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Meyenburg Das dreckige Geschäft mit illegalem Müll in der Prignitz
Lokales Prignitz Meyenburg Das dreckige Geschäft mit illegalem Müll in der Prignitz
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00:30 01.07.2019
Am Wegesrand des betroffenen Geländes bei Rohlsdorf liegt der entsorgte Bauschutt offen herum. Quelle: Stephanie Fedders
Rohlsdorf

Wer es nicht besser weiß, sieht am Straßenrand zwischen Rohlsdorf und Brügge ein hügeliges Gelände, überwuchert mit Sträuchern, Gräsern und Bäumen. Wer in der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf schon länger zuhause ist, der kann sich noch an die vollbeladenen Lkw erinnern, die in den 90er Jahren verdächtig oft die ehemalige Kiesgrube ansteuerten und mit leerem Hänger wieder davon fuhren.

Anfrage der Grünen-Fraktion nennt acht neue Ablagerungen

So entstand eine von 99 illegalen Müllablagerungen in Brandenburg, für die das Land die Verantwortung trägt. Dass die Ansammlung in Halenbeck-Rohlsdorf jetzt in den Fokus rückt, ist einer Kleinen Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu verdanken.

Die Natur hat sich oberflächlich das Gelände bei Rohlsdorf zurückerobert. Quelle: Stephanie Fedders

Anknüpfend an vorherige Anfragen zu dem Themenkomplex wollten die Abgeordneten wissen, ob der Landesregierung seit Juli 2018 weitere illegale Abfallablagerungen in Brandenburg bekannt geworden sind. Als Ergebnis werden acht Orte aufgelistet. In der Prignitz gehört neben der Müllkippe bei Rohlsdorf auch eine Fläche in Demerthin (Gemeinde Gumtow) dazu.

Der Großteil der 99 Müllkippen, nämlich 75, liegt im Zuständigkeitsbereich des Landesamtes für Umwelt (LfU). Aus dem Büro des Präsidenten wurde auf MAZ-Nachfrage mitgeteilt, dass in Demerthin zirka 620 Tonnen Schlacke, Asche, Bauschutt, Boden sowie geringe Mengen Altholz entsorgt wurden.

Bei Rohlsdorf lagern 65 000 Tonnen illegal entsorgte Bauabfälle

In der Grube bei Rohlsdorf lagern sage und schreibe rund 65 000 Tonnen an Bodenaushub und Baumischabfällen. Das ist von den acht in der Kleinen Anfrage aufgelisteten Orten die mit Abstand größte Menge.

Das Landesamt für Umwelt teilt außerdem mit, dass gegen die Verantwortlichen Maßnahmen ergriffen worden sind, die die Beräumung der Abfälle zum Ziel haben. Da es sich laut LfU um laufende Verfahren handelt, seien zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zum Abschluss der erforderlichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen möglich.

Auch Styroporreste liegen in der Rohlsdorfer Müllkippe offen herum. Quelle: Stephanie Fedders

Bärbel Treutler, Kreistagsabgeordnete der Grünen, kritisiert, dass „mit dem Thema Müll viel zu lax umgegangen wird“. Die Groß Breeserin hatte Anfang des Jahres auch eine Anfrage an den Landkreis Prignitz gerichtet, in der sie um Informationen zu illegalen Müllablagerungen bat.

Landkreis Prignitz überwacht 481 Altablagerungen

Durch die unterschiedlichen Zuständigkeiten – Landesamt für Umwelt, Landesbergamt, Landkreise – ist die tatsächliche Anzahl der illegalen Entsorgungen viel höher. Zu den 99 Müllkippen in Verantwortung des Landes kommen weitere hinzu. Der Landkreis nennt in der Antwort auf Treutlers Anfrage „481 unzulässig angelegte Altablagerungen, die sich in der laufenden Überwachung des Landkreises befinden“. 21 seien bereits saniert.

Angesichts dieser Dimensionen findet Bärbel Treutler die Sorge berechtigt, die die Prignitzer umtreibt, wenn derzeit ein Planfeststellungsverfahren zur Errichtung und zum Betrieb einer Deponie im ehemaligen Kiessandtagebau Luggendorf (Gemeinde Groß Pankow) läuft. Hier sollen über einen Zeitraum von 13 Jahren insgesamt 640 000 Tonnen Bauschutt entsorgt werden.

„Die Menschen haben das Gefühl, die Müllwirtschaft kann machen, was sie will“, sagt Bärbel Treutler. Im Fall der Müllkippen von Rohlsdorf und Demerthin wird das wohl so gewesen sein.

Von Stephanie Fedders

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