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Meyenburg Diese Feuerwehr ist weltweit im Einsatz
Lokales Prignitz Meyenburg Diese Feuerwehr ist weltweit im Einsatz
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00:21 31.12.2018
Einer von vielen Aktiven: Jakob Heidebrecht (links) erhält von Meyenburgs Jugendfeuerwehrwart Sven Niemann seinen Dienstausweis. Quelle: Stephanie Fedders
Meyenburg

Ausgerechnet Feuerwehr. Mit 18 Jahren. Und vorher nie was damit am Hut gehabt. Wie lange er das wohl durchhält? So haben bestimmt viele gedacht, als sich Sven Niemann 2008 den Kameraden in Jännersdorf anschließt. Es ist der erste Schritt in ein neues Leben. Er wird Sven Niemann verändern. Und die ganze Welt soll es erfahren.

Als 2011 Hochwasseralarm rund um Wittenberge ausgelöst wird, packen auch die Wehren aus dem Amt Meyenburg mit an. Manfred Kreibich bittet Niemann um Hilfe. Er rückt mit aus und ist angetan von der Kameradschaft. Die Chemie stimmt. Kreibich möchte den jungen Mann gerne für die Nachwuchsarbeit in der Stadt gewinnen. Niemann sagt zu. Schritt zwei.

Hoher Altersdurchschnitt macht Sorgen

Unter den Aktiven gehört er auch mit Ende 20 noch zu den Jüngeren. Umgeben von 50- bis 60-Jährigen, der Mehrheit. Niemann macht sich Gedanken, sieht das Problem des hohen Altersdurchschnittes und fehlenden Nachwuchses. Nicht nur in Meyenburg. Auch andere Wehren haben damit zu tun. Macht es da nicht Sinn, bei der Jugendarbeit zusammen zu arbeiten?

Antwort aus den USA

Niemann meldet die Meyenburger Feuerwehr bei Facebook an. Ein erster kleiner Schritt. Mal sehen, was passiert. „Bald kamen die ersten Likes“, erinnert er sich. Der Algorithmus nimmt seinen Lauf. Eine Kettenreaktion setzt ein. Bilder und Nachrichten werden geteilt. Und geteilt. Und geteilt. Sven Niemann schaut wie gebannt auf den Bildschirm. Plötzlich wird die Welt ganz klein, der Atlantik in Windeseile überquert. „Als ich gesehen habe, dass jemand aus den USA auf unsere Seite guckt, hab ich gedacht, jetzt musst du mehr machen.“ Sein Ehrgeiz ist geweckt. Schritt drei.

Einsatz beim 24-Stunden-Dienst. Alle packen mit an. Quelle: privat

Der Kontakt aus Amerika entpuppt sich als Jugendwart einer Feuerwehr in New Jersey. Im Internet sucht Niemann Hilfe für die Übersetzung. Jetzt folgen E-Mails. Auch per Videokonferenz tauscht man sich aus. „Es ging immer weiter“, freut sich Niemann. Auf allen Kontinenten werden Feuerwehren auf die Meyenburger aufmerksam. Mittlerweile sind sie vernetzt mit Kameraden in den USA, Australien, Neuseeland, Russland, Polen, Norwegen, der Schweiz und Thailand. Die Jugendarbeit ist sich weltweit sehr ähnlich, unterscheidet sich nur in Kleinigkeiten, hat Niemann festgestellt. Schritt vier.

Netzwerk und App in Arbeit

Bei aller Begeisterung für das internationale Interesse verliert Meyenburgs Jugendwart sein eigentliches Ziel nicht aus den Augen: Kinder für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern. In Meyenburg. In Deutschland. Überall. Dafür will er ein richtiges Netzwerk aufbauen. „70 Prozent stehen schon“, erzählt er stolz.

Anfang des Jahres hat der Mitarbeiter der DESAG in Putlitz außerdem angefangen, eine App für die Meyenburger Feuerwehr zu schreiben. Sie soll die Einsatzplanung erleichtern, Karten und Wegbeschreibung liefern und die Verfügbarkeit anzeigen. Eine abgespeckte Version können sich auch Außenstehende aufs Handy installieren – „damit jeder sehen kann, was wir machen.“

Thailand übernimmt das Modell Meyenburg

Natürlich berichtet Sven Niemann auch über die Aktivitäten des Nachwuchses in den sozialen Medien. Besuch bei der Flughafen-Feuerwehr in Leipzig, der Berufsfeuerwehr in Dresden, Teilnahme an Wettkämpfen oder der diesjährige 24-Stunden-Dienst mit verschiedenen Übungsszenarien und Einsatz am Herd. Das Programm ist auch ein Exportschlager geworden. „In Thailand haben sie unseren 24-Stunden-Dienst nachgespielt. So etwas kannten sie nicht“, freut sich Sven Niemann. Was in Meyenburg gut ankommt, funktioniert auch im fernen Asien. Und wieder rückt die Welt ein Stück zusammen. Schritt fünf.

Im Juni wird 130 Jahre Feuerwehr gefeiert

Ein neues Jahr steht vor der Tür. Und mit ihm eine neue Herausforderung. Die Meyenburger Feuerwehr wird 130 Jahre alt. Der 1. Juni 2019 wird zum Feiertag. Mit Umzug und allem drum und dran. Klar, dass Sven Niemann die Kameraden aus dem Netz einlädt. Die würde er zu gerne mal persönlich kennen lernen.

Wenn Sven Niemann abends auf der Couch liegt und fernsieht, sind Kugelschreiber und Notizblock immer griffbereit. „Dann kommen mir die meisten Ideen“, hat er festgestellt. Vielleicht ist auch eine dabei, die es möglich macht, dass die Welt zu Gast ist, wenn die Meyenburger Feuerwehr Geburtstag feiert.

Von Stephanie Fedders

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