklärt sie. Mit Gift könnte zum Beispiel Bärenklau gemeint sein. Alle Zutaten, die mit mehr als drei Prozent vorhanden sind, werden aufgelistet.

Neben den Bienen fühlen sich noch weitere Tiere in Schmolde wohl. Quelle: Stephanie Fedders

Die Kundschaft weiß das zu schätzen. Nur noch wenige Gläser aus dem vergangenen Jahr stehen im selbst gebauten Holzschrank an der Straße. Für die neue Ernte ist alles vorbereitet, täglich könnte es losgehen. Während einige Kollegen aus dem Imkerverein MeyenburgOlaf Baumann arbeitet im Vorstand mit – schon am Schleudern sind, lassen sich die Schmolder Bienen noch ein wenig Zeit. Die Kälte der vergangenen Tage war nicht so nach ihrem Geschmack, da kuschelten sie sich lieber noch ein wenig aneinander in ihren Behausungen.

Bienen ist es noch zu kalt in Schmolde

Kälte, Hitze, Trockenheit – der Kärntner Biene, besser bekannt unter dem Namen Carnica, konnte das Wetter in Schmolde noch nicht viel anhaben. „Wir hatten bislang wenig Verlust“, berichtet Olaf Baumann, der extra einen Teich angelegt hat, damit die Tiere jederzeit trinken können.

Nichts wie rein: Die kalten Tage sind nicht nach dem Geschmack der Bienen. Quelle: Stephanie Fedders

Als permanente Bedrohung müssen Baumanns auch gegen die Varroa-Milbe ankämpfen. Sie vermehrt sich in der Drohnen-Brut und gehört zu den ständigen Begleitern der Bienenvölker. Mit Beschallung gehen sie gegen die Parasiten vor, erzeugen einen Ton, den die Milben gar nicht mögen und nach wenigen Tagen sterben. Das ist Olaf Baumann sicherer als der Einsatz von Säure, „die könnte Spuren im Honig hinterlassen“.

Wie wichtig Qualität ist, merken die Baumanns auch beim Aufbau einer Vertriebsschiene für ihr Produkt. Nicht nur vor Ort, auch in Berlin weiß man Honig „made in Schmolde“ zu schätzen. Einmal im Monat fährt Olaf Baumann in die Hauptstadt und beliefert Geschäfte von Spandau bis Prenzlauer Berg.

Baumanns lassen ein eigenes Logo entwerfen

Auch in der Region wollen Baumanns präsent sein, auf Veranstaltungen oder Märkten. Ein Verkaufswagen steht schon auf dem Hof, der muss nur noch von schwarzer Farbe befreit und „bienenfreundlich“ gestaltet werden. „Ein Logo ist schon in Arbeit“, verrät Alexandra Baumann.

Was drin ist, steht auf jedem Glas Honig. Quelle: Stephanie Fedders

Und auch die Öffentlichkeitsarbeit soll intensiviert werden. Der Blick in den Produktionsraum ist schon möglich, hinzukommen sollen dieses Jahr noch Schaukästen.

Genug zu sehen wird es in Schmolde auf jeden Fall geben. Mittlerweile ist die Population auf sieben Völker angewachsen. Dass die Bienen geklaut werden, das müssen Alexandra und Olaf Baumann nicht befürchten. Die Gänse vertreiben jeden ungebetenen Gast effektiver als jeder noch so große Wachhund.

Von Stephanie Fedders

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