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Meyenburg Detektive holen Wohnmobil aus Holland zurück
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00:19 15.05.2018
Dieses Fahrzeug ist wieder bei seinem eigentlichen Besitzer – Betrüger bieten es nach wie vor im Internet zum Verkauf an. Quelle: Foto: privat
Meyenburg

Ein Fall von Unterschlagung eines Wohnmobils konnte jetzt dank der Agentur Incognito aus Perleberg zum Teil aufgeklärt werden. Das Wohnmobil war in Meyenburg unterschlagen worden. Die Täter hatten es bei einem Autohändler am 27. April gemietet und dann zum Verkauf angeboten (siehe auch Polizeimeldung vom 4. Mai). Die Detektive konnten das Fahrzeug am Montag in den Niederlanden sicherstellen und wieder nach Deutschland überführen, wie R. von der Agentur Incognito gegenüber der MAZ erklärte. Die Täter entwischten ihnen aber knapp, verloren dabei jedoch das Nummernschild ihres Fahrzeugs. Das haben die Detektive der niederländischen Polizei übergeben.

Tätergruppe mit immer derselben Masche

Die aus der Slowakei kommende Tätergruppe ist nach Kenntnis des Detektivs R. seit mehreren Jahren aktiv, vor allem im Raum Aachen und dem dortigen Dreiländereck mit den Niederlanden und Belgien. Im Kern läuft das „Geschäftsmodell“ der Täter wie folgt ab: Sie mieten Fahrzeuge für einen bestimmten Zeitraum an, im Frühjahr meist Wohnmobile, später im Jahr dann eher SUVs. Dann bieten sie genau diese Fahrzeuge zum Verkauf an, zu einem Schnäppchenpreis – im vorliegenden Fall für 41 000 Euro, obwohl der Wert bei 65 000 Euro liegt.

Sie verkaufen die Fahrzeuge mitunter mehrfach und lassen sich vorab bereits eine Rate bezahlen. Zum vereinbarten Treffpunkt für die Wagenübergabe erscheinen sie dann einfach nicht. „Bis zu 100 000 Euro machen die mit einem Auto“, weiß R. In der Regel verkaufen sie die Fahrzeuge am Schluss der Mietzeit dann ganz. „Sie gehen davon aus, dass man ihnen dann bereits auf der Spur ist“, sagt Detektiv R. dazu.

Kommissar Zufall half mit

Der ganze Fall erscheint in der Rückschau völlig skurril. Dass man den Tätern überhaupt auf die Spur kam, war einem Mann aus Bottrop zu verdanken, der das Wohnmobil kaufen wollte. Als er auf einem Parkplatz im niederländischen Eindhoven den Wagen besichtigte und die Anzahlung leisten wollte, wunderte er sich, dass das Fahrzeug nur ein Jahr TÜV hatte.

Darauf rief er die auf dem Nummernschild stehende Telefonnummer des Vermieters aus Meyenburg an, im Glauben, seinen Verkäufer am Apparat zu haben. Es stellte sich heraus, dass das Auto auf mobile.de und in Kleinanzeigen zum Kauf angeboten wurde. Der Mieter hatte das Fahrzeug in Meyenburg zudem unter Vorlage von gefälschten Papieren angemietet. So behauptete der Mann, in Berlin zu leben, was aber nicht stimmt.

Der Meyenburger Vermieter schaltete nun die Polizei ein, machte aber damit nicht nur gute Erfahrungen, unter anderem weil die mit dem Fall befassten regionalen Dienststellen nicht untereinander vernetzt sind. So bat er die Detektive um Hilfe.

Fingiertes Telefongespräch

Die Ermittler nahmen mittels eines fingierten Telefongesprächs Kontakt mit den Tätern auf und verabredeten sich mit ihnen am Standort des Fahrzeugs. Sie machten sich dann am Montag zu viert auf den Weg nach Eindhoven, mit den Originalpapieren für das Fahrzeug und einer Vollmacht ausgestattet, um dieses dort vor dem vermeintlichen Treffen aus dem abgeschlossenen Parkhof auszulösen. Erstaunlicherweise mussten sie beides bei den Parkwächtern nicht vorlegen, sondern lediglich 250 Euro zahlen, um den Wagen übernehmen zu können. „Man sagte uns: Nehmen Sie es, und dann ist es gut.’“, berichtet R., „jeder Beliebige hätte es abholen können.“

Das Fahrzeug stellten sie zuerst außerhalb von Eindhoven ab, allerdings mit einem Tracker versehen – für den Fall, dass die Täter sie bei ihrer Aktion bereits beobachtet hatten und mittels eines Nachschlüssels doch noch in das Auto gelangten. Danach warteten sie nahe dem Standort, von wo sie das Auto geholt hatten. Und siehe da: Die Täter kamen zur vereinbarten Zeit mit einem blauen Ford Focus dorthin. Als die Detektive sich ihnen näherten, bemerkten sie dies aber und fuhren davon.

Unterschlagung ist nicht versichert

Immerhin konnten die Ermittler das Fahrzeug wieder beim eigentlichen Vermieter in Meyenburg abgeben. Der hatte dabei die Polizei hinzugezogen. Sowohl er als auch der Detektiv gaben sich verwundert, dass die Polizisten keine Spuren nehmen wollten. Allerdings: Sie hätten auch nichts gefunden – die Detektive hatten bereits festgestellt, dass alle Spuren professionell beseitigt waren.

Auch wenn er sein Auto wieder hat, kommen auf den Vermieter einige tausend Euro Kosten zu, etwa um das Fahrzeug jetzt wieder für weitere Vermietung fit zu machen. Ein Versicherung gibt es für solche Fälle im Gegensatz zum Fall eines Diebstahls nicht – Unterschlagung müsste man für teures Geld zusätzlich versichern. Hätte im übrigen jemand das Mobil von den Tätern käuflich erworben, würde es rein juristisch ihm gehören

Erstaunlich auch: Noch am Freitag war das Fahrzeug online in den Verkaufsangeboten von mobile.de zu finden – als es längst wieder in Meyenburg war.

Von Bernd Atzenroth

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