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Meyenburg Förster schlägt Alarm – Bäume kämpfen gegen Trockenheit und Borkenkäfer
Lokales Prignitz Meyenburg Förster schlägt Alarm – Bäume kämpfen gegen Trockenheit und Borkenkäfer
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00:24 28.04.2019
Die Folgen des Sturms „Xavier“ (Vordergrund) und der Trockenheit (braune Kronen) sind im Revier Bürgerholz gut zu erkennen. Quelle: Stephanie Fedders
Meyenburg

Auf dem ersten Blick sieht alles gut aus. Der Raps steht leuchtend gelb auf den Feldern. Die Buchen halten ihre zarten Blätter in die Sonne. Und die kleinen Fichten präsentieren ihre jüngsten Triebe. Heile Welt? Mitnichten. Förster in der Prignitz schlagen Alarm. Die anhaltende Trockenheit wird zu einer echten Herausforderung.

Bäume kämpfen um Wasser und gegen den Borkenkäfer

Einmal die Woche ist Förster Olaf Bergmann im Meyenburger Bürgerholz westlich der Bundesstraße 103 unterwegs. Das 2200 Hektar große Gebiet hält viele Beispiele parat, wie es derzeit um den Wald bestellt ist. Bei seinen Kontrollen kann der Leiter des Meyenburger Reviers die Situation trotz der Dominanz der Farbe Grün nicht mehr schön reden.

Hier sieht es noch gut aus: Förster Olaf Bergmann zeigt auf neu gepflanzte Buchen. Quelle: Stephanie Fedders

„Wir müssen mit dem schlimmsten rechnen“, sagt Bergmann beim Blick auf die Bäume. Fichten bereiten ihm die größten Sorgen. Sie brauchen viel Regen. Deutlich heben sich die braun gefärbten Kronen vom blauen Himmel ab. Folgen der Trockenheit. „Der Baum kämpft um Wasser“, weiß Bergmann und ergänzt: „Der Borkenkäfer gibt ihm den Rest.“

Die braune Verfärbung ist ein untrügliches Zeichen, dass der Baum langsam verdurstet. Quelle: Stephanie Fedders

Zu sehen sind auch noch die Folgen des Sturms „Xavier“, der 2017 über Brandenburg fegte und Schneisen in den Wald schlug. „Eins kommt zum anderen“, sagt Olaf Bergmann, der bereits viel Zeit und Geld in das Projekt „Waldumbau“ und somit auch in die Wiederaufforstung gesteckt hat.

30 Zentimeter Feuchtigkeit stecken noch im Boden

Im Bürgerholz ist die Umwandlung der reinen Nadelwälder in weniger anfällige Mischwälder in vollem Gange. 2013 wurden auf 1,5 Hektar rund 3000 Fichten und Douglasien gepflanzt. Dazwischen sind kleine Buchen und Kiefern zu erkennen, die sich selbst aussähen.

Die Mischung stimmt und „noch sieht es gut aus“, sagt Bergmann und schiebt ein wenig Boden zur Seite. 20 bis 30 Zentimeter steckt vielleicht Feuchtigkeit im Boden. Zudem können die Bäume eine Zeit lang Wasser in ihren Stämmen speichern. Aber irgendwann sind die Reserven aufgebraucht. Und sollte sich das Wetter nicht bald ändern, muss Bergmann auch um die Bäume bangen, denen es jetzt noch gut geht.

Förster Olaf Bergmann zwischen jungen Fichten und Douglasien. Quelle: Stephanie Fedders

Mit der anhaltenden Trockenheit im vergangenen Jahr konnte der Wald noch vergleichsweise gut umgehen. Der Boden war dank des nassen Sommers 2017 gesättigt. Selbst der durchs Bürgerholz fließende Kräuterbach konnte das Wasser nicht mehr aufnehmen und überflutete den Weg. Heute ist gerade mal ein Rinnsal zu sehen.

„Ein Jahr geht es mal gut“, erklärt Olaf Bergmann. Aber aktuell stecken die Bäume in der zweiten, aufeinander folgenden Dürrephase, was die Situation besonders brenzlig macht. „Irgendwann vertrocknet auch der letzte Baum“, befürchtet Bergmann.

Die Holzpreise sind im Keller

Gut zu erkennen ist das an einem Bestand zirka 50 Jahre alter Fichten. Olaf Bergmann sammelt einen Haufen Nadeln vom Boden auf. Der Baum hat sie verloren. Ein Zeichen, dass er gegen die Trockenheit kämpft. Wahrscheinlich vergebens. „ Eigentlich sollten die Bäume noch 50 Jahre stehen“, sagt der Revierförster. Dann wären sie gut verkäuflich. Aktuell lässt sich mit Holz kein Geld machen. Der Markt ist gesättigt durch das Überangebot nach „Xavier“. „Die Preise sind im Keller“, weiß Bergmann.

Abgefallene Fichtennadeln zeugen vom Kampf der Bäume gegen die Trockenheit. Quelle: Stephanie Fedders

Dennoch muss vor allem das „Käferholz“ schnell abgefahren werden, um dem Borkenkäfer so gut wie möglich in Schach zu halten. „Er ist schwer zu bekämpfen, da er unter der Rinde sitzt“, erklärt Olaf Bergmann. Geschwächte Bäume sind sein Lieblingsrevier. Und das wird derzeit immer größer.

Hilfe kann nur von oben kommen. Bislang hat Olaf Bergmann an seiner Messstation im April gerade einmal zwei Liter Regen gemessen. „Um das Defizit auszugleichen, wären jetzt mindestens 200 Millimeter Niederschlag notwendig.“

Von Stephanie Fedders

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